Die Tui-Aktie legte am Mittwoch um 5,1 Prozent zu – eine erste Gegenbewegung nach dem massiven Abverkauf der vergangenen Tage. Auslöser der vorherigen Kursverluste: die Eskalation des Iran-Kriegs, der die gesamte Touristikbranche unter Druck setzte. Doch hat der Markt mit dem Ausverkauf überreagiert?
Seit dem Wochenende sitzen Zehntausende Urlauber in der Golfregion fest. Israel und die USA hatten am Samstagmorgen mit Luft- und Raketenangriffen auf den Iran begonnen, Teheran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel sowie Ziele in der Golfregion. Viele Staaten schlossen daraufhin ihren Luftraum, Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest – ein Albtraum für Reiseveranstalter wie Tui.
Rückholflüge laufen an
Die Bundesregierung hat nun ihre Rückholaktion gestartet. Außenminister Johann Wadephul (CDU) kündigte mehrere Evakuierungsflüge an. Der erste Charterflug – eine Lufthansa-Maschine vom Typ Airbus A340-300 – sollte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag rund 250 gestrandete Deutsche aus Maskat nach Frankfurt bringen. Weitere Flüge sind für die kommenden Tage geplant.
Bereits am Dienstag landeten erste Linienmaschinen von Emirates in Frankfurt und München. An Bord der München-Maschine befanden sich rund 200 Tui-Gäste, die zuvor mit Bussen von Abu Dhabi zum Flughafen Dubai gebracht worden waren. Die Erleichterung bei den Rückkehrern war groß. „Wir wussten nicht, ob wir wieder rauskommen“, erzählte eine junge Frau unter Tränen, die auf einem Kreuzfahrtschiff festgesessen hatte.
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Zehntausende warten weiterhin
Doch die Lage bleibt angespannt. Am Hauptstadtflughafen BER wurden am Mittwoch zehn von elf Flügen in den Nahen Osten gestrichen – betroffen sind täglich 2.000 bis 3.000 Reisende. Verbindungen nach Doha, Dubai, Israel und in den Libanon fallen weitgehend aus. Laut Auswärtigem Amt haben sich bereits rund 30.000 Deutsche in der Region in die Krisenvorsorgeliste Elefand eingetragen. Die tatsächliche Zahl deutscher Staatsangehöriger vor Ort dürfte deutlich höher liegen.
Die Bundesregierung konzentriert sich zunächst auf besonders verletzliche Gruppen: Schwangere, Kranke, Ältere und Kinder werden priorisiert. Allen anderen Reisenden müsse man entweder einen längeren Aufenthalt zumuten oder Direktflüge aus den Vereinigten Arabischen Emiraten anbieten, so Wadephul. Der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic forderte jedoch eine Ausweitung der Evakuierungsflüge: „Wir sprechen über Zehntausende deutsche Staatsangehörige in der Region. Es müssen weitere Unterstützungspläne folgen.“
Anleger setzen auf Entspannung
Die Erholung der Tui-Aktie am Mittwoch deutet darauf hin, dass Investoren auf eine baldige Entspannung der Lage hoffen. Die ersten erfolgreichen Rückholflüge und die verstärkten Bemühungen der Bundesregierung könnten als Signal gewertet werden, dass die Situation schrittweise unter Kontrolle gebracht wird. Unklar bleibt jedoch, wann der Krieg endet und die Flugverbindungen wieder vollständig aufgenommen werden können. Für Tui und andere Touristik-Unternehmen dürfte die kommende Woche entscheidend sein.
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