Ein toxischer Mix aus geopolitischen Risiken und operativer Schwäche setzt den Sportwagenbauer massiv unter Druck. Nachdem bereits die Absatzzahlen für das Jahr 2025 enttäuschten, sorgt nun eine konkrete Drohung aus dem Weißen Haus für zusätzliche Verunsicherung. Anleger müssen sich fragen: Ist das aktuelle Kursniveau eine Kaufgelegenheit oder der Beginn einer tieferen Korrektur?
- Schlusskurs: 42,40 Euro (-0,77 % am Freitag)
- Performance 12 Monate: -30,45 %
- Die Bedrohung: Neue US-Strafzölle ab Februar
- Der Termin: Pre-Close Call am Dienstag, 20. Januar
Politische Gewitterwolken
Die Situation für den Stuttgarter Konzern verschärfte sich am Wochenende dramatisch. US-Präsident Donald Trump kündigte am 17. Januar überraschend neue Handelsbarrieren an, die direkt auf die deutsche Exportwirtschaft zielen. Hintergrund ist ein bizarrer Streit um Grönland, der ab dem 1. Februar 2026 in Strafzölle von 10 Prozent münden soll. Eine weitere Eskalation auf bis zu 25 Prozent bis Juni steht im Raum.
Für Porsche stellt dies ein Worst-Case-Szenario dar, da die USA traditionell zu den profitabelsten Einzelmärkten zählen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnte am heutigen Sonntag bereits vor enormen Kostenbelastungen. Diese externe Bedrohung trifft die Aktie in einer ohnehin fragilen Verfassung – das Papier verlor allein in den letzten sieben Tagen über 10 Prozent an Wert.
Fundamentale Bremsspuren
Noch bevor die Zoll-Debatte hochkochte, offenbarten die jüngsten Daten tiefe Risse im operativen Geschäft. Die Auslieferungen sanken im Gesamtjahr 2025 weltweit um 10 Prozent auf 279.449 Fahrzeuge. Besonders das vierte Quartal verlief mit lediglich 66.940 Einheiten enttäuschend.
Hauptverantwortlich für die Misere ist der chinesische Markt. Hier waren die Auslieferungen das vierte Jahr in Folge rückläufig. Die aggressive Preispolitik lokaler Konkurrenten und der technologische Fortschritt chinesischer Hersteller setzen den deutschen Premium-Anbietern immer stärker zu. Einziger Lichtblick bleibt der Elektro-Macan, der 2025 die Verkaufszahlen der Verbrenner-Variante übertraf.
Dennoch spiegelt der Aktienkurs die Skepsis des Marktes wider: Mit 42,40 Euro notiert das Papier nur noch knapp über dem 52-Wochen-Tief von 39,81 Euro.
Blick auf den Dienstag
Die Nervosität vor dem Wochenstart ist greifbar. Marktteilnehmer richten ihren Fokus nun auf den kommenden Dienstag, den 20. Januar 2026. Beim geplanten „Pre-Close Call“ muss das Management Antworten liefern, wie der Umsatzrückgang aufgefangen und den drohenden Zollbelastungen begegnet werden soll.
Analysten zeigen sich angesichts der Gemengelage zurückhaltend. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 45,17 Euro, wobei die Spanne der Meinungen weit auseinandergeht. Charttechnisch ist der Abwärtstrend intakt, was auch der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von über 4 Prozent unterstreicht.
Fazit
Die Porsche AG befindet sich in der Zange zwischen sinkender Nachfrage in China und drohenden Marktzugangsbeschränkungen in den USA. Solange die Unsicherheit über die Höhe und Dauer der US-Zölle besteht und kein Rezept gegen die China-Schwäche präsentiert wird, dürfte das Aufwärtspotenzial begrenzt bleiben. Rutscht der Kurs nachhaltig unter die Marke von 42 Euro, droht ein Test der Jahrestiefststände.
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