Mutares Aktie: Expansion in USA

Der Private-Equity-Investor Mutares schließt die Akquisition von Greer Steel ab und hat zahlreiche weitere Transaktionen für das laufende Jahr angekündigt. Das Geschäftsmodell zeigt mit dem Exit bei Steyr Motors seine Erfolgsfähigkeit.

Kurz zusammengefasst:
  • Übernahme des US-Stahlverarbeiters Greer Steel abgeschlossen
  • Volle Transaktionspipeline mit mehreren Deals für 2026
  • Erfolgreicher Exit bei Steyr Motors mit hoher Rendite
  • Konzernumsatz und EBITDA im Neunmonatszeitraum stark gestiegen

Mutares startet mit Tempo ins neue Jahr. Der Private-Equity-Investor schließt nicht nur die Übernahme des US-Stahlverarbeiters Greer Steel ab, sondern hat auch eine prall gefüllte Transaktionspipeline für 2026. Die zentrale Frage: Tragen die vielen Deals das Geschäftsmodell – oder wächst das Risiko mit?

Strategischer Schritt nach Nordamerika

Mit Greer Steel sichert sich Mutares einen Zugang zum nordamerikanischen Markt für kaltgewalzten Bandstahl. Das Unternehmen aus Dover, Ohio, beliefert vor allem die Automobil- und Industriebranche und ergänzt damit das bestehende Engineering & Technology-Segment.

Mutares

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Wesentliche Eckpunkte der Übernahme:

  • Produktionsvolumen 2024: über 18.000 Tonnen
  • Umsatzschwerpunkt: 96 % USA, 4 % Kanada
  • Mitarbeiterzahl: rund 110 Beschäftigte
  • Kundenstruktur: etwa 60 % Automobilsektor

Greer Steel verfügt über moderne Kapazitäten für Kaltwalzen, Wasserstoffglühen, Beizen und Schlitzen und deckt ein breites Spektrum von Hochkohlenstoff- bis legierten Stählen ab. Für Mutares ist das ein Plattforminvestment, das sowohl regionale Präsenz als auch Branchenfokus stärkt.

Transaktionsserie zum Jahresende

Die Greer-Steel-Übernahme steht nicht allein. Bereits im Dezember 2025 meldete Mutares eine auffällige Dichte an Corporate News und bestätigte damit den Ruf als sehr aktiver Transaktionsspezialist.

Zu den gemeldeten Schritten zählen:

    1. Dezember: Verkaufsvereinbarung für Conexus an ATS (Umsatz: 104 Mio. Euro, EBITDA: 8 Mio. Euro)
    1. Dezember: Abschluss der HSR/HST-Übernahme für Amaneos China
    1. Dezember: Vereinbarung zur Übernahme des Gas-Solutions-Geschäfts von Wärtsilä (Umsatz: 300 Mio. Euro)
    1. Dezember: Reduktion der Terranor-Beteiligung auf 57 %
    1. Dezember: Angebot für Venator Ultramarine Blue Pigments (Umsatz: 35 Mio. Euro)

Das Muster ist klar: Zukäufe in Sondersituationen, der Ausbau bestehender Plattformen und selektive Exits laufen parallel. Die Aktie spiegelt diese Dynamik wider. Zuletzt lag der Kurs mit 29,85 Euro zwar leicht unter dem Vortag, aber rund 20 % über dem 52-Wochen-Tief und knapp 7 % über dem 50-Tage-Durchschnitt – nach wie vor mit spürbarem Abstand zum Hoch bei 46 Euro.

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Steyr Motors: Beleg für das Modell

Wie das Mutares-Modell im Erfolgsfall aussehen kann, zeigt der Exit bei Steyr Motors. Der Motorenhersteller wurde im vierten Quartal 2022 übernommen und in weniger als drei Jahren auf Wachstum, Profitabilität und positiven Free Cashflow getrimmt.

Im November 2025 verkaufte Mutares die restlichen 23 % an institutionelle Investoren. Über die gesamte Haltedauer erzielte die Beteiligungsgesellschaft Bruttoerlöse von mehr als 170 Mio. Euro. Der Return on Invested Capital lag deutlich über dem eigenen Zielkorridor und unterstreicht, wie stark gelungene Turnaround-Cases auf die Ergebnisebene durchschlagen können.

Zahlen: Dynamisches Wachstum und Sondereffekte

Die Neun-Monats-Zahlen 2025 liefern den zahlenmäßigen Unterbau für die hohe Transaktionsaktivität. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein deutliches Wachstum:

  • Holding-Nettoergebnis 9M 2025: 83,5 Mio. Euro (9M 2024: 53,5 Mio. Euro; +56 %)
  • Konzernumsatz 9M 2025: 4.725,3 Mio. Euro (9M 2024: 3.892,8 Mio. Euro; +21 %)
  • EBITDA 9M 2025: 720,3 Mio. Euro (9M 2024: 170,3 Mio. Euro; +323 %)
  • Adjusted EBITDA 9M 2025: -62,5 Mio. Euro (9M 2024: -16,5 Mio. Euro)

Die Kombination aus stark steigendem EBITDA und negativem bereinigtem EBITDA ist typisch für das Mutares-Modell. Hintergrund sind sogenannte bargain purchase gains aus Akquisitionen, die auf Holding-Ebene für ein klar positives Nettoergebnis sorgen, obwohl die neu übernommenen Einheiten operativ oft Zeit brauchen, um nachhaltig profitabel zu werden.

Pipeline 2026: Weitere Abschlüsse in Sicht

Bereits angekündigte Transaktionen sollen im ersten Halbjahr 2026 umgesetzt werden und die Entwicklung weiter prägen:

  • Gas Solutions von Wärtsilä (Closing geplant im ersten Halbjahr 2026)
  • Venator Ultramarine Blue Pigments (geplantes Closing im ersten Quartal 2026)
  • Abschluss des Conexus-Verkaufs an ATS (ebenfalls im ersten Quartal 2026 erwartet)

Damit bleibt die Gesellschaft klar auf Wachstum über Zukäufe und Veräußerungen ausgerichtet. Für die Aktie bedeutet dies: Die nächsten potenziellen Werttreiber sind zeitlich bereits absehbar, zugleich hängt die weitere Kursentwicklung davon ab, ob aus den vielen Transaktionen weitere Steyr-Motors-Erfolge entstehen.

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