Münchener Rück Aktie: 1,71 Milliarden Gewinn, 9,92% Minus
Munich Re steigert Quartalsgewinn auf 1,71 Mrd. Euro, Aktie fällt dennoch auf Jahrestief. Markt zweifelt an Wachstumsperspektiven.

Kurz zusammengefasst
- Konzernergebnis steigt auf 1,71 Milliarden Euro
- Aktienkurs fällt auf neues Jahrestief
- Versicherungsumsatz sinkt auf 15 Milliarden Euro
- Jahresziel von 6,3 Milliarden Euro bestätigt
Munich Re verdient deutlich mehr, die Aktie fällt trotzdem auf ein Jahrestief. Bei dem Rückversicherer prallen zwei Botschaften aufeinander: starke operative Erträge im ersten Quartal und Zweifel am Wachstum nach bewusstem Verzicht auf Neugeschäft. Genau dieser Gegensatz prägt die Reaktion am Markt.
Am Dienstag schloss die Aktie bei 472,40 Euro, binnen sieben Tagen steht ein Minus von 9,92 Prozent zu Buche. Seit Jahresanfang hat der Titel 13,95 Prozent verloren.
Gewinnkraft schlägt Umsatzdelle
Das Konzernergebnis stieg im Auftaktquartal auf rund 1,71 Milliarden Euro, nach etwa 1,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis kletterte auf 2,23 Milliarden Euro. Damit zeigt Munich Re, dass die Ertragsqualität im Bestand derzeit deutlich stärker wirkt als der Rückgang beim Umsatz.
Der versicherungstechnische Gewinn legte auf 2,7 Milliarden Euro zu. Die Eigenkapitalrendite erreichte 19,7 Prozent, nach 13,3 Prozent im Vorjahreszeitraum. Für einen Rückversicherer ist das ein klares Signal: Die Preisdisziplin zahlt sich aus, solange Großschäden moderat bleiben.
Der Versicherungsumsatz sank hingegen auf 15,0 Milliarden Euro, nach 15,8 Milliarden Euro im Vorjahr. Neben Währungseffekten durch den schwächeren US-Dollar spielte die selektivere Zeichnungspolitik eine Rolle. Finanzvorstand Andrew Buchanan verwies darauf, dass Munich Re bei den April-Erneuerungen bewusst auf Volumen verzichtet habe, wenn die Renditeanforderungen nicht erfüllt waren.
Kapital bleibt ein Puffer
Die Solvabilitätsquote lag Ende März bei 292 Prozent. Der Wert berücksichtigt bereits den Abzug des neuen Aktienrückkaufprogramms von bis zu 2,25 Milliarden Euro. Das verschafft dem Konzern Spielraum, auch wenn die Kapitalmärkte zuletzt unruhiger wurden.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Münchener Rück?
Die Hauptversammlung vom 29. April stimmte zudem einer Dividende von 24,00 Euro je Aktie zu. Für den Markt ist das wichtig, weil die Aktie trotz hoher Ausschüttungen unter Druck steht. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt inzwischen 12,34 Prozent.
Auch ERGO lieferte einen ordentlichen Beitrag. Das Erstversicherungssegment erzielte ein Nettoergebnis von 235 Millionen Euro, davon kamen 157 Millionen Euro aus Deutschland und 78 Millionen Euro aus dem internationalen Geschäft.
In der Schaden-Unfall-Rückversicherung blieb die Großschadenbelastung niedrig. Sie lag im ersten Quartal bei 108 Millionen Euro. Die Schaden-Kosten-Quote erreichte 66,8 Prozent, normalisiert waren es 80,3 Prozent.
Jahresziel bleibt ambitioniert
Für das Gesamtjahr peilt Munich Re weiter ein Konzernergebnis von 6,3 Milliarden Euro an. Der Versicherungsumsatz soll etwa 64 Milliarden Euro erreichen, die Rendite auf Kapitalanlagen mehr als 3,5 Prozent. Das Management setzt damit auf stabile Margen statt auf maximales Volumen.
Im ersten Quartal lag die Kapitalanlagerendite bei 2,9 Prozent. Das Kapitalanlageergebnis betrug 1,7 Milliarden Euro, belastet durch Fair-Value-Änderungen im Renten- und Aktienportfolio. Die Zahlen liefern operativ Rückenwind, der Kurs signalisiert jedoch Skepsis: Der Markt will sehen, dass weniger Volumen nicht nur kurzfristig höhere Margen bringt, sondern auch das Jahresziel trägt.
Münchener Rück-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Münchener Rück-Analyse vom 13. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Münchener Rück-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Münchener Rück-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Münchener Rück: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...