Moderna Aktie: Gewinnmitnahmen vor ESMO
Goldmans höheres Kursziel bleibt unter dem Börsenkurs; Anleger richten den Blick auf offene Details der Krebsimpfstoff-Studie.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert zeitweise rund neun Prozent
- Goldman erhöht Kursziel auf 137 Dollar
- Insider-Verkauf durch Form-144-Meldung möglich
- ESMO-Präsentation der Phase-3-Daten am 24. Oktober
Nach einer beeindruckenden Rally greifen Anleger bei Moderna zu den Gewinnen. Die Aktie gab im frühen Handel zeitweise um rund neun Prozent nach und fiel bis auf 214,30 Dollar. Der Rückschlag kommt kurz vor dem wohl wichtigsten Datenpunkt des Jahres.
Mehrere Auslöser zugleich
Den unmittelbaren Anstoß lieferte Goldman Sachs. Die Bank hob das Kursziel auf 137 Dollar an, von zuvor 120 Dollar, beließ die Einstufung aber bei „Neutral“. Das Ziel liegt damit weit unter dem aktuellen Kurs. Marktbeobachter werten das als Hinweis, wie weit sich die Aktie von fundamentalen Schätzungen entfernt hat.
Hinzu kommt eine Form-144-Meldung vom 15. Oktober. Sie deutet auf einen möglichen Verkauf von Aktien durch einen Insider hin. Solche Meldungen verunsichern Investoren oft, wenn ohnehin diskutiert wird, ob ein Titel seinen Höhepunkt erreicht hat.
Auch die Citigroup bleibt skeptisch. Sie stufte Moderna im September auf „Sell“ ab und nannte die Bewertung nach den INTerpath-001-Daten „nicht zu rechtfertigen“. Die Bank of America hob zwar ihr Kursziel an, blieb aber ebenfalls bei „Neutral“.
Das Marktumfeld erklärt den Rückgang nur teilweise. Der Nasdaq Composite verlor 0,7 Prozent, der S&P 500 hielt sich nahezu unverändert. Die Bewegung dürfte also vor allem aktienspezifisch sein. Zusätzlich sorgte Summit Therapeutics für Aufmerksamkeit: Das Unternehmen holte zwei frühere hochrangige Moderna-Wissenschaftler aus der Krebsimpfstoff-Forschung.
Der 24. Oktober als Schlüsseltermin
Am Donnerstag hatte die Aktie noch 4,5 Prozent auf 236,50 Dollar zugelegt. Seit August hat sich der Kurs vervielfacht, zuletzt beflügelt vom Einzug in den Nasdaq-100. Aus einem Pandemiegewinner mit schrumpfenden Impfstoffumsätzen wurde in wenigen Monaten ein Börsenstar der Krebsforschung.
Nun steht der Realitätstest an. Am Samstag, dem 24. Oktober, präsentieren Moderna und Partner Merck & Co auf dem ESMO-Kongress in Madrid detaillierte Phase-3-Daten zum individualisierten Krebsimpfstoff Intismeran autogene. Der Vortrag beginnt um 16:30 Uhr MESZ, am Abend folgt ein Investoren-Webcast um 19:00 Uhr MESZ.
Untersucht wurde die Studie INTerpath-001 bei Melanompatienten der Stadien IIb bis IV nach operativer Entfernung des Tumors. Der primäre Endpunkt, das rezidivfreie Überleben, wurde laut den Ergebnissen aus dem August erreicht. Offen sind die Größe des Effekts und das Gesamtüberleben.
Genau darauf richtet sich der Blick. Fällt der Effekt groß aus, könnte das die hohe Bewertung stützen. Enttäuschen die Details, droht der Kurs den Aufschlag der vergangenen Wochen abzugeben. Das heutige Minus passt zu einem Markt, der sich vor diesem Termin absichert.
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