MP Materials Aktie: Veredelungs-Verluste?
Höhere Anlaufkosten belasten das Ergebnis, während Umsatz und Neodym-Praseodym-Produktion im zweiten Quartal zulegen.

Kurz zusammengefasst
- Morgan Stanley reduziert Kursziel auf 66 US-Dollar
- Quartalsumsatz steigt um 89 Prozent
- Betriebsverlust beträgt 32 Millionen US-Dollar
- Neodym-Praseodym-Produktion erreicht 840 Tonnen
Ein verhaltenerer Ausblick des Analysehauses Morgan Stanley hat die Aktie von MP Materials belastet. Die US-Investmentbank senkte gestern ihr Kursziel für das Bergbauunternehmen auf 66 US-Dollar, behielt ihre Einstufung auf „Overweight“ jedoch bei. Im gestrigen Handel schloss das Papier mit einem Minus von 4,5 Prozent bei 41,15 Euro.
Die Anpassung spiegelt eine vorsichtigere Haltung der Analysten gegenüber dem Rohstoffsektor wider. Während das Bankhaus bei Edelmetallen weiteres Potenzial sieht, mahnt es bei Industriemetallen angesichts voller Bewertungen zur Zurückhaltung. Zeitgleich geriet gestern auch das breitere Segment für Seltene Erden unter Verkaufsdruck.
Umbau der Wertschöpfungskette fordert Tribut
Trotz der Zurückhaltung am Markt treibt das Unternehmen seinen Ausbau voran. Im zweiten Quartal kletterte der Konzernumsatz auf 108,5 Millionen US-Dollar, was einem Zuwachs von 89 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Betriebsverlust lag im selben Zeitraum bei 32 Millionen US-Dollar.
Die finanzielle Belastung resultiert vor allem aus den hohen Anlaufkosten für die neuen Verarbeitungsstufen. Der Übergang vom reinen Förderbetrieb hin zur vollständigen Veredelung erfordert erhebliche Vorabinvestitionen.
MP Materials hatte den Export von Rohkonzentrat nach China im vergangenen Jahr vollständig beendet, um die Weiterverarbeitung im Inland zu halten. Diese strategische Entscheidung schützt vor geopolitischen Risiken, drückt während der Hochlaufphase jedoch auf die Ertragskraft.
Zuwächse in der Produktion und langfristige Abnahmen
Auf operativer Ebene verzeichnet der Konzern spürbare Fortschritte bei der Veredelung. Die Produktion von Neodym-Praseodym erreichte im zweiten Quartal 840 Tonnen. Für das dritte Quartal stellt das Management eine Fördermenge von mehr als 1.000 Tonnen in Aussicht, während noch im laufenden Jahr die Gewinnung schwerer Seltener Erden wie Terbium und Dysprosium anlaufen soll.
Zusätzlichen Rückhalt bieten langfristige Vereinbarungen mit industriellen Abnehmern. Für das Werk in Fort Worth hat der Automobilkonzern General Motors bereits erste Magnetmuster zur Zertifizierung erhalten. Kommerzielle Lieferungen sollen nach Unternehmensangaben im Schlussquartal beginnen.
Flankiert wird der Expansionskurs durch die Zusammenarbeit mit dem US-Verteidigungsministerium, das den Ausbau der heimischen Kapazitäten mit Fördermitteln und Mindestpreisen absichert. Neben Morgan Stanley hatte Anfang Oktober auch das Analysehaus Robert W. Baird eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Im Branchenschnitt verbleibt das Votum der Marktbeobachter bei einer moderaten Kaufempfehlung mit einem durchschnittlichen Kursziel von 75 US-Dollar.
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