Die Aktie von MP Materials hat die Handelswoche mit einem kräftigen Plus von rund 11 % beendet und schloss nahe 62 US‑Dollar. Auffällig: Der Kursanstieg fiel genau in die Zeit größerer Insiderverkäufe und eines leicht gesenkten Kursziels durch Deutsche Bank. Treibt hier eher fundamentale Stärke oder geopolitische Fantasie den Kurs?
Insiderverkäufe im Fokus
Am Donnerstag hat CEO James Litinsky laut Pflichtmitteilung 272.600 Aktien von MP Materials veräußert.
Die wesentlichen Eckdaten:
- Verkaufsdatum: 8. Januar 2026
- Durchschnittlicher Verkaufskurs: 64,17 US‑Dollar
- Verkaufsvolumen: rund 17,49 Mio. US‑Dollar
- Rahmen: Vorgeplanter Rule‑10b5‑1‑Verkaufsplan (aufgesetzt am 16. September 2025)
Trotz der Transaktion bleibt Litinsky klar größter Anteilseigner. Über einen Trust hält er weiterhin 12.805.965 Aktien, aktuell rund 821 Mio. US‑Dollar wert.
Der Schritt fügt sich in eine Serie von Insiderverkäufen ein: Bereits im Dezember 2025 hatte CFO Ryan Corbett Aktien im Wert von rund 2,29 Mio. US‑Dollar abgestoßen.
Gleichzeitig hat Deutsche Bank am Freitag ihr Bewertungsmodell angepasst. Das Institut senkte das Kursziel leicht von 71 auf 69 US‑Dollar, bestätigte aber die Kaufempfehlung und signalisiert damit weiterhin Vertrauen in die langfristigen Perspektiven des Seltene‑Erden‑Produzenten.
Geopolitik treibt Kursfantasie
Trotz der Insiderverkäufe legte die Aktie am Freitag um etwa 1,5 % zu und summierte sich über die Woche auf ein Plus von mehr als 11 %. Der Impuls kam weniger aus unternehmensspezifischen Nachrichten, sondern aus einem deutlichen Anstieg geopolitischer Spekulationen in Washington.
Im Zentrum steht die Frage, wie die USA ihre Lieferketten für kritische Rohstoffe unabhängiger von China machen. Berichte über ein mögliches Interesse der USA an venezolanischen Rohstoffvorkommen heizten die Diskussion an. Venezuela verfügt Schätzungen zufolge über rund 300.000 Tonnen Seltenerden, darunter schwere Elemente wie Dysprosium und Terbium – Stoffe, die im US‑Vorkommen Mountain Pass von MP Materials kaum vorkommen, da dort vor allem leichte Seltene Erden wie Neodym gefördert werden.
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Anleger setzen darauf, dass MP Materials als führender US‑Akteur bei Seltenen Erden eine Schlüsselrolle einnehmen könnte, sollten neue nicht‑chinesische Quellen durch US‑Politik erschlossen werden. Diese Fantasie erhielt zusätzlichen Schub, als Präsident Donald Trump am Freitag erneut die strategische Bedeutung Grönlands betonte und davon sprach, die USA müssten die Insel „besitzen“, um chinesischen und russischen Einfluss zurückzudrängen. Grönland gilt als reich an unerschlossenen Rohstoffvorkommen.
Fundamentaldaten und Marktstimmung
Operativ bewegt sich der Sektor der Seltenen Erden in einem Umfeld, in dem politische Entscheidungen teils wichtiger sind als klassische Angebots‑/Nachfrage‑Mechaniken. MP Materials erzielte im dritten Quartal 2025 Umsätze von 53,55 Mio. US‑Dollar und übertraf damit die Erwartungen, wies je Aktie aber einen Verlust von –0,10 US‑Dollar aus.
Der jüngste Insiderverkauf zu rund 64,17 US‑Dollar markiert ein lokales Kursniveau, auf dem das Management offenbar Gewinne realisiert. Gleichzeitig preist der Markt einen deutlichen geopolitischen Aufschlag ein, der vor allem auf der Erwartung einer „Trump‑Trade“-Prämie basiert: Die aktuelle US‑Rohstoffpolitik könnte MP Materials als strategischen Partner aufwerten.
Auf institutioneller Seite zeigt sich ein gemischtes Bild. Fonds mit Fokus auf strategische Metalle und Rohstoffe verzeichnen Zuflüsse, während andere aktive Manager eher Gewinne mitnehmen. So meldete Benjamin Edwards Inc. im dritten Quartal 2025 eine Reduktion seiner Beteiligung an MP Materials um 27,9 %.
Ausblick: Politik als Kurstreiber
Für die kommenden Wochen steht weniger ein konkretes Unternehmensereignis als vielmehr der politische Nachrichtenfluss im Mittelpunkt. Die zentrale Frage ist, ob die laute geopolitische Rhetorik der US‑Regierung in konkrete Maßnahmen mündet, von denen MP Materials direkt profitiert – etwa durch neue Förder‑ oder Verarbeitungspartnerschaften außerhalb Chinas.
Aktuell liegt der Analystenkonsens bei einem „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 78,91 US‑Dollar. Ausgehend vom Kursniveau um 62 US‑Dollar entspricht dies einem theoretischen Aufwärtspotenzial von etwa 27 %, trotz der leichten Zielkürzung durch Deutsche Bank.
Kurzfristig dürfte die Marke um 60 US‑Dollar als wichtige Unterstützung gelten. Auf der Oberseite fungiert das Niveau um den jüngsten Verkaufskurs des CEO bei etwa 64 US‑Dollar als naheliegende Hürde, da dort laut Marktlogik weitere Gewinnmitnahmen einsetzen könnten. Bis zur nächsten Quartalszahlenveröffentlichung – für die noch kein Termin feststeht – bleibt die Aktie damit besonders anfällig für neue Schlagzeilen zur US‑Rohstoff‑ und Handelspolitik.
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