Netflix setzt auf Künstliche Intelligenz statt auf Milliarden-Akquisitionen. Der Streaming-Riese kauft InterPositive, ein KI-Startup von Schauspieler Ben Affleck, und vollzieht damit eine strategische Kehrtwende. Nur eine Woche zuvor war Netflix aus dem 83-Milliarden-Dollar-Bietergefecht um Warner Bros. Discovery ausgestiegen – und wurde dafür von Anlegern gefeiert.
InterPositive: KI-Werkzeuge für Filmemacher
Netflix übernimmt InterPositive komplett. Das 2022 gegründete Unternehmen entwickelt KI-gestützte Tools für die Filmproduktion. Alle 16 Mitarbeiter wechseln zu Netflix, Ben Affleck selbst wird als Senior Advisor an Bord kommen. Finanzielle Details nennt Netflix nicht.
Anders als generative Video-KI arbeitet InterPositive mit bestehendem Filmmaterial. Das System erstellt ein KI-Modell aus den täglichen Aufnahmen einer Produktion. Filmemacher können dieses Modell dann in der Postproduktion nutzen – etwa für Farbkorrekturen, Relighting oder visuelle Effekte.
Elizabeth Stone, Chief Product and Technology Officer bei Netflix, betont: „Unser Ansatz war schon immer darauf ausgerichtet, die Bedürfnisse der kreativen Community zu bedienen. Das InterPositive-Team teilt unsere Überzeugung, dass Innovation Geschichtenerzähler unterstützen soll, nicht ersetzen.“
Warner Bros.-Ausstieg löste Kursrally aus
Der Deal kommt eine Woche nach Netflix‘ Rückzug aus dem Bieterkampf um Warner Bros. Discovery. Paramount Skydance hatte sein Angebot auf 31 Dollar je Aktie erhöht – Netflix verzichtete auf ein Gegenangebot. Die geplante 83-Milliarden-Dollar-Übernahme hätte die Schuldenlast des Streaming-Anbieters verfünf- bis versechsfacht.
Die Aktie legte im Februar 2026 um 15,3 Prozent zu, getrieben von der Erleichterung über den Ausstieg. In den fünf Tagen nach der Bekanntgabe stieg der Kurs um fast 25 Prozent. Netflix erhielt eine Ausstiegsgebühr von 2,8 Milliarden Dollar, nachdem Warner Bros. das Paramount-Angebot als überlegen einstufte.
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Starke Finanzdaten, Werbung wächst rasant
Mit 325 Millionen Abonnenten weltweit – plus 8 Prozent im Jahresvergleich – zeigt sich das organische Wachstum solide. Der freie Cashflow erreichte 2025 mit 9,5 Milliarden Dollar einen Rekordwert und übertraf die eigene Prognose.
Für 2026 erwartet Netflix einen Umsatz zwischen 50,7 und 51,7 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 12 bis 14 Prozent entspricht. Im ersten Quartal soll der Umsatz um 15,3 Prozent auf 12,2 Milliarden Dollar steigen, das operative Ergebnis um 17 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar.
Das Werbegeschäft entwickelt sich zum Wachstumstreiber. 2025 steuerte es erst 1,5 Milliarden Dollar bei, für 2026 rechnet das Management mit einer Verdopplung auf 3 Milliarden Dollar. Die Sehstunden bei Netflix-Eigenproduktionen stiegen in der zweiten Jahreshälfte 2025 um 9 Prozent – eine Beschleunigung gegenüber 7 Prozent im ersten Halbjahr.
Content-Offensive im März
Die InterPositive-Akquisition fällt in einen vollen Veröffentlichungskalender. „War Machine“ startet am 6. März, „One Piece“ Staffel 2 am 10. März, „Virgin River“ Staffel 7 am 12. März und „Peaky Blinders: The Immortal Man“ am 20. März. Die Verfilmung der britischen Kult-Serie läuft ab dem 6. März in ausgewählten Kinos, bevor sie am 20. März exklusiv auf Netflix verfügbar wird.
Die zweite Staffel von „One Piece“ und der Start der MLB-Saison sind mehr als reine Content-Releases – sie dienen als Messlatte für die Engagement-Stärke der Plattform.
Mit der InterPositive-Übernahme erweitert Netflix sein Wachstumsspektrum: Werbung, Live-Events, Sport, Podcasts, Videospiele – und nun KI-gestützte Produktionseffizienz. Die Konkurrenz von Disney, Amazon und Apple erhöht ihre Content-Budgets ebenfalls, sodass der Druck auf Netflix bleibt, die ambitionierten Ziele zu erreichen. Die Content-Ausgaben sollen 2026 um 10 Prozent steigen.
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