SoftBank rückt bei der neuen Japan-US-Initiative für US-Investitionen in den Vordergrund. Gleichzeitig gerät die Aktie nach einem starken Vorjahr deutlich unter Druck. Wie passt das zusammen?
Japan-US-Initiative stützt Infrastrukturpläne
Japan und die USA konkretisieren derzeit die ersten Projekte im Rahmen des rund 550 Milliarden US-Dollar schweren japanischen Investitionsprogramms in den USA. Ein großes Infrastrukturvorhaben von SoftBank im Bereich Datenzentren steht laut Reuters auf der Shortlist der ersten Kandidaten.
Die Regierungen beider Länder wollen das erste Projekt noch vor dem für das Frühjahr geplanten Besuch von Japans Premierministerin Sanae Takaichi in Washington formell beschließen. Damit erhalten SoftBanks Pläne für eine umfassende KI-Infrastruktur direkte politische Rückendeckung.
Wichtige Eckpunkte des Rahmens:
- Das Paket umfasst Eigenkapital, Kredite und Kreditgarantien staatlicher Stellen
- Beteiligt sind u.a. die Japan Bank for International Cooperation (JBIC) und Nippon Export and Investment Insurance (NEXI)
- Seit Dezember fanden vier Sitzungen eines Beratungsgremiums statt
- Japanische Großbanken verhandeln über eine Beteiligung an der Finanzierung gemeinsam mit JBIC
- Der US-Handelsminister wird Präsident Trump Empfehlungen für die finale Projektauswahl vorlegen
Staatlich flankierte Finanzierung könnte SoftBanks Kapazitätsausbau bei Rechenzentren deutlich beschleunigen.
Aktie gibt Rally-Gewinne ab
Trotz dieser strategischen Fortschritte steht die SoftBank-Aktie im Januar 2026 spürbar unter Druck. Der Kurs liegt aktuell bei rund 3.851 Yen an der Tokioter Börse, was einem Rückgang von etwa 13,4 % seit Jahresbeginn entspricht. Zum Jahreswechsel trat ein Aktiensplit im Verhältnis 4:1 in Kraft.
Die Korrektur folgt auf eine starke Kursrally im Jahr 2025. Im November 2025 markierten die Papiere umgerechnet etwa 22.255 Yen je Aktie (vor Split), rund das Vierfache der Tiefstände von April 2025. Ein spürbarer Teil dieser Gewinne ist im neuen Jahr wieder verloren gegangen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei SoftBank?
Ausbau der Stargate-Partnerschaft
Operativ treibt SoftBank seine KI-Infrastruktur-Offensive weiter voran. Anfang Januar meldeten OpenAI und SoftBank eine gemeinsame Investition von 1 Milliarde US-Dollar in SB Energy. Diese Vertiefung der Partnerschaft knüpft an die bereits vor einem Jahr angekündigte Stargate-Vereinbarung über 500 Milliarden US-Dollar mit Oracle an.
Konkret:
- SB Energy wird ein 1,2-Gigawatt-Rechenzentrum für OpenAI in Milam County, Texas, bauen und betreiben
- Weitere Rechenzentrums-Campus im Multi-Gigawatt-Bereich befinden sich in Planung
- Erste Anlagen sind bereits im Bau und sollen noch dieses Jahr in Betrieb gehen
- SB Energy ist als nicht-exklusiver bevorzugter Partner von OpenAI und SoftBank positioniert
Damit untermauert SoftBank seinen Anspruch, ein zentraler Infrastrukturpartner im KI-Ökosystem zu werden.
Starke Zahlen, neue Katalysatoren
Auf Ergebnisebene zeigte SoftBank zuletzt deutliche Dynamik für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres bis Ende September 2025:
- Der Nettogewinn lag bei rund 2,9 Billionen Yen, ein Plus von etwa 191 % gegenüber dem Vorjahr
- Der Umsatz stieg auf rund 3,74 Billionen Yen, ein Zuwachs von etwa 7,7 %
- Anlageergebnisse, operatives Ergebnis und Vorsteuergewinn erreichten Rekordwerte für ein Halbjahr
Der nächste potenzielle Kurstreiber ist die Präsentation der Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025 am 12. Februar 2026. Dann dürfte der Konzern detaillierter zur Entwicklung der Vision-Fund-Portfolios und zu KI-bezogenen Investitionen Stellung nehmen.
Strategischer Schwenk in Richtung KI-Infrastruktur
SoftBank vollzieht derzeit einen tiefgreifenden Strategiewechsel hin zu KI-Infrastruktur. Im November 2025 trennte sich der Konzern vollständig von seiner Beteiligung am Chipentwickler Nvidia und erzielte damit einen Erlös von 5,83 Milliarden US-Dollar. Die freiwerdenden Mittel sollen vor allem die Partnerschaft mit OpenAI und den Aufbau eigener Rechenzentrumskapazitäten finanzieren.
Das nun vorselektierte Datenzentrumsprojekt innerhalb der Japan-US-Initiative verdeutlicht die Dimension dieser Neuausrichtung. In Kombination mit möglicher staatlich abgesicherter Finanzierung und den bereits laufenden Großprojekten von SB Energy entsteht ein investitionsintensives, aber klar fokussiertes Wachstumsfeld, das bei der kommenden Quartalsvorlage weiter konkretisiert werden dürfte.
SoftBank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SoftBank-Analyse vom 20. Januar liefert die Antwort:
Die neusten SoftBank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SoftBank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
SoftBank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
