IBM will seine KI-Programme stärker in Bildung und Arbeitsmarkt verankern. Doch ausgerechnet heute geht diese Botschaft im allgemeinen Tech-Abverkauf unter. Denn an der Börse zählt kurzfristig oft nicht die Vision, sondern das Umfeld – und das ist diese Woche deutlich rauer geworden.
KI-Offensive gegen den „Skills Gap“
Heute hat IBM eine weltweite Ausschreibung (Request for Proposals) für die nächste Runde des „IBM Impact Accelerator“ gestartet. Im Mittelpunkt steht der Einsatz von künstlicher Intelligenz, um Ausbildung und Weiterbildung sowie die Entwicklung von Arbeitskräften zu verbessern.
Ausgewählte Non-Profit- und Regierungsorganisationen erhalten dafür einen zweijährigen Zuschuss. Dazu gehören ein lizenzfreier Zugang zu IBM-Technologien wie watsonx, Granite-KI-Modellen und IBM Cloud sowie technische Beratung. Bewerbungen sind bis zum 25. März 2026 möglich.
IBM knüpft das Programm bewusst an ein Problem, das in vielen Unternehmen drückt: Laut Daten des IBM Institute for Business Value erwarten 67% der befragten Führungskräfte, dass Jobprofile immer kurzlebiger werden. 57% gehen davon aus, dass bis 2030 der Großteil heutiger Skills überholt sein wird. IBM positioniert seine Plattformen damit als Werkzeug gegen die wachsende Qualifikationslücke – und versucht, sich tiefer in gesellschaftlich und wirtschaftlich zentrale Bereiche „einzubauen“.
Warum die Börse trotzdem verkauft
Trotz dieser strategischen Nachricht stand die Aktie heute unter Druck – weniger wegen IBM selbst, sondern wegen des Gesamtmarkts. Der Auslöser lag vor allem bei enttäuschenden Signalen aus der Halbleiterbranche, die eine breitere Neubewertung im Tech-Sektor angestoßen haben. Anleger hinterfragen dabei erneut, wie schnell sich hohe KI-Investitionen tatsächlich auszahlen.
Mit Blick auf die bereitgestellten Kursdaten fiel der Schlusskurs heute auf 287,52 USD. Damit liegt der Kurs auch unter dem 50-Tage-Durchschnitt (298,73 USD) – ein Hinweis darauf, dass kurzfristig eher Vorsicht dominiert.
Solides Fundament aus dem Januar
Interessant: Die aktuelle Nervosität trifft auf ein Unternehmen, das zuletzt operativ geliefert hat. Ende Januar meldete IBM für das vierte Quartal 19,69 Mrd. USD Umsatz (plus 12,2% gegenüber Vorjahr) sowie ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 4,52 USD – beides über den Erwartungen.
Auch bei Investoren gab es zuletzt Rückenwind: In jüngsten Meldungen erhöhten unter anderem Adell Harriman & Carpenter sowie Penserra Capital Management ihre Positionen. Gleichzeitig liegt das durchschnittliche Analysten-Kursziel laut Ausgangstext bei rund 330 USD – was zeigt, dass der Markt IBM mittelfristig weiterhin Potenzial zutraut, auch wenn die Aktie kurzfristig im Sog der Tech-Schwäche hängt.
In den nächsten Wochen dürfte deshalb vor allem das Marktumfeld den Takt vorgeben: Stabilisiert sich die Stimmung im US-Tech-Sektor nach den Halbleiter-Signalen, könnte IBMs KI- und Cloud-Story wieder stärker in den Vordergrund rücken. Bis dahin bleibt die Aktie anfällig für weitere Schwankungen, obwohl die jüngsten Quartalszahlen ein solides Fundament geliefert haben.
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