UBS hat Bayer am 16. März von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 48 auf 52 Euro angehoben. Analyst Matthew Weston sieht ein günstiges Chance-Risiko-Profil — getragen von zwei Entwicklungen, die gleichzeitig Fahrt aufnehmen: eine juristische Annäherung beim Glyphosat-Komplex und ein klinischer Erfolg in der Pharmasparte.
Kerendia trifft seinen Endpunkt
Den unmittelbaren Auslöser lieferte Kerendia: Das Medikament mit dem Wirkstoff Finerenon erreichte den primären Endpunkt in der Phase-III-Studie FIND-CKD bei Patienten mit nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung. Ebenfalls positiv bewertet UBS die Wachstumsdynamik bei Nubeqa — für 2026 stellt Bayer ein Umsatzwachstum von rund 50 Prozent in Aussicht. Entsprechend hob Weston seine Spitzenumsatzschätzung für Nubeqa auf 6 Milliarden US-Dollar an.
Mittelfristig sieht UBS weiteres Potenzial durch Asundexian und Lynkuet, zwei Produkte kurz vor der Markteinführung.
Glyphosat: Mehrere Entscheidungen stehen an
Der Rechtsstreit um das Herbizid Roundup bleibt die zentrale Variable für die Bayer-Bewertung. Ein US-Richter erteilte am 4. März die vorläufige Genehmigung für einen Vergleich über 7,25 Milliarden US-Dollar — die Opt-out-Frist für Kläger läuft bis zum 4. Juni. Parallel hört der US Supreme Court am 27. April Argumente zu Bayers Berufung gegen ein Roundup-Urteil; eine Entscheidung wird für Ende Juni erwartet.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Bayer?
Weston wertet das Zusammenspiel dieser Entwicklungen als Übergewicht an Chancen. Der aktuelle Bewertungsabschlag von rund 37 Prozent gegenüber europäischen Pharma-Peers — das KGV liegt bei 8,7x gegenüber einem Peer-Durchschnitt von 14,1x — spiegelt das anhaltende Rechtsrisiko wider, bildet aber zugleich die Grundlage für das konstruktive Szenario der Schweizer Bank.
Operative Kennzahlen und Ausblick
Operativ lieferte Bayer 2025 solide, aber belastete Zahlen: Der Konzernumsatz lag währungsbereinigt leicht im Plus, der Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro resultierte vor allem aus Sonderbelastungen durch Rechtsstreitigkeiten. Die Nettoverschuldung sank zum Jahresende 2025 auf 29,8 Milliarden Euro — ein Rückgang von 8,5 Prozent gegenüber 2024.
Für 2026 plant Bayer einen Umsatz zwischen 45 und 47 Milliarden Euro sowie ein EBITDA vor Sonderposten von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro. Die nächsten Wegmarken sind eng gesteckt: Hauptversammlung am 24. April, Quartalsbericht am 12. Mai und das Supreme-Court-Urteil im Juni. Bis Mitte des Jahres dürfte sich zeigen, ob die Neubewertung, die UBS bereits einpreist, vom Markt nachvollzogen wird — die Aktie notiert mit einem RSI von 19,3 tief im überverkauften Bereich und rund 20 Prozent unter ihrem Februarhoch von 49,17 Euro.
Bayer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer-Analyse vom 18. März liefert die Antwort:
Die neusten Bayer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Bayer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
