MP Materials Aktie: 108,5 Millionen Dollar Umsatz
MP Materials verzeichnet dank robuster Quartalszahlen und günstiger Branchentrends deutliche Kursgewinne. Das Unternehmen treibt parallel den Ausbau seiner Seltenerdproduktion voran.

Kurz zusammengefasst
- Aktie steigt um 5,7 Prozent
- Umsatz wächst um 89 Prozent
- Ausbau der Anlage Mountain Pass
- Neuer Liefervertrag für Gadolinium
Die Aktie von MP Materials sprang am Freitag um 5,7 Prozent nach oben und setzte damit ihre Erholung der vergangenen Wochen fort. Auf Sieben-Tage-Sicht steht ein Plus von 15 Prozent, über 30 Tage sind es 19 Prozent.
Getragen wurde die Rally von einer breiten Sektorbewegung bei Industriemetall- und Bergbauwerten, ausgelöst durch Medienberichte über mögliche neue US-Zölle auf ausländische Drohnen und kritische Komponenten sowie über erweiterte Verteidigungsbeschaffungen für Abfangraketen.
Zusätzlichen Rückenwind lieferte die Ankündigung des Unternehmens, im August mit dem Ausbau der Anlage in Mountain Pass zu beginnen. Dort sollen künftig Magnetrecycling sowie zusätzliche Kapazitäten für die Trennung und Veredelung schwerer Seltenerdmetalle entstehen. Der Schritt fügt sich in eine Reihe operativer Meilensteine, die MP Materials in den vergangenen Wochen präsentiert hat.
Starke Quartalszahlen als Fundament
Den eigentlichen Auslöser der jüngsten Stärke lieferten die Zahlen zum zweiten Quartal, die das Unternehmen am 6. August veröffentlichte. Der Umsatz kletterte auf 108,5 Millionen US-Dollar, ein Plus von 89 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich über der Konsensschätzung von 95,9 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA drehte von minus 12,5 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal auf plus 28,5 Millionen US-Dollar.
Der bereinigte Nettoverlust lag bei 2,1 Millionen US-Dollar beziehungsweise minus 0,01 US-Dollar je Aktie und traf damit die Erwartungen der Analysten.
Auf der Produktionsseite meldete das Management für das zweite Quartal eine NdPr-Produktion von 840 Tonnen, ein Anstieg von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem Verkaufsvolumen von 1.006 Tonnen, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahresquartal. Für das dritte Quartal stellte das Unternehmen eine NdPr-Produktion von über 1.000 Tonnen in Aussicht.
Auf der Wachstumskonferenz von Canaccord Genuity nannte Finanzchef Ryan Corbett zudem ein Ziel von 6.075 Tonnen NdPr auf Jahresbasis bis Ende 2026; die Trennung schwerer Seltenerden wie Dysprosium und Terbium befinde sich derzeit in der Inbetriebnahmephase.
Neue Verträge und volle Kassen
Neben dem operativen Fortschritt sorgte ein neuer Liefervertrag für separiertes Gadolinium mit einem nicht namentlich genannten US-Kunden aus der Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsbranche für Aufmerksamkeit. Der mehrjährige Vertrag soll nach Unternehmensangaben einen Wert im neunstelligen Bereich erreichen.
Parallel dazu startete MP Materials mit „Project Swarm“ eine Initiative, die künftige Magnetnachfrage von US- und alliierten Drohnenherstellern bündeln und standardisieren soll; mehrere Teilnehmer haben bereits entsprechende Abnahmevereinbarungen unterzeichnet.
Finanziell steht das Unternehmen breit aufgestellt da: Zum 30. Juni verfügte MP Materials über 1,45 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln und kurzfristigen Investments, während die Investitionsplanung für das Gesamtjahr bei 500 bis 600 Millionen US-Dollar bestätigt wurde.
Zusätzliche 17,6 Millionen US-Dollar verbuchte das Unternehmen im zweiten Quartal aus einer Preisschutzvereinbarung mit staatlichen Partnern, die einen NdPr-Preisboden von 110 US-Dollar je Kilogramm garantiert.
Am 13. August bekräftigte Barclays seine Kaufempfehlung für die Aktie mit einem Kursziel von 65 US-Dollar und verwies dabei auf die sich verfestigende Lieferkettenerzählung des Unternehmens rund um Seltenerdmetalle und Magnete nach dem Gewinnübertreffen im zweiten Quartal.
Zacks Investment Research stufte die Aktie zuletzt als „Hold“ ein und verwies auf einen Umsatzanstieg von 68 Prozent im ersten Halbjahr auf 199 Millionen US-Dollar bei weiterhin bestehendem GAAP-Verlust.
Bewertung mit hoher Schwankungsbreite
Trotz der jüngsten Kurssprünge notiert die Aktie noch immer 44 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom Oktober vergangenen Jahres, während der Abstand zum 52-Wochen-Tief von Ende Juli bei 54 Prozent liegt.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 75 Prozent unterstreicht, wie nervös der Markt die Aktie weiterhin handelt. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Minus von 22 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass die operative Wende erst begonnen hat, ihre Wirkung auf die Bewertung zu entfalten.
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