Münchener Rück Aktie: Umsatzziel auf 38 Milliarden gesenkt

Trotz reduzierter Umsatzziele setzt der Rückversicherer auf Aktienrückkäufe und meldet zugleich ein deutliches Gewinnplus im zweiten Quartal.

Eduard Altmann ·
Münchener Rück Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktienrückkauf trotz gesenkter Prognose
  • Preisnachlässe belasten Umsatzausblick
  • Quartalsgewinn steigt um sechs Prozent
  • Neuer US-Deal im Pflegeversicherungsgeschäft

Der Rückversicherer Münchener Rück treibt sein Aktienrückkaufprogramm unbeirrt voran, während der Konzern gleichzeitig mit einer gesenkten Umsatzprognose kämpft. Zwischen dem 29. Juli und dem 6. August erwarb das Unternehmen 69.928 eigene Aktien – ein klares Signal, dass der Vorstand trotz Gegenwind an der Aktie festhält.

Preisdruck bei Erneuerungen belastet Ausblick

Vorstandschef Christoph Jurecka hatte am vergangenen Freitag die Umsatzprognose für die Rückversicherungssparte 2026 auf 38 Milliarden Euro gesenkt, zwei Milliarden Euro weniger als bisher geplant. Grund waren weitere Preisabschläge bei der jüngsten Vertragserneuerung. Trotzdem bekräftigte Jurecka, Münchener Rück sei „auf sehr gutem Weg“ zu ihrem Jahresgewinnziel von 6,3 Milliarden Euro.

Die Zahlen für das zweite Quartal untermauern diesen Optimismus. Der Rückversicherer verdiente rund 2,2 Milliarden Euro und damit über sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Sehr geringe Großschäden im Schaden- und Unfallgeschäft sowie starke Erträge aus dem Aktiengeschäft trugen dazu bei. Der Gewinn je Aktie stieg auf 17,50 Euro von 15,94 Euro im Vorjahr, der Umsatz legte um 6,38 Prozent auf 18,64 Milliarden Euro zu.

Neues Geschäft in den USA

Parallel zur laufenden Preisdiskussion baut Münchener Rück ihr Geschäft mit biometrischen Risiken aus. Manulife Financial Corporation vereinbarte, das biometrische Risiko eines Blocks von Pflegeversicherungspolicen mit Rückstellungen von 3,2 Milliarden Dollar an die Tochtergesellschaft Munich American Reassurance Company zu übertragen.

Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Solche Long-Term-Care-Deals gelten als Wachstumsfeld für Rückversicherer, bringen aber angesichts steigender Katastrophenschäden auch neue Risikoaspekte mit sich.

Analysten uneinig über Kursziel

Die Privatbank Berenberg beließ ihre Einstufung für Münchener Rück am Montag nach der gesenkten Umsatzprognose bei „Hold“, mit einem Kursziel von 565 Euro. Das aktuelle Kursniveau von 513,40 Euro liegt damit deutlich unter dieser Zielmarke, was auf verbleibendes Aufwärtspotenzial aus Sicht der Bank hindeutet.

Die Aktie bewegt sich derzeit knapp vier Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 494,53 Euro, notiert aber gut ein Zehntel unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 575,40 Euro, das im Oktober erreicht wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 8,7 Prozent zu Buche. Der RSI von 52,8 signalisiert derzeit keine extreme Über- oder Unterbewertung.

Investoren im Wandel

Auch auf der Aktionärsseite bewegt sich etwas: Die französische Fondsgesellschaft Amundi hat ihre Beteiligung reduziert und die gesetzliche Meldeschwelle von drei Prozent unterschritten. Nach einer veröffentlichten Stimmrechtsmitteilung lag der Anteil am 3. August bei 2,97 Prozent. Ob dahinter eine strategische Neuausrichtung oder reine Portfoliopflege steht, ließ die Mitteilung offen.

Für Anleger bleibt die Gemengelage ambivalent: Auf der einen Seite drückt der Preisrückgang bei Rückversicherungsverträgen auf die Wachstumsaussichten, auf der anderen Seite untermauern robuste Quartalsgewinne, das laufende Rückkaufprogramm und neue Geschäftsfelder wie der Manulife-Deal das Vertrauen des Managements in die Ertragskraft des Konzerns.

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Münchener Rück Aktie

513,60 EUR

– 1,80 EUR -0,35 %
KGV 9,57
KUV 1,03
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 4,64 %
Marktkapitalisierung 64,74 Mrd. EUR
Ø Kursziel 552,13 EUR
ISIN: DE0008430026 WKN: 843002

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