- Prosus: Was bringt der neue Plan in der Praxis? Aktienanalyse

12.05.21 17:15

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Prosus-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Lars Friedrich vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie Prosus N.V. (ISIN: NL0013654783, WKN: A2PRDK, Ticker-Symbol: 1TY, Euronext Amsterdam-Symbol: PRX) unter die Lupe.

Für fast 15 Milliarden Dollar habe Prosus im April einen Teil seiner Beteiligung an Tencent (ISIN KYG875721634 / WKN A1138D) abgestoßen. Doch die Gesellschaft mit Verbindung zu Naspers (ISIN ZAE000015889 / WKN 906614) halte noch immer knapp 29 Prozent an dem China-Giganten. Nun wolle Prosus dafür sorgen, dass sich der Wert seiner Tech-Beteiligungen stärker im Aktienkurs widerspiegele.

An der Börse werde Prosus gerade mit einer Marktkapitalisierung von knapp 140 Milliarden Euro gehandelt. Allein das Tencent-Paket sei schon mehr als 160 Milliarden wert. Alle sonstigen Beteiligungen würden quasi vom Markt negativ bewertet. Diesen Abschlag wolle Prosus aufholen, indem es mehr Aktien ausgebe und dadurch einen Anteil von 49,5 Prozent an seiner südafrikanischen Medien-Muttergesellschaft Naspers erhalte.

Investoren sollten Naspers-Aktien gegen die neuen Prosus-Aktien tauschen. Prosus werde anschließend zudem Aktien im Volumen von bis zu 5 Milliarden Dollar zurückkaufen.

Prosus sei die Tech-Ausgründung von Naspers. Naspers habe einen noch höheren Abschlag als Prosus gegenüber dem Tencent-Paket (zuletzt etwa 25 Prozent gegenüber 15 Prozent). Der solle sich verringern, wenn der Wert von Prosus steige. Prosus solle steigen, weil es sich Anteile der Muttergesellschaft einverleibe, die mit noch höherem Abschlag als Prosus gehandelt werde. Am Ende würden also sowohl Prosus als auch Naspers profitieren, wenn alles klappe.

Der höhere Abschlag bei Naspers hänge wohl auch mit südafrikanischen Regeln für Fondsbesitz zusammen. Es heiße, dass große Investoren bei einem Kursanstieg im Zweifel verkaufen müssten und so den Preis drücken würden. Durch die ganze Aktion würde Wert von Südafrika und Naspers nach Europa zu Prosus verschoben werden. Prosus könnte in die Reihe der größten europäischen Unternehmen aufsteigen. Naspers würden rund 70 Prozent an Prosus gehören.

Prosus und Naspers lägen heute jeweils mehrere Prozent im Plus.

Die Lage mit den Überkreuzbeteiligungen sei zugegebenermaßen etwas kompliziert. Und letztendlich hätten es Naspers und Prosus bislang nicht geschafft, den Abschlag zu Tencent aufzuholen. "Der Aktionär" habe die Aktie auch deswegen aus seinem Depot geschmissen. Anleger, die noch dabei sind, können im Zweifel bis zum dritten Quartal warten, um zu sehen, was der neue Plan in der Praxis bringt, so Lars Friedrich von "Der Aktionär".

Ob der Wertabschlag zu Tencent damit komplett aufgeholt werden könne, wirke allerdings zweifelhaft. Letztendlich sollte es Naspers und Prosus nicht darum gehen, Milliarden-Werte zu verschieben (und dabei Kosten zu verursachen), sondern endlich den Wert seiner sonstigen Beteiligungen sichtbar zu machen. Auf den Kurs von Tencent sollten die Änderungen keine Auswirkungen haben. (Analyse vom 12.05.2021)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze Prosus-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Prosus-Aktie:
86,54 EUR +1,51% (12.05.2021, 16:40)

Euronext Amsterdam-Aktienkurs Prosus-Aktie:
86,86 EUR +2,49% (12.04.2021, 16:32)

ISIN Prosus-Aktie:
NL0013654783

WKN Prosus-Aktie:
A2PRDK

Ticker-Symbol Prosus-Aktie:
1TY

Euronext Amsterdam-Symbol Prosus-Aktie:
PRX

Kurzprofil Prosus N.V.:

Prosus (ISIN: NL0013654783, WKN: A2PRDK, Ticker-Symbol: 1TY, Euronext Amsterdam-Symbol: PRX) ist ein Unternehmen aus den Niederlanden. Die Tochterfirma des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers ist laut eigenen Angaben eine global agierende Internetgruppe und einer der größten Technologieinvestoren der Welt. (12.05.2021/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




Quelle: aktiencheck.de

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