Mutares: Anleihen auf 250–300 Millionen reduzieren

Mutares hat die Bezugsrechtskapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen und plant nun den Rückkauf von Anleihen zur Verbesserung der Bilanzkennzahlen.

Felix Baarz ·
Mutares Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kapitalerhöhung zu 96 Prozent gezeichnet
  • Rückkauf von Anleihen ab Q2 2026 geplant
  • Jahresüberschuss 2025 auf 130,4 Millionen Euro gestiegen
  • Aktie notiert nahe 52-Wochen-Tief

Mutares hat ein ungemütliches Frühjahr hinter sich. Die Münchner Beteiligungsgesellschaft musste Anleihegläubiger um einen Covenant-Verzicht bitten und gleichzeitig frisches Kapital einsammeln. Beides ist nun erledigt — der Kurs zeigt das trotzdem noch nicht.

Kapitalerhöhung fast vollständig gezeichnet

Am 22. April hat Mutares den Abschluss der Bezugsrechtskapitalerhöhung offiziell bestätigt. Insgesamt entstanden 4.269.651 neue Aktien zum Preis von 24,50 Euro je Stück. Davon wurden rund 96 Prozent im öffentlichen Bezugsangebot gezeichnet — ein solides Ergebnis. Den Rest hatte Mutares vorab bei institutionellen Investoren platziert.

CIO Johannes Laumann betonte, die Kapitalerhöhung unterstreiche das Bekenntnis zur weiteren Internationalisierung. In Nordamerika sehe man erhebliches Potenzial für Transformationsinvestitionen.

Covenant-Verstoß als Auslöser

Hinter der Kapitalmaßnahme steckt ein konkretes Bilanzproblem. Auf Basis der vorläufigen Zahlen für 2025 drohte Mutares, die Leverage-Ratio-Covenant in seinen Anleihen 2023/2027 und 2024/2029 zu verletzen. Ursachen waren Bewertungseffekte, weniger wertsteigernde Transaktionen im vierten Quartal und deutlich höhere Leasingverbindlichkeiten.

Im März leitete Mutares schriftliche Abstimmungsverfahren mit den Anleihegläubigern ein. Die Gläubiger stimmten dem Verzicht zu — das Unternehmen hat nun Luft, die Kennzahl zu verbessern.

Der Plan ist konkret: Ab dem zweiten Quartal 2026 will Mutares mindestens 25 Millionen Euro pro Quartal der Anleihe 2023/2027 zurückkaufen. Bis Ende 2026 soll der Anleihe-Nominalbestand auf 250 bis 300 Millionen Euro sinken. Durch die bereits unterzeichneten Zukäufe von Wärtsilä Gas Solutions und dem ETP-Geschäft von SABIC rechnet der Vorstand damit, die Kennzahl schon zum Ende Juni wieder einzuhalten.

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Operative Seite läuft parallel

Das Portfoliogeschäft steht nicht still. Den Verkauf der inTime Group hat Mutares bereits abgeschlossen. Laufende Prozesse betreffen Peugeot Motocycles und das polnische Busunternehmen Relobus.

Für 2025 weist Mutares vorläufig einen Jahresüberschuss von 130,4 Millionen Euro aus — nach 108,3 Millionen Euro im Vorjahr. Der Konzernumsatz kletterte auf 6,5 Milliarden Euro. Für 2026 peilt das Management einen Umsatz zwischen 7,9 und 9,1 Milliarden Euro an sowie einen Jahresüberschuss von 165 bis 200 Millionen Euro.

Nebeneffekt der Kapitalerhöhung: Der Stimmrechtsanteil von Hauptaktionär Robin Laik sank passiv von 25,08 auf rund 24,00 Prozent — nicht durch Verkäufe, sondern weil die Gesamtzahl der Stimmrechte stieg.

Was als Nächstes kommt

Die Aktie notiert aktuell bei 24,10 Euro und damit auf ihrem 52-Wochen-Tief — rund 20 Prozent unter dem Niveau vom Jahresbeginn. Der Bezugspreis der neuen Aktien lag mit 24,50 Euro bereits darüber.

Am 28. April werden die neuen Aktien zum Handel zugelassen und der geprüfte Geschäftsbericht 2025 veröffentlicht. Der Q1-Bericht folgt im Mai, die Hauptversammlung findet am 3. Juli statt. Ob der Markt die Stabilisierungsschritte dann honoriert, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die Leverage-Kennzahl tatsächlich sinkt.

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Mutares Aktie

24,25 EUR

– 0,10 EUR -0,41 %
KGV 15,22
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 8,21 %
Marktkapitalisierung 535,56 Mio. EUR
ISIN: DE000A2NB650 WKN: A2NB65

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