BYD sorgt zum Wochenende mit zwei strategischen Nachrichten für Bewegung: Zum einen verhandelt der Konzern laut Medienberichten mit Ford über einen umfangreichen Batterie-Liefervertrag. Zum anderen lockert Kanada seine Strafzölle auf chinesische Elektroautos deutlich und öffnet damit einen zentralen Markt in Nordamerika erneut. Die BYD-ADRs reagierten auf die Ford-Meldung am Freitag mit einem Intraday-Plus von 3,6 %.
Verhandlungen mit Ford und politische Reaktionen
Am Freitag meldeten Bloomberg und das Wall Street Journal, dass Ford mit BYD in fortgeschrittenen Gesprächen über die Belieferung mit Batterien für eine neue Generation von Plug-in-Hybriden steht. Im Fokus stehen Ford-Werke außerhalb der USA, die Fahrzeuge für globale Märkte produzieren sollen.
Kern des möglichen Deals ist BYDs LFP-Technologie (Lithium-Eisenphosphat), die als kostengünstige Lösung für den Hybridbereich gilt. Für Ford wäre dies ein weiterer Baustein, um die Elektrifizierungsstrategie mit wettbewerbsfähigen Kosten umzusetzen.
Die Gespräche bleiben politisch nicht ohne Widerhall. In Washington äußerten sich am Freitagnachmittag unter anderem White-House-Berater Peter Navarro und der Abgeordnete John Moolenaar kritisch zur stärkeren Abhängigkeit von chinesischer Technologie. Ford betonte hingegen, dass die geplante Lieferkette primär nicht-US-Standorte betreffe.
Stichpunkte zu den Ford-Plänen:
– Verhandlungen über Batterie-Liefervertrag für neue Plug-in-Hybrid-Baureihen
– Belieferung von Ford-Fabriken außerhalb der USA
– Nutzung von BYDs LFP-Batterietechnologie zur Kostensenkung
– Politische Kritik in den USA trotz Ausrichtung auf Nicht-US-Werke
Parallel dazu kündigte die kanadische Regierung am Freitag eine deutliche Änderung ihrer Handelspolitik gegenüber chinesischen E-Autos an.
Kanada lockert Zölle deutlich
Kanada senkt den bisherigen Strafzoll auf chinesische Elektrofahrzeuge von 100 % auf 6,1 %. Bestandteil der Vereinbarung, die im Rahmen breiterer Handelsgespräche (unter anderem zu kanadischen Canola-Exporten) getroffen wurde, ist ein jährliches Kontingent von 49.000 Fahrzeugen aus China, die in den kanadischen Markt eingeführt werden dürfen.
Für BYD ist dies ein klarer Durchbruch, nachdem die massiven Zollerhöhungen im Jahr 2024 den Marktzugang faktisch abgeschnitten hatten. Nun können Modelle wie Seagull und Dolphin voraussichtlich ab März 2026 wieder nach Nordamerika exportiert werden – wenn auch zunächst nur nach Kanada und in begrenztem Umfang.
Die neue Regelung im Überblick:
– Zollsenkung von 100 % auf 6,1 % für chinesische E-Autos
– Jährliche Importquote von 49.000 Fahrzeugen
– Re-Opening des kanadischen Marktes nach der Sperre seit 2024
– BYD-Modelle Seagull und Dolphin sollen ab März 2026 starten können
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Marktstellung und Bewertungslücke zu Tesla
Die Nachrichten treffen auf ein Umfeld, in dem BYD seine Rolle als weltweiter Volumenführer bei Elektroautos gefestigt hat. Für das Gesamtjahr 2025 wurden rund 2,26 Millionen rein elektrische Fahrzeuge von BYD gemeldet. Tesla kam im gleichen Zeitraum auf 1,64 Millionen Auslieferungen.
Trotz des höheren Absatzvolumens und einer profitablen internationalen Expansion bleibt die Bewertungsdifferenz an der Börse deutlich:
- Tesla-Marktkapitalisierung Mitte Januar 2026: ca. 1,45–1,47 Billionen US-Dollar
- BYD-Marktkapitalisierung: ca. 110–121 Milliarden US-Dollar
Die Verhandlungen mit Ford unterstreichen zugleich, dass etablierte westliche Hersteller BYD zunehmend nicht nur als Wettbewerber, sondern auch als wichtigen Zulieferer für Batterietechnologie sehen. Damit öffnet sich für BYD neben dem Fahrzeugverkauf ein weiteres Standbein über Komponenten- und Technologiegeschäft.
Ein Beispiel für diese pragmatische Linie: Ford baut bereits ein Batteriewerk im US-Bundesstaat Michigan im Volumen von 3,5 Milliarden US-Dollar mit lizenzierter Technologie von CATL, einem weiteren großen Anbieter aus China. BYD als zusätzlicher Lieferant für Auslandswerke würde die Einbindung chinesischer Batterietechnik in Fords globale Lieferkette weiter vertiefen – trotz anhaltender geopolitischer Spannungen.
Ausblick: Verträge und Exportstart im Fokus
Für die kommenden Wochen rückt nun in den Vordergrund, ob die Gespräche mit Ford in einen verbindlichen Liefervertrag münden und wie schnell BYD die neue Exportquote von 49.000 Fahrzeugen nach Kanada operativ nutzen kann.
Analysten verweisen darauf, dass der US-Markt wegen hoher Zölle weiterhin weitgehend verschlossen bleibt. Gleichzeitig eröffnet sich für BYD ein indirekter Zugang über:
– Fahrzeugexporte nach Kanada im unteren Preissegment (unter 30.000 US-Dollar)
– Technologie- und Komponentenlieferungen an etablierte Hersteller wie Ford
Die Kursreaktion von plus 3,6 % bei den BYD-ADRs nach der Ford-Meldung zeigt, dass der Markt das Lizenz- und Zuliefergeschäft als margenträchtige Ergänzung zur Fahrzeugproduktion einschätzt – insbesondere in politisch schwierigen Zielmärkten.
Mit der nun wirksamen Zollsenkung in Kanada ist in nächster Zeit mit konkreten Exportplänen von BYD für diesen Markt zu rechnen. Entscheidend wird sein, wie schnell das Unternehmen Produktions- und Logistikkapazitäten auf die kanadische Quote und den anvisierten preisgünstigen EV-Sektor ausrichten kann.
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