Oracle Aktie: Der 16-Milliarden-Kraftakt

Oracle treibt KI-Infrastruktur mit Milliardeninvestitionen voran, was zu steigender Verschuldung und einer Aktionärsklage führt. Trotz Rekordumsätzen verliert die Aktie an Wert.

Dr. Robert Sasse ·
Oracle Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Finanzierung für 16-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum steht bevor
  • Gesamtverschuldung steigt auf 124 Milliarden US-Dollar
  • Aktionäre erheben Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs
  • Starker operativer Umsatz trifft auf massive Investitionskosten

Der Softwarekonzern treibt den Ausbau seiner KI-Infrastruktur mit enormem finanziellem Aufwand voran. Während in Michigan ein gigantisches Rechenzentrum für OpenAI kurz vor der finalen Finanzierung steht, wächst an der Wall Street die Skepsis. Die rasant steigenden Investitionskosten belasten die Bilanz und rufen mittlerweile sogar Kläger auf den Plan.

Gigantisches Rechenzentrum für OpenAI

In Kürze soll die Finanzierung für ein 16 Milliarden US-Dollar schweres Rechenzentrum im US-Bundesstaat Michigan stehen. Das Projekt ist Teil der sogenannten Stargate-Partnerschaft mit OpenAI. Die Mittel fließen über eine Eigenkapitalbeteiligung von Blackstone sowie Fremdkapital unter Führung der Bank of America. Der Weg dorthin war allerdings steinig.

Wall-Street-Investoren hinterfragen zunehmend die schuldenfinanzierten KI-Ausgaben der großen Technologiekonzerne. Um die Finanzierung abzusichern, musste Oracle weitreichende Zugeständnisse machen. Das Unternehmen garantierte Leasingzahlungen für den Standort, selbst wenn die verfügbare Kapazität letztlich nicht vollständig genutzt wird. Zuvor hatte der Konzern bereits ähnliche Kreditpakete in Höhe von 38 Milliarden US-Dollar für Anlagen in Texas und Wisconsin sowie 18 Milliarden US-Dollar für einen Standort in New Mexico geschnürt.

Rekordzahlen treffen auf Schuldenberg

Operativ läuft es für den Konzern eigentlich hervorragend. Im dritten Geschäftsquartal 2026 kletterte der Gesamtumsatz um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar, während die Cloud-Erlöse sogar um 44 Prozent anstiegen. Trotz dieser starken Zahlen hat das Papier im laufenden Jahr rund ein Viertel seines Wertes eingebüßt und notiert bei etwa 147 US-Dollar.

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Verantwortlich für den Kursrutsch sind die enormen Kosten des Wandels vom traditionellen Datenbankanbieter zum Cloud-Infrastruktur-Riesen. Das Unternehmen plant Investitionsausgaben von 50 Milliarden US-Dollar für neue Rechenzentren. Diese aggressive Expansion drückte den freien Cashflow Anfang 2026 kurzzeitig ins Minus und ließ die Gesamtverschuldung auf 124 Milliarden US-Dollar anwachsen. Ratingagenturen wie S&P warnen bereits vor anhaltenden Defiziten, welche die Kreditwürdigkeit belasten könnten.

Wichtige Fristen im April

Die wachsenden finanziellen Risiken haben mittlerweile auch rechtliche Konsequenzen. Aktionäre werfen dem Management in einer Sammelklage vor, die massiven Investitionen ohne entsprechende kurzfristige Umsatzsteigerungen voranzutreiben. In der kommenden Woche stehen für Anleger gleich zwei konkrete Termine im Kalender:

  • 6. April 2026: Letzter Stichtag für die Anmeldung als Hauptkläger in der laufenden Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs.
  • 9. April 2026: Ex-Dividenden-Tag für die anstehende Quartalsauszahlung von 0,50 US-Dollar je Anteilsschein.

Dem enormen Kapitalbedarf steht ein historischer Auftragsbestand von 553 Milliarden US-Dollar gegenüber. Die Nachfrage nach Rechenleistung für KI-Training übersteigt das Angebot weiterhin deutlich. Der voraussichtliche Abschluss der Michigan-Finanzierung in diesem Monat markiert einen konkreten Schritt, um diese Aufträge abzuarbeiten und die ehrgeizigen Umsatzziele für das kommende Geschäftsjahr abzusichern.

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Oracle Aktie

126,18 EUR

– 0,04 EUR -0,03 %
KGV 26,03
Sektor Technologie
Div.-Rendite 1,36 %
Marktkapitalisierung 417,69 Mrd. EUR
ISIN: US68389X1054 WKN: 871460

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