Münchener Rück Aktie: Goldener Moment erlebt!

Vor der Hauptversammlung entzündet sich Streit an der Personalie Wenning. Zudem stehen Rekorddividende und ein neuer Milliarden-Rückkauf an.

Eduard Altmann ·
Münchener Rück Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Streit um Wenning als Aufsichtsratschef
  • Rekorddividende von 24 Euro vorgeschlagen
  • Neues Aktienrückkaufprogramm über 2,25 Mrd. Euro
  • Prüferwechsel von EY zu KPMG geplant

Zwei Tage vor der 139. Hauptversammlung dreht sich bei der Münchener Rück die Debatte weniger um Zahlen als um Macht. Aufsichtsratschef Nikolaus von Bomhard will seinen Nachfolger schon jetzt festlegen — und hat dabei einen Kandidaten im Sinn, der nicht bei allen Investoren gut ankommt.

Von Bomhard wirbt für Wenning

Von Bomhard macht sich öffentlich für Ex-Vorstandschef Joachim Wenning stark. Wenning schied Ende 2025 nach fast neun Jahren an der Konzernspitze aus. In seiner Amtszeit verdoppelte die Münchener Rück ihr Jahresergebnis auf über sechs Milliarden Euro.

Zurückkehren könnte Wenning frühestens zur Hauptversammlung 2028 — nach Ablauf der gesetzlichen zweijährigen Abkühlungsphase. Von Bomhard will bereits am 29. April aktiv für ihn werben. Sein Argument: Der Aufsichtsrat brauche mindestens ein Mitglied, das das Geschäft von innen kennt.

Investoren und ISS bremsen

Stimmrechtsberater ISS warnt vor strukturellen Kontrollproblemen. Wer als CEO ein Unternehmen geführt hat, soll es nicht als Aufsichtsratschef überwachen — so die Logik. Andreas Thomae von Deka Investment bringt es auf den Punkt: Wenning als einfaches Aufsichtsratsmitglied sei akzeptabel, als Vorsitzender nicht.

Die Expertise ist unbestritten. Die Frage ist, ob sie den Preis für die Unabhängigkeit rechtfertigt.

Dividende, Rückkauf, Prüferwechsel

Neben der Governance-Debatte hat die Hauptversammlung ein volles Programm. Der Vorstand schlägt eine Rekorddividende von 24,00 Euro je Aktie vor — rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Ab dem 30. April wird die Aktie ex Dividende gehandelt, die Auszahlung folgt am 5. Mai.

Hinzu kommt ein neues Aktienrückkaufprogramm von bis zu 2,25 Milliarden Euro, das bis April 2027 laufen soll. Ferner empfiehlt der Aufsichtsrat einen Prüferwechsel: von EY zu KPMG, wirksam ab dem Geschäftsjahr 2026. KPMG war bis 2019 Abschlussprüfer — der Wechsel zurück ist eine direkte Folge der APAS-Strafen gegen EY nach dem Wirecard-Skandal.

Rüstungsinvestments über die MEAG

Abseits der Hauptversammlung geht die Munich Re Group einen neuen strategischen Schritt. Die konzerneigene Vermögensverwaltung MEAG startet gemeinsam mit Warburg Pincus die „European Defence Investment Initiative“. Die Plattform investiert in Unternehmen aus Verteidigung, Sicherheit und strategischer Infrastruktur in Europa. Eine Strategy&-Analyse schätzt die Finanzierungslücke der Bundeswehr bis 2035 auf 22 bis 117 Milliarden Euro — ein breites Feld für institutionelle Kapitalgeber.

Die Aktie notiert aktuell bei 551,80 Euro und liegt damit knapp neun Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 606,00 Euro. Für das laufende Jahr peilt der Konzern ein Ergebnis von 6,3 Milliarden Euro an — das wäre ein neuer Rekord. Die Erstquartalszahlen im Mai zeigen, wie realistisch dieser Kurs ist.

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Münchener Rück Aktie

551,40 EUR

– 5,20 EUR -0,93 %
KGV 11,82
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 4,29 %
Marktkapitalisierung 71,35 Mrd. EUR
ISIN: DE0008430026 WKN: 843002

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