Alibaba steigt ins Atomgeschäft ein – zumindest indirekt. Der chinesische Tech-Riese hat ein Joint Venture mit dem staatlichen Atomkonzern China National Nuclear Power gegründet, um seine rasant wachsenden KI-Rechenzentren mit Energie zu versorgen. Während westliche Tech-Konzerne wie Meta und Microsoft ähnliche Wege gehen, kämpft Alibaba gleichzeitig mit den Kosten seiner Quick-Commerce-Offensive und schwächelnder Inlandsnachfrage.
Strombedarf der KI-Zentren im Fokus
Das neue Joint Venture hat ein Kapital von 250 Millionen Yuan (rund 35,9 Millionen US-Dollar) und soll laut chinesischen Unternehmensdatenbanken in den Bereichen Energieerzeugung und verwandten Feldern aktiv werden. Die genaue Ausgestaltung der Zusammenarbeit bleibt vorerst unklar.
Der Schritt ist strategisch konsequent: Alibaba hat über 53 Milliarden Dollar für KI-Entwicklung und Rechenzentren eingeplant. Diese Anlagen verschlingen enorme Mengen Strom – und zwar rund um die Uhr. Atomkraft bietet saubere, konstante Energie ohne die Schwankungen von Wind- oder Solarkraft.
Quick Commerce drückt auf die Margen
Während die Energieversorgung gesichert wird, belastet das Quick-Commerce-Geschäft die Profitabilität massiv. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stiegen die Umsätze in diesem Segment um 60 Prozent – doch das operative Ergebnis (EBITA) im China-E-Commerce brach um 76 Prozent ein.
Verantwortlich dafür sind hohe Subventionen, Logistikkosten und Investitionen in die Nutzererfahrung. Die Marketing- und Vertriebsausgaben kletterten auf fast 27 Prozent der Umsätze. Ohne die Verluste aus dem Quick Commerce hätte das Kern-E-Commerce-Geschäft ein mittleres einstelliges EBITA-Wachstum verzeichnet.
Das Management räumt ein, dass das bereinigte operative Ergebnis in den kommenden Quartalen schwanken dürfte, solange die Investitionen auf diesem Niveau bleiben.
Analysten bleiben zuversichtlich
Trotz der Belastungen hält die Wall Street an Alibaba fest. Das Konsensrating liegt bei „Moderate Buy“ mit 17 Kaufempfehlungen, drei Halten und einer Verkaufsempfehlung. Das durchschnittliche Kursziel von 191,63 Dollar liegt rund 18 Prozent über dem aktuellen Niveau.
Morgan Stanley bekräftigte Mitte Januar seine Overweight-Einstufung mit einem Kursziel von 180 Dollar. Analyst Gary Yu verweist auf den Erfolg des KI-Assistenten Qwen, der innerhalb von zwei Monaten über 100 Millionen aktive Nutzer erreicht hat und mehr als 400 Alltagsaufgaben im Alibaba-Ökosystem übernehmen kann.
Jefferies senkte sein Kursziel von 231 auf 225 Dollar, hält aber an der Kaufempfehlung fest. Freedom Capital stufte Anfang Januar auf Hold herunter, hob das Kursziel jedoch von 140 auf 180 Dollar an – mit Verweis auf steigende Kapitalausgaben und unsichere Renditen der Cloud-Investitionen.
Quartalszahlen im Februar entscheidend
Am 19. Februar dürften die Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 veröffentlicht werden. Investoren werden genau beobachten, ob sich die Quick-Commerce-Verluste einengen, wie stark das Cloud-Geschäft wächst (Analysten erwarten über 35 Prozent) und welche Auswirkungen die KI-Investitionen auf die Margen haben. Die Konsensschätzung für das Geschäftsjahr 2026 liegt bei 6,10 Dollar je Aktie – ein Rückgang von 32,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
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