Modine: Data-Center-Umsatz schießt 90 Prozent hoch
Modine verzeichnet dank starker Nachfrage bei Rechenzentrumskühlung ein Umsatzplus von 28 Prozent. Die Aktie reagiert mit einem deutlichen Kursanstieg.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzplus von 28 Prozent
- Rekordauftrag über 4 Milliarden Dollar
- Margen sinken wegen Lieferkettenproblemen
- Spin-off von Performance Technologies geplant
Das US-amerikanische Industrieunternehmen Modine Manufacturing hat die Geschäftszahlen für das erste Quartal des Fiskaljahres 2027 vorgelegt. Dabei konnte der Konzern insbesondere von der massiven Nachfrage im Bereich der Rechenzentrumskühlung profitieren. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds und operativer Hürden stieg der Nettoumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28 Prozent auf 874,1 Millionen US-Dollar. Im heutigen Handel erholt sich die Aktie deutlich und notiert bei 176,00 Euro, was einem Plus von 7,35 Prozent entspricht.
Rekordwachstum bei Kühllösungen für Rechenzentren
Der zentrale Wachstumstreiber für Modine bleibt das Segment Data Centers. Hier schoss der Umsatz um 90 Prozent auf 348,6 Millionen US-Dollar nach oben. Laut Unternehmensangaben trug dieser Bereich rund 85 Prozent zum gesamten Gewinnwachstum bei. Der Auftragseingang erreichte den dritten Rekordwert in Folge, wobei sich der Auftragsbestand innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt hat. Besonders hervorzuheben ist eine neue langfristige Kapazitätsvereinbarung mit einem großen Hyperscale-Kunden. Dieser Vertrag für Airedale-Kühllösungen hat ein Volumen von über 4 Milliarden US-Dollar und läuft von 2027 bis 2029.
Im Gegensatz dazu entwickelte sich das Segment Commercial HVAC ebenfalls positiv mit einem Umsatzplus von 22 Prozent auf 261,6 Millionen US-Dollar. Schwächer schnitt hingegen der Bereich Performance Technologies ab, dessen Erlöse um 3 Prozent auf 277,8 Millionen US-Dollar sanken. Trotz der operativen Erfolge verzeichnete das Papier eine volatile Woche. Seit Jahresbeginn weist der Titel dennoch eine beeindruckende Performance von 51,92 Prozent auf.
Margendruck durch Lieferketten und Personalwechsel
Während das Umsatzwachstum die Erwartungen erfüllte, standen die Gewinnmargen unter Druck. Die Bruttomarge sank von 24,2 Prozent im Vorjahr auf nun 20,8 Prozent. Modine führt dies vor allem auf anhaltende Probleme in der Lieferkette zurück, die die Produktion bei kritischen Zulieferern begrenzten. Die bereinigte EBITDA-Marge ging um 270 Basispunkte auf 12,2 Prozent zurück. Im Datencenter-Segment lag die Marge mit 14,8 Prozent ebenfalls unter dem Vorjahreswert von etwa 19 bis 20 Prozent.
Zusätzlich sorgte ein kurzfristiger Wechsel in der Führungsebene für Unruhe. Art Laszlo, der erst vor weniger als vier Monaten die Leitung des Datencenter-Geschäfts übernommen hatte, ist von seinem Posten zurückgetreten. CEO Neil Brinker wird das Segment vorübergehend leiten, während Michael Mahan als neuer Präsident für den Bereich Commercial HVAC eingesetzt wurde. Um den Lieferkettenengpässen zu begegnen, setzt das Management verstärkt auf vertikale Integration und langfristige Verträge mit Lieferanten.
Strategischer Umbau und Ausblick auf das Gesamtjahr
Modine treibt die Neuausrichtung des Portfolios konsequent voran. Der geplante Spin-off des Segments Performance Technologies im Rahmen eines Reverse Morris Trust mit dem Unternehmen Gentherm ist weiterhin auf Kurs. Aktionäre von Modine sollen nach Abschluss der Transaktion rund 40 Prozent am neuen Unternehmen halten. Zudem erwartet Modine eine Barzahlung in Höhe von 210 Millionen US-Dollar, die zur Schuldentilgung verwendet werden soll. Der Abschluss dieser Transaktion wird bis Ende des Kalenderjahres 2026 erwartet.
Die Analysten von KeyCorp senkten nach den Zahlen das Kursziel für die Aktie von 370 auf 280 US-Dollar, behielten jedoch ihre Einstufung auf „Overweight“ bei. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 1,53 US-Dollar über dem Marktkonsens. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 bestätigte Modine die Prognose eines Nettoumsatzwachstums zwischen 20 und 35 Prozent. Das bereinigte EBITDA soll in einer Spanne von 650 bis 680 Millionen US-Dollar liegen, was ein Wachstum von über 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeuten würde. Das Management rechnet zudem mit einer schrittweisen Margenverbesserung in den kommenden Quartalen.
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