TSMC Aktie: Erwartungen neutral betrachtet

Vier Rekordquartale in Folge, 58 Prozent mehr Gewinn, angehobene Jahresprognose — und trotzdem sank die Aktie nach den Zahlen zunächst ab. Bei TSMC wiederholt sich ein Muster, das Anleger schon von Nvidia kennen: Exzellenz reicht nicht, wenn der Markt Perfektion eingepreist hat.
Zahlen, die kaum zu toppen sind
Der Nettogewinn im ersten Quartal 2026 kletterte auf umgerechnet rund 15,8 Milliarden US-Dollar — und übertraf damit die Konsensschätzungen deutlich. Der Umsatz in US-Dollar stieg um gut 40 Prozent auf 35,9 Milliarden Dollar. Die Bruttomarge lag bei 66,2 Prozent, die Nettomarge bei 50,5 Prozent. Zahlen, die in der Halbleiterbranche ihresgleichen suchen.
Treiber ist die Nachfrage nach KI-Chips. High-Performance-Computing macht inzwischen 61 Prozent des Umsatzes aus — 2019 waren es noch 29 Prozent. Smartphones hingegen verlieren an Gewicht: Ihr Anteil sank auf 26 Prozent, und das Segment schrumpfte im Quartalsvergleich um 11 Prozent.
Ausverkauft — im wörtlichen Sinne
William Li vom Counterpoint Research brachte es auf den Punkt: „Die Geschichte für 2026 dreht sich genauso um Kapazitätsengpässe wie um Wachstum. Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich und zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung.“ Ein weiterer Analyst formulierte es noch direkter — TSMC sei schlicht „vollständig ausgebucht“ und könne Preise nur begrenzt erhöhen. Was fehlt, ist schlicht mehr Fertigungskapazität, und die lässt sich nicht über Nacht schaffen.
Für das zweite Quartal erwartet das Management einen Umsatz zwischen 39,0 und 40,2 Milliarden Dollar — ein Plus von rund 10 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Jahresprognose wurde auf über 30 Prozent Wachstum angehoben. Für viele Investoren war das zu wenig: Sie hatten auf eine deutlichere Überraschung nach oben gehofft.
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Arizona als nächste Wachstumsstufe
Abseits der Quartalszahlen rückt der US-Ausbau stärker in den Vordergrund. Das erste Werk in Arizona produziert bereits fortschrittliche Chips für Apple und Nvidia. Das zweite Werk ist baulich fertig, die Ausrüstungsinstallation soll im dritten Quartal 2026 beginnen. Auf über 2.000 Acres Land nahe Phoenix entsteht, was Branchenbeobachter als „GigaFab-Cluster“ bezeichnen.
Die Investitionsausgaben dürften sich am oberen Ende der bisherigen Spanne von bis zu 56 Milliarden Dollar einpendeln — ein Signal, dass das Management die eigene Wachstumsstory ernst nimmt. Für das laufende Jahr belastet zudem der Hochlauf der 2-Nanometer-Technologie die Marge um geschätzte zwei bis drei Prozentpunkte, bevor sie sich normalisiert.
Die Aktie schloss die Woche bei 370,50 Dollar — rund 35 Prozent im Plus seit Jahresbeginn, aber nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch. Der nächste Lackmustest kommt, wenn TSMC im Juli zeigt, ob die Q2-Lieferungen mit der angehobenen Prognose Schritt halten.
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