Mutares Aktie: Ungemach nicht ausgeschlossen?

Mutares kämpft mit schrumpfendem Eigenkapital und einem neuen Kurs-Tief. Die Hauptversammlung im Juli entscheidet über die Dividendenfähigkeit für 2025.

Dieter Jaworski ·
Mutares Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktie fällt auf neues 52-Wochen-Tief
  • Covenant-Bruch durch Gläubiger abgesegnet
  • Hauptversammlung entscheidet über Dividende
  • Zwei Magna-Übernahmen geplant

Hohe Ausschüttungen in Aussicht stellen, während das Eigenkapital schrumpft — bei Mutares prallen derzeit zwei Welten aufeinander. Der Münchner Beteiligungskonzern navigiert durch eine angespannte Bilanzlage. Kürzlich mussten die Anleihegläubiger sogar einen Covenant-Bruch absegnen. Nun fordert der Markt belastbare Fakten.

Der Aktienkurs spiegelt die Nervosität wider. Am Freitag rutschte das Papier auf ein neues 52-Wochen-Tief von 23,60 Euro ab. Allein im vergangenen Monat summieren sich die Verluste auf über 26 Prozent. Das drückt die Bewertung und treibt die rechnerische Dividendenrendite auf rund acht Prozent.

Mutares verfolgt traditionell eine aggressive Ausschüttungspolitik. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2024 steht eine Dividende von 2,00 Euro je Aktie im Raum. Ob das Unternehmen dieses Niveau auch künftig halten kann, debattieren Aktionäre auf der Hauptversammlung am 3. Juli. Dort steht die generelle Dividendenfähigkeit für 2025 zur Abstimmung.

Der 28. April bringt Gewissheit

Zunächst richtet sich der Blick auf den 28. April. An diesem Tag liefert das Management die neuen Aktien aus der jüngsten Bezugstranche aus. Im gleichen Schritt veröffentlicht das Unternehmen den testierten Jahresbericht. Dieser liefert das ungeschönte Bild der Verschuldung.

Zuvor hatte das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital die in den Anleihebedingungen fixierte Obergrenze gerissen. Negative Bewertungseffekte und gestiegene Leasingverbindlichkeiten belasteten die Struktur. Ein sogenannter Waiver der Gläubiger verschaffte dem Management zwar Luft. Das zugrundeliegende strukturelle Problem verlangt nun nach einer langfristigen Lösung.

Zukäufe sollen Automotive-Sparte stärken

Parallel zur Bilanzreparatur kauft Mutares weiter zu. Zwei frische Übernahmen vom Zulieferer Magna sollen bis Mitte 2026 abgeschlossen werden. Zusammen bringen die Sparten einen Jahresumsatz von rund 320 Millionen US-Dollar mit.

Das europäische Beleuchtungsgeschäft integrieren die Münchner in ihre bestehende Amaneos-Holding. Die Car-Top-Systeme wandern in die HiLo Group. Diese Verdichtung der Plattformen folgt einem klaren Muster. Mehr Systemtiefe macht die Töchter für Automobilhersteller relevanter und bereitet spätere Verkäufe vor.

Blick auf das laufende Jahr

Operativ gibt sich der Vorstand zuversichtlich und bestätigt die Jahresziele. Für das laufende Jahr rechnet Mutares mit Erlösen von bis zu 9,1 Milliarden Euro. Der Holding-Gewinn soll die Marke von 165 Millionen Euro überschreiten.

Ob die Strategie aus Zukäufen und Schuldenabbau im Alltag funktioniert, belegt der nächste Pflichttermin. Am 12. Mai präsentiert Mutares die Zahlen für das erste Quartal. Spätestens dann verlangt der Kapitalmarkt konkrete Beweise für sinkende Verbindlichkeiten.

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Mutares Aktie

25,05 EUR

+ 0,15 EUR +0,60 %
KGV 15,59
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 8,03 %
Marktkapitalisierung 543,54 Mio. EUR
ISIN: DE000A2NB650 WKN: A2NB65

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