MSD Aktie: Prognose angehoben, Gewinn sinkt
Höhere Forschungs- und Vertriebskosten drücken den Gewinn, während MSD die Umsatzspanne für 2026 nach oben anpasst.

Kurz zusammengefasst
- Quartalsumsatz steigt auf 18,1 Milliarden Dollar
- Bereinigter Gewinn je Aktie geht zurück
- Winrevair-Umsatz wächst um 93 Prozent
- FDA prüft sac-TMT-Antrag beschleunigt
MSD hat im dritten Quartal mehr umgesetzt, aber weniger verdient. Der Konzern hob dennoch die Mitte seiner Umsatzprognose an. Die Zahlen zeigen, wie teuer der Umbau hin zur Zeit nach Keytruda wird.
Umsatz wächst, Gewinn gibt nach
Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 18,1 Milliarden Dollar. Keytruda samt der neuen subkutanen Variante Qlex steuerte 8,6 Milliarden Dollar bei, ein Plus von sechs Prozent. Winrevair, das Mittel gegen Lungenhochdruck, legte um 93 Prozent auf 694 Millionen Dollar zu. Die Tiergesundheit wuchs um vier Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar.
Beim Gewinn sieht es anders aus. Unter dem Strich blieben 5,07 Milliarden Dollar oder 2,04 Dollar je Aktie, nach 2,32 Dollar im Vorjahresquartal. Bereinigt waren es 2,49 Dollar, nach 2,58 Dollar. Analysten hatten bereinigt mit rund 2,09 Dollar gerechnet; die Zahl ist allerdings nicht eins zu eins vergleichbar, weil der Konzern seine Kennziffer anders abgrenzt.
Die Gründe liegen auf der Kostenseite. Die Forschungsausgaben stiegen deutlich, auch wegen einer Einmalbelastung von 400 Millionen Dollar für eine Lizenzvereinbarung mit SciBrunch. Das macht 0,12 Dollar je Aktie aus. Hinzu kamen höhere Vertriebskosten für Produktstarts, mehr Zinsaufwand und höhere Abschreibungen auf immaterielle Werte. Die GAAP-Bruttomarge fiel auf 72,9 Prozent, nach 77,7 Prozent vor einem Jahr.
Prognose mit Einschränkung
Für 2026 erwartet MSD nun einen Umsatz zwischen 66,8 und 67,3 Milliarden Dollar. Der Konzern engt die Spanne ein und hebt die Mitte an. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll zwischen 2,77 und 2,82 Dollar liegen.
Dieser niedrige Wert erklärt sich durch gewaltige Einmalposten. Allein die Übernahmen von Cidara und Terns belasten das Jahr mit 3,62 beziehungsweise 2,31 Dollar je Aktie. Die SciBrunch-Lizenz war in der bisherigen Prognose noch nicht enthalten. Zum Vergleich: 2025 lag das bereinigte Ergebnis bei 8,98 Dollar je Aktie.
Pipeline soll Keytruda-Lücke schließen
Der Patentablauf von Keytruda im Jahr 2028 prägt die Debatte. Konzernchef Robert Davis verwies auf die jüngsten Daten vom Krebskongress ESMO. Dort lieferte der Wirkstoff sac-TMT bei Gebärmutterschleimhautkrebs positive Phase-3-Daten, die US-Zulassungsbehörde FDA nahm den Antrag zur beschleunigten Prüfung an. Das Zieldatum liegt beim 15. Juni 2027, MSD hofft auf eine frühere Entscheidung.
Der mit Moderna entwickelte Krebsimpfstoff Intismeran erreichte in Kombination mit Keytruda bei Melanomen die Studienziele. Marktbeobachter hatten sich vor den Zahlen etwas mehr erhofft, vor allem Klarheit zu Daten bei Nieren- und Blasenkrebs.
Vor der Veröffentlichung lag die Aktie bei etwa 141 Dollar, die Analysten-Kursziele im Schnitt bei knapp 160 Dollar. Wichtige Termine stehen bereits fest: Für den RSV-Antikörper Enflonsia setzte die FDA den 22. März 2027 als Entscheidungsdatum, für zwei HIV-Anträge zu Idvynso den 22. April 2027.
Stand heute, 29. Oktober: MSD – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in MSD investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 29. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.