- Italien: Aktuelle politische Situation ist mehr als nur akutes Problem

23.08.19 10:30

London (www.aktiencheck.de) - Die aktuelle politische Situation Italiens ist mehr als nur akutes Problem, so die Experten von Moneyfarm.

Während dringend nach Lösungen und Auswegen gerungen werde, lasse sich die aktuelle Regierungskrise nur verstehen, wenn man die eigentlich wichtigere, langfristige wirtschaftliche Entwicklung Italiens betrachte.

Seit rund zwanzig Jahren sei das italienische Bruttoinlandsprodukt (BIP) nicht mehr mit Raten gewachsen, die über zwei Prozent lägen. Diese Tendenz könne in den Kontext eines 30-jährigen Trends gestellt werden, bei dem die Expansionsfähigkeit der Wirtschaft in Italien allmählich und stetig zurückgegangen sei.

Zudem sei die Wachstumsdynamik der Arbeitsproduktivität in Italien deutlich niedriger als in anderen G7-Ländern, seit 2001 stagniere sie sogar. Die Arbeitsproduktivität messe die Menge an BIP, die mit jeder in einem bestimmten Zeitraum geleisteten Arbeitsstunde generiert werde.

Ein wichtiger Faktor für die niedrige Arbeitsproduktivität sei die politisch-institutionelle Struktur Italiens. Es lasse sich feststellen, dass die Einführung des Euros mit dem Beginn der Stagnation der Produktivität in Italien und in anderen Ländern des Mittelmeerraums zusammengefallen sei. Ein weiterer Faktor sei der Arbeitsmarkt: Wenn die Produktivität nicht mehr wachse, wirke sich dies auch ohne rezessive wirtschaftliche Dynamik negativ auf den Arbeitsmarkt aus.

Der Vorschlag der Experten sei es daher, immer diversifiziert zu investieren, um das Kapital mittelfristig vor den Risiken zu schützen, die mit der politischen Situation in Italien verknüpft seien. Denn die wirtschaftliche Entwicklung spiegele sich tendenziell in der Aktienentwicklung wider. Der italienische Leitindex FTSE MIB (ISIN: IT0003465736, WKN: 145814) sei seit 2010 hinter allen wichtigen europäischen Benchmarks (Aktien und Anleihen) zurückgeblieben.

Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre sei diese Dynamik nicht überraschend und erinnere erneut an die Gründe, warum es für die meisten Anleger ratsam sei, sich auf Spezialisten zu verlassen, die eine diversifizierte Strategie zur Risikominimierung und zum Schutz des eigenen Investments aufbauen könnten: in der Hoffnung, dass Italien die Stärke und die Ideen finde, um einen Trend umzukehren, der nicht irreversibel sei, wie die Wirtschaftsgeschichte vieler anderer Länder (auch die der Nachbarländer) beweisen würden. (23.08.2019/ac/a/m)



Quelle: aktiencheck.de

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