Modelloffensive und Auslandsgeschäft stützen BYD
BYD verzeichnet im dritten Quartal mehr Fahrzeugverkäufe, während die Neunmonatsbilanz und der September-Absatz in China rückläufig sind.

Kurz zusammengefasst
- Da-Han-Markteinführung für Oktober vorgesehen
- Quartalsabsatz steigt um 18,7 Prozent
- Neunmonatsverkäufe sinken um 3,94 Prozent
- JPMorgan senkt Kursziel auf 88 HK$
Wie begegnet BYD der spürbaren Abkühlung im chinesischen Heimatmarkt? Medienberichten zufolge bereitet der Fahrzeughersteller für den 13. Oktober die Markteinführung seiner neuen Elektrolimousine Da Han in China vor.
Das Fahrzeug soll mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,197 Cd antreten und in der reichweitenstärksten Ausführung bis zu 1.008 Kilometer nach dem chinesischen CLTC-Standard bieten. Der Marktstart zielt darauf ab, verlorene Dynamik im Binnenmarkt mit neuen Modellen abzufedern.
Gemischte Zwischenbilanz im Herbst
Die angekündigte Modelloffensive fällt in eine Phase gegenläufiger Entwicklungen bei den Absatzzahlen. Zwar zogen die Auslieferungen im Sommer spürbar an, die vorangegangenen Monate dämpfen jedoch das Gesamtbild.
In den Pflichtmitteilungen an der Börse Hongkong wies das Unternehmen für das dritte Quartal einen Fahrzeugabsatz von 1.323.065 Einheiten aus. Das entspricht einem Zuwachs von 18,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Mit diesem Zwischenspurt stemmt sich der Hersteller gegen den intensiven Wettbewerb im Heimatland. Viele lokale Konkurrenten buhlen mit aggressiven Rabatten um Kunden.
Über die ersten neun Monate summiert sich das Volumen auf 3.131.576 Fahrzeuge. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet dies ein leichtes Minus von 3,94 Prozent.
Hinter der Differenz zwischen Quartals- und Neunmonatswerten steht eine deutliche Verschiebung der Absatzkanäle. Das internationale Geschäft wächst rasant und fängt die Schwäche im Inland teilweise auf.
Im September legten die Ausfuhren um 153,6 Prozent auf 180.700 Fahrzeuge zu. Gleichzeitig schrumpften die Verkäufe in China im selben Monat um 13,0 Prozent.
Gegenwind durch Zölle und Marktdruck
Die steigenden Exportmengen stoßen im Ausland allerdings auf zunehmende Hürden. Mehrere Zielregionen reagieren mit handelspolitischen Maßnahmen auf die wachsende Importwelle.
Vor gut einer Woche stufte die US-Bank JPMorgan die Aktie von Overweight auf Neutral herab. Die Analysten senkten ihr Kursziel von 124 HK$ auf 88 HK$.
Das Analysehaus begründete diesen Schritt mit der erlahmenden Binnennachfrage in China und steigenden Vorleistungskosten. Zudem könnten tarifäre und nichttarifäre Handelshemmnisse die weltweite Expansion künftig erschweren.
Speichertechnik und verhaltener Börsenverlauf
Abseits des Automobilsektors treibt der Konzern die Weiterentwicklung stationärer Speicher voran. Medienberichten zufolge beschreibt eine veröffentlichte Patentanmeldung ein Speichergehäuse, bei dem Batteriezellen direkt in eine dielektrische Kühlflüssigkeit getaucht sind, während die Steuerungstechnik in einem separaten, trockenen Bereich untergebracht ist.
An den Finanzmärkten dominiert vorerst die Vorsicht mit Blick auf die Absatzrisiken im Binnenmarkt. Im heutigen Handel notiert das Papier bei 8,46 Euro und verliert 0,6 Prozent. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch liegt der Kurs damit 31 Prozent im Minus.
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