MSCI World ETF: 0,76 Prozent bis zum Rekordhoch
Enttäuschende US-Jobzahlen beflügeln den MSCI World ETF, der nur knapp unter seinem Rekordhoch schließt. Anleger setzen auf eine lockere Fed-Politik.

Kurz zusammengefasst
- US-Arbeitsmarkt enttäuscht mit Stellenabbau
- Zinssenkungsfantasie treibt globale Aktien
- Starke Gewinnsaison stützt Kursniveau
- Inflationsdaten als nächster Zinstest
Schwache Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben am Freitag ausgerechnet den Aktien einen Schub gegeben. Der MSCI World ETF schloss bei 210,47 US-Dollar, ein Tagesplus von 0,88 Prozent. Damit fehlen nur noch 0,76 Prozent bis zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 212,08 Dollar.
Der Grund: Investoren wetten nun stärker auf eine lockerere Geldpolitik der US-Notenbank.
Überraschender Stellenabbau löst Kursrally aus
Das US Bureau of Labor Statistics veröffentlichte am Freitag den Arbeitsmarktbericht für Juli. Das Ergebnis überraschte alle. Analysten hatten mit einem Plus von rund 80.000 bis 83.000 Stellen gerechnet. Tatsächlich baute die US-Wirtschaft 23.000 Jobs ab.
Die Marktteilnehmer lasen daraus ein klares Signal: Die Federal Reserve könnte ihren Straffungskurs pausieren. Manche Investoren spekulieren sogar auf eine deutlich lockerere Haltung bei der nächsten Sitzung im September. Die Folge: Die Anleiherenditen fielen, und Aktien aus entwickelten Märkten legten breit zu.
Technologiewerte und zyklische Konsumgüter profitierten besonders stark von den neuen Zinserwartungen. Beide Sektoren enthalten viele wachstumsstarke Unternehmen mit langfristigen Bewertungsmodellen. Niedrigere Zinsen erhöhen deren Barwert überdurchschnittlich.
Starke Gewinnsaison stützt die Kurse zusätzlich
Neben der Zinsfantasie liefert auch die laufende Berichtssaison Rückenwind. Rund 808 Unternehmen aus dem zugrunde liegenden Index haben bereits Zahlen vorgelegt. Die addierten Gewinne kletterten im Jahresvergleich um 40,9 Prozent.
Etwa 75 Prozent dieser Unternehmen übertrafen die Erwartungen der Analysten. Das schafft ein fundamentales Polster für das aktuelle Kursniveau.
Die Nachfrage nach globalen Aktien bleibt hoch. In der Woche bis zum 5. August flossen weltweit 21,15 Milliarden Dollar netto in Aktienfonds — die elfte Woche in Folge mit Zuflüssen. US-spezifische Fonds verzeichneten dabei leichte Abflüsse. Internationale und breit aufgestellte Strategien aus entwickelten Märkten zogen dagegen weiter Kapital an.
Technisches Bild bleibt intakt
Der ETF notiert derzeit 9,70 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 191,85 Dollar. Das bestätigt den mittelfristigen Aufwärtstrend. Der 14-Tage-RSI liegt bei 67,0 — nahe der Überkauft-Schwelle, aber noch im grünen Bereich.
Die kommende Woche bringt einen Themenwechsel. Statt Arbeitsmarktdaten rückt nun die Preisstabilität in den Fokus. Der nächste US-Inflationsbericht gilt als entscheidender Test für die Zinspolitik der Fed.
Da US-Aktien im Index stark gewichtet sind, dürfte jede Abweichung von den Inflationserwartungen direkten Einfluss auf den Kurs haben. Bleibt die Fed auf Lockerungskurs, könnte der ETF sein bisheriges Allzeithoch von Juni noch in den kommenden Tagen überwinden.
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