Der geplante Verkauf der kriselnden Stahlsparte an die indische Jindal-Gruppe galt als zentraler Baustein für die Rettung von Thyssenkrupp. Nun mehren sich intern die Zweifel an einem erfolgreichen Abschluss der monatelangen Verhandlungen. Ohne belastbare Finanzierungszusagen aus Indien gerät der gesamte Konzernumbau ins Wanken – und Anleger ziehen massiv die Reißleine.
Auslöser für die wachsende Skepsis ist die Frage, wie viel Kapital Jindal Steel & Power tatsächlich bereitstellen kann, um Thyssenkrupp Steel Europe durch die anhaltende Branchenflaute zu manövrieren. Die Sorge vor einem Scheitern des Deals schickte die Papiere des Essener Traditionskonzerns auf Talfahrt. Am Freitag rutschte der Kurs um weitere knapp sechs Prozent ab und markierte bei 7,84 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Die Schwäche ist dabei symptomatisch für den gesamten europäischen Stahlsektor, der aktuell branchenweit unter erheblichem Druck steht.
Ein Konzernumbau am Limit
Der mögliche Kollaps der Stahl-Transaktion trifft das Unternehmen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Thyssenkrupp navigiert derzeit durch eine hochkomplexe Restrukturierung, deren finanzielle Lasten enorm sind. Allein im jüngsten Quartal drückten Sonderkosten für die Stahlsparte in Höhe von 401 Millionen Euro das Nettoergebnis tief in die roten Zahlen. Für das Gesamtjahr plant das Management bereits einen Nettoverlust von bis zu 800 Millionen Euro ein.
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Gleichzeitig drängt die Zeit an einer anderen Front: Bei der milliardenschweren Handelssparte Materials Services muss bis Ende März der Nachweis für operative Fortschritte auf dem Weg in die geplante Eigenständigkeit erbracht werden. Einziger Lichtblick im Portfolio bleibt derzeit die Marinesparte TKMS, die seit ihrem Börsengang im vergangenen Herbst als stabiler Anker fungiert und auf lukrative Rüstungsaufträge hofft.
Der Blick richtet sich auf den Mai
Wie tiefgreifend die strategischen Risse beim Mutterkonzern tatsächlich sind, wird sich am 12. Mai konkretisieren. Mit der Vorlage des Halbjahresberichts erwarten Marktbeobachter ein verbindliches Update zum Verhandlungsstand mit Jindal sowie Ergebnisse zur Abspaltung von Materials Services.
Dass institutionelle Akteure die Sondersituation aufmerksam verfolgen, verdeutlicht eine jüngste Pflichtmitteilung. Der Investor Sunil Jagwani hat über Aktienswaps und Put-Optionen eine Position von über neun Prozent an Thyssenkrupp aufgebaut. Bis das Management im Mai belastbare Fakten zur Zukunft der Kernsparten schafft, dürfte die Volatilität bei dem Industrietitel hoch bleiben.
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