BASF greift zu – und sendet damit ein klares Signal. Kurz vor dem geplanten Teil-Börsengang der Agrarsparte übernimmt der Ludwigshafener Chemiekonzern die AgBiTech Group vollständig. Der Deal mit dem Private-Equity-Investor Paine Schwartz Partners soll noch im ersten Halbjahr 2026 über die Bühne gehen. Doch was steckt strategisch dahinter?
Die wichtigsten Fakten:
– Vollständige Übernahme von AgBiTech, Spezialist für biologische Insektenkontrolle
– Fokus auf den brasilianischen Markt, einem der am schnellsten wachsenden Märkte für biologischen Pflanzenschutz
– Integration in das BioSolutions-Portfolio vor geplantem IPO der Agrarsparte 2027
– Parallel läuft Aktienrückkaufprogramm über €1,5 Mrd. (bisher 9,42 Mio. Aktien zurückgekauft)
– Kaufpreis wurde nicht kommuniziert
Brasilien im Visier
Die Akquisition hat ein klares geografisches Ziel: Brasilien. „Brasilien ist einer der am schnellsten wachsenden Märkte für biologischen Pflanzenschutz“, erklärte Marko Grozdanovic, Senior Vice President Global Strategic Marketing & Sustainability bei BASF Agricultural Solutions. AgBiTech bedient bereits Landwirte in Soja-, Mais- und Baumwollanbau sowie bei Spezialkulturen und betreibt Produktionsstätten in den USA, Australien und Brasilien.
Das 2000 in Australien gegründete Unternehmen hat sich auf Nucleopolyhedrovirus-Technologie (NPV) spezialisiert – natürlich vorkommende Viren, die gezielt Schädlinge wie Raupen der Lepidoptera-Ordnung bekämpfen. Diese biologische Kontrolle passt strategisch ins Konzept: BASF kombiniert bereits biologische und chemische Behandlungen in sogenannten Integrated Pest Management-Programmen.
Portfolio-Umbau unter Zeitdruck
Die Übernahme ist die erste M&A-Transaktion von BASF im Jahr 2026 und erfolgt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Im Oktober 2025 hatte der Konzern den Teil-Börsengang der Agricultural Solutions-Sparte für 2027 angekündigt. Die Sparte erzielte 2024 einen Umsatz von €9,8 Mrd.
Parallel läuft ein massives Aktienrückkaufprogramm. Seit November 2025 kaufte BASF 9,42 Millionen eigene Aktien zurück. Das Programm umfasst bis zu €1,5 Mrd. und läuft bis Ende Juni 2026. Es ist Teil eines größeren Plans: Bis Ende 2028 sollen insgesamt €4 Mrd. an Aktionäre zurückfließen.
Gedämpfte Erwartungen für 2025
Die optimistische Akquisitionsnachricht steht im Kontrast zur operativen Realität. BASF erwartet für 2025 ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen €6,7 Mrd. und €7,1 Mrd. – eine Prognose, die im Oktober 2025 nach unten korrigiert wurde. Als Grund nannte der Konzern anhaltende makroökonomische Unsicherheiten.
Analysten bleiben verhalten optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt laut Vara Research bei €48,48, mit einer breiten Spanne von €38 bis €60. Die BASF-Aktie notierte zuletzt bei 45,82 Euro und liegt damit knapp über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 43,77 Euro.
Am 27. Februar 2026 folgen die Geschäftszahlen für 2025. Bis dahin wird sich zeigen müssen, ob der strategische Umbau des Portfolios bei Investoren auf Zustimmung stößt – oder ob die gedämpften Erwartungen schwerer wiegen als die Wachstumsambitionen in Brasilien.
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