MiniMax Aktie: 2 Milliarden trotz 18-Prozent-Sturz
Trotz massivem Kursverfall sammelt das KI-Unternehmen MiniMax zwei Milliarden Dollar für Infrastruktur und neue Modelle ein.

Kurz zusammengefasst
- Kapitalerhöhung und Wandelanleihe
- Fokus auf KI-Infrastruktur
- M3 Pro Modell mit 2,7 Billionen Parametern
- CEO verzichtet auf Gehalt bis AGI
Gerade einmal 24 Stunden nach dem Ende einer Lock-up-Periode und einem Kursrutsch von fast 18 Prozent dreht MiniMax den Geldhahn auf. Das chinesische KI-Unternehmen sammelt rund 2 Milliarden US-Dollar ein — über eine Aktienplatzierung und eine Wandelanleihe.
Die Botschaft ist klar: Wachstum vor Kursstabilität.
Die Aktie steht aktuell bei 30,40 Euro und damit knapp 10 Prozent tiefer als am Vortag. Mit minus 22 Prozent in den letzten sieben und fast 39 Prozent in den letzten 30 Tagen zeigt der Chart eine Talfahrt. Vom Rekordhoch bei 145 Euro im März 2026 fehlen 79 Prozent.
Kapitalspritze für Rechencluster und Modelle
Den weitaus größten Teil der frischen Mittel – etwa 80 Prozent – will MiniMax in den Ausbau der KI-Infrastruktur und die Entwicklung neuer Modelle stecken. Die Kundenbasis im Unternehmens- und Entwicklersegment ist von rund 200.000 Ende 2025 auf über eine Million Ende Juni gewachsen. Ein nationales Rechencluster soll noch vor Ende des dritten Quartals 2026 stehen.
Die Finanzierungsrunde teilt sich auf: 35,6 Millionen neue Class-A-Aktien platziert MiniMax zu 268 HK-Dollar pro Stück – einem Abschlag von knapp 10 Prozent zum Vortagesschluss. Dazu kommt eine Nullkupon-Wandelanleihe über 6,5 Milliarden HK-Dollar mit Fälligkeit 2027. Der Wandlungspreis liegt bei 335 HK-Dollar je Aktie.
M3 Pro: Das nächste große Ding
Zentraler Baustein der Strategie ist das Sprachmodell M3 Pro. Mit 2,7 Billionen Parametern soll es alle bestehenden chinesischen KI-Modelle übertreffen. MiniMax plant die Veröffentlichung als Open-Source-Lösung im dritten Quartal 2026. Das Modell soll komplexe Denkprozesse und mehrstufige Aufgaben deutlich besser bewältigen.
Daneben entwickelt das Unternehmen multimodale KI-Modelle und betreibt Konsumenten-Apps: die KI-Charakter-Plattformen Talkie und Xingye sowie den Video-Generierungsdienst Hailuo AI. Erst im Januar 2026 ging MiniMax an die Hongkonger Börse.
CEO verzichtet auf Gehalt
Die Unternehmensführung untermauert den Ehrgeiz mit persönlichen Zusagen. Der CEO verzichtet auf sein Gehalt – so lange, bis das Unternehmen Künstliche Allgemeine Intelligenz (AGI) erreicht. Zudem gibt er 4 Prozent seiner Eigenkapitalanteile über vier Jahre an langjährige Mitarbeiter. Weitere ein Prozent fließen in die Open-Source-Community.
Das sind ungewöhnliche Signale für ein Unternehmen, das an der Börse massiv an Wert verloren hat. Der RSI liegt bei 30,4 – damit ist die Aktie technisch überverkauft. Die Volatilität von 154 Prozent spricht jedoch für eine riskante Fahrt, keine Bodenbildung.
Die nächsten Monate werden zeigen, ob MiniMax den Spagat schafft: massiv investieren, ohne die Aktionäre weiter zu verprellen. Das M3 Pro im dritten Quartal ist der erste große Test.
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