Die Ära der eigenständigen Börsennotierung nähert sich unaufhaltsam ihrem Ende. Das Management des Chemiekonzerns hat offiziell den Rückzug aus dem Prime Standard beantragt. Für Anleger ist dieser Schritt mehr als nur eine Formalie – er markiert die finale Phase der Übernahme durch ADNOC und verändert die Spielregeln für die verbliebenen Aktionäre grundlegend.
Hier sind die Fakten im Überblick:
- Segmentwechsel: Antrag auf Herabstufung in den General Standard gestellt.
- Dominanz: ADNOC kontrolliert über 95 Prozent der Anteile.
- Squeeze-Out: Zwangsabfindung der Minderheitsaktionäre steht bevor.
- Termin: Hauptversammlung am 15. April 2026 entscheidet.
Weniger Transparenz, weniger Kosten
Der geplante Wechsel vom streng regulierten Prime Standard in den General Standard ist die logische Konsequenz der neuen Machtverhältnisse. Mit diesem Schritt entledigt sich Covestro kostspieliger Folgepflichten. Die Erstellung von Quartalsmitteilungen oder englischsprachigen Berichten entfällt künftig. Angesichts der Tatsache, dass sich nur noch ein winziger Bruchteil der Aktien im freien Handel befindet, erscheint der bisherige Aufwand nicht mehr gerechtfertigt.
Treibende Kraft hinter dieser Entwicklung ist der Ölkonzern ADNOC aus Abu Dhabi. Über die Tochtergesellschaft XRG P.J.S.C. halten die neuen Eigentümer inzwischen mehr als 95 Prozent der Anteile. Damit sind die Voraussetzungen für einen Squeeze-out, also den zwangsweisen Ausschluss der Minderheitsaktionäre gegen eine Barabfindung, erfüllt.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Covestro?
Fundamentaldaten spielen keine Rolle mehr
Wie stark sich die Aktie bereits vom operativen Geschäft entkoppelt hat, zeigt ein Blick auf den Chart. Das Papier notiert aktuell bei 60,36 Euro und bewegt sich kaum noch vom Fleck. Selbst positive Unternehmensnachrichten, wie der Start einer innovativen industriellen Wärmebatterie am Standort Brunsbüttel, verpuffen wirkungslos. In früheren Zeiten hätte ein solches Signal für die technologische Ausrichtung wohl Kursfantasie geweckt.
Heute wird der Kursverlauf ausschließlich von der Erwartungshaltung bezüglich der Abfindungshöhe diktiert. Die Aktie liegt mit einem minimalen Abstand von 0,54 Prozent fast exakt auf dem Niveau ihres 200-Tage-Durchschnitts. Die Volatilität ist aus dem Markt gewichen, da institutionelle Anleger und Arbitrageure lediglich auf den finalen Verwaltungsakt warten.
Der entscheidende Termin für die verbliebenen Anleger ist nun der 15. April 2026. Auf der anstehenden Hauptversammlung soll der formale Beschluss zum Squeeze-out gefasst werden. Bis dahin dürfte die Aktie in ihrer engen Handelsspanne verharren, bis die Höhe der Barabfindung endgültig fixiert ist und die Börsennotierung Geschichte ist.
Covestro-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Covestro-Analyse vom 23. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Covestro-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Covestro-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Covestro: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
