Amazon steht vor einer doppelten Bewährungsprobe: Während Drohnenangriffe in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain drei Rechenzentren beschädigen und Dutzende Cloud-Dienste lahmlegen, investiert der Konzern zeitgleich 50 Milliarden Dollar in OpenAI. Beide Ereignisse werfen Fragen zur künftigen Ausrichtung des Cloud-Giganten auf.
Militärischer Angriff auf AWS-Infrastruktur
Am vergangenen Sonntag schlugen Drohnen in vier Amazon Web Services-Rechenzentren ein – drei in den VAE, eines in Bahrain. Die Angriffe verursachten Strukturschäden, Stromausfälle und Wasserschäden durch Löscharbeiten. Es ist das erste Mal, dass militärische Aktionen die Infrastruktur eines großen US-Technologiekonzerns direkt treffen.
Die Folgen sind weitreichend: Dienste wie Amazon EC2, S3, DynamoDB und Lambda laufen mit erhöhten Fehlerraten oder stark eingeschränkter Verfügbarkeit. Betroffen sind auch Finanzdienstleister wie ADCB und Emirates NBD sowie Plattformen wie Careem. In den VAE sind zwei von drei Verfügbarkeitszonen stark beeinträchtigt, in Bahrain eine Zone.
Amazon empfiehlt Kunden, Daten zu sichern und Arbeitslasten in andere Regionen zu verlagern. Das Unternehmen arbeitet an softwarebasierten Wiederherstellungswegen, die unabhängig von der physischen Reparatur der Anlagen funktionieren sollen.
OpenAI-Partnerschaft als strategische Antwort
Nur Tage vor den Angriffen hatte Amazon am 27. Februar seine bislang größte KI-Investition verkündet: 50 Milliarden Dollar fließen in OpenAI, beginnend mit 15 Milliarden sofort und weiteren 35 Milliarden in den kommenden Monaten. Im Gegenzug verpflichtet sich OpenAI, über acht Jahre hinweg 100 Milliarden Dollar bei AWS auszugeben – eine massive Ausweitung der bestehenden 38-Milliarden-Vereinbarung.
AWS wird exklusiver Cloud-Distributionspartner für OpenAI Frontier, die Plattform zum Aufbau und Management von KI-Agenten für Unternehmen. Zusammen mit dem Investment in Anthropic verfügt Amazon nun über Partnerschaften mit den beiden führenden unabhängigen KI-Laboren.
Investoren bleiben skeptisch
Trotz solider Quartalszahlen – 213,4 Milliarden Dollar Umsatz im vierten Quartal 2025, ein Plus von 14 Prozent – verlor die Aktie im Februar zwölf Prozent. Der Grund: Amazons Ankündigung, 2026 bis zu 200 Milliarden Dollar in Cloud- und KI-Infrastruktur zu investieren, mehr als jeder andere Tech-Konzern.
Die Wall Street zweifelt am zeitnahen Return dieser Ausgaben. Der Angriff in den VAE verschärft die Debatte zusätzlich: US-Technologiekonzerne haben Milliarden in der Golfregion investiert, die sich als Hub für KI-Rechenzentren positionieren will. Die physische Verwundbarkeit dieser Infrastruktur war bislang ein theoretisches Risiko.
Wie geht es weiter?
Amazon muss in den kommenden Wochen zeigen, dass die strategische Logik der massiven KI-Investitionen aufgeht. Die OpenAI-Partnerschaft könnte den erwarteten Return beschleunigen und Sorgen über die Kapitalausgaben dämpfen. Gleichzeitig offenbaren die Drohnenangriffe eine neue Dimension geopolitischer Risiken für Cloud-Anbieter.
Die nächsten Monate werden entscheiden, ob Anleger Amazons Doppelstrategie – physische Expansion bei gleichzeitiger KI-Offensive – honorieren oder ob die Kombination aus hohen Ausgaben und neuen Sicherheitsrisiken die Aktie weiter belastet.
Amazon-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Amazon-Analyse vom 4. März liefert die Antwort:
Die neusten Amazon-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Amazon-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Amazon: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
