Mutares Aktie: Steinmüller-Wette!
Mutares schloss einen Energie-Zukauf ab, prüft einen Nord-Gas-Exit und erhielt ein Angebot für Lapeyre; beide Verkäufe sind offen.

Kurz zusammengefasst
- Steinmüller-Übernahme von IHI abgeschlossen
- Sonneberger Standort soll über 200 Jobs erhalten
- Börsengang von Nord Gas wird geprüft
- Lapeyre-Mehrheitsverkauf für 2026 angestrebt
Zwischen Zukäufen im Energiebereich und möglichen Verkäufen etablierter Tochtergesellschaften treibt Mutares den Umbau des Portfolios voran. Der Münchner Investor setzt dabei auf eine Kombination aus Restrukturierungsschritte und strategischen Exit-Pfaden. An der Börse schloss die Aktie den gestrigen Handelstag mit einem Zuwachs von 0,8 Prozent bei 25,10 Euro, notiert seit Jahresanfang allerdings 16 Prozent im Minus.
Zukäufe und Restrukturierung im Portfolio
Im Zentrum der Zukäufe stand die Verstärkung des Segments Energy & Technology. Mutares schloss die Übernahme von Steinmüller Engineering von der IHI Corporation ab. Das Unternehmen, das künftig als Plattforminvestment geführt wird, wies im vergangenen Geschäftsjahr eine Gesamtleistung von nahezu 100 Millionen Euro aus.
Parallel dazu gestaltete sich die Sanierung im Bereich der Automobilzulieferer operativ anspruchsvoll. Vor gut drei Wochen übernahm die neu gegründete MoldTecs Germany GmbH den Standort Sonneberg des insolventen Zulieferers Moldtecs im Rahmen einer übertragenden Sanierung, wie das Branchenmagazin Automobil Industrie berichtete. Dadurch sollen mehr als 200 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Die bisherige Altgesellschaft wird liquidiert, während der Standort Bad Harzburg nicht fortgeführt wird.
Strategische Optionen bei Nord Gas Solutions
Gleichzeitig forciert die Beteiligungsgesellschaft Verwertungsoptionen für gewachsene Portfolioeinheiten. Vor gut einer Woche legte Mutares Geschäftszahlen für Nord Gas Solutions vor. Die Tochtergesellschaft erwirtschaftete in den ersten neun Monaten 2026 einen Umsatz von rund 459 Millionen Euro und ein bereinigtes EBITDA von 43 Millionen Euro. Der Auftragsbestand lag zum 30. September 2026 bei 880 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr 2026 stellt Nord Gas Solutions einen Umsatz von über 575 Millionen Euro sowie ein bereinigtes EBITDA von rund 50 Millionen Euro in Aussicht. Vor diesem Hintergrund evaluiert Mutares strategische Exit-Pfade, darunter einen potenziellen Börsengang im nordeuropäischen Raum. Eine Entscheidung darüber ist noch offen.
Geplanter Teilverkauf bei Lapeyre
Auch beim französischen Handelsunternehmen Lapeyre zeichnet sich eine Neuausrichtung ab. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP liegt Mutares seit rund zwei Wochen ein unwiderrufliches Angebot einer Gruppe italienischer Unternehmer vor. Die Offerte zielt auf den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung ab.
Gemäß den Plänen soll Mutares eine Minderheitsbeteiligung behalten und die operative Neuausrichtung weiter begleiten. Der Vollzug der Transaktion wird für das vierte Quartal 2026 angestrebt.
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