Bei Evonik läuft der Countdown zu den Jahreszahlen. Und diesmal geht es weniger um große Schlagzeilen, sondern um die Frage, wie robust der Spezialchemiekonzern durch ein weiterhin zähes Branchenumfeld kommt. Im Fokus stehen drei Stellschrauben: Kosten, Standort-Effizienz und der Umbau hin zu höhermargigen Spezialanwendungen.
Die Fakten im Überblick
- Jahreszahlen 2025: am 04. März 2026
- Inputkosten: Propylen (Polymer-Grade, USA) zu Jahresbeginn nur rund +1%
- Standort-Struktur: neue Gesellschaft SYNEQT bündelt Marl und Wesseling
- Kursbild: zuletzt 12,99 €, nahe dem 52‑Wochentief (12,62 €); RSI (14 Tage) 15,8
Rohstoffe: Stabiler Start, aber bleibt das so?
Auf der Kostenseite schauen Anleger besonders auf Vorprodukte und Rohstoffpreise, weil sie direkt auf die Margen durchschlagen. Nach spekulativen Gerüchten über starke Preissprünge wirken die aktuellen Daten zunächst eher beruhigend: Für Polymer-Grade-Propylen in den USA, einem wichtigen Referenzmarkt, wurden zum Jahresstart nur leichte Aufschläge um 1% gemeldet.
Warum ist das wichtig? In einem nachfrageschwachen Umfeld kann schon eine moderate Kostenentwicklung helfen, die Profitabilität zu stabilisieren. Entsprechend wird genau verfolgt, ob sich dieser ruhigere Trend im ersten Quartal bestätigt.
SYNEQT: Mehr Effizienz an den Verbundstandorten
Parallel rückt die Neuaufstellung der Infrastruktur in den Mittelpunkt. Evonik hat zu Jahresbeginn 2026 SYNEQT operativ gestartet. Die Gesellschaft bündelt den Betrieb der Chemieparks in Marl und Wesseling.
Das Ziel: effizientere Bewirtschaftung der Standorte, eine schlankere Struktur und perspektivisch neue Investitionsmodelle für die „grüne Transformation“. Der Schritt zielt damit klar auf die Kostenbasis und die Komplexität an den deutschen Standorten.
Portfolio-Umbau: Mehr „Life Sciences“ gegen die Zyklik
Evonik treibt den Umbau in Richtung nachhaltiger Spezialanwendungen („Life Sciences“) weiter voran. Als Beispiel nennt das Unternehmen PhytoSquene, ein pflanzenbasiertes Squalen für pharmazeutische Anwendungen als Alternative zu tierischen Produkten.
Die entscheidende Frage für den Markt: Können solche höhermargigen Innovationen in spürbare Volumina hineinwachsen und damit die Zyklik des klassischen Chemiegeschäfts abfedern? Genau hier dürfte ein wichtiger Teil der Erwartungen an die kommenden Zahlen liegen.
Im Branchenkontext bleibt der Druck hoch. Die bereits bekannten Pläne von Dow Chemical, bis 2027 Kapazitäten an deutschen Standorten stillzulegen, unterstreichen den Anpassungszwang in Europa. Evonik setzt dem die Spezialisierung und die Modernisierte Standortstruktur entgegen.
Zum nächsten Fixpunkt wird der 04. März 2026: Dann liefern die Jahreszahlen den Reality-Check, ob Kostenentwicklung, SYNEQT-Start und Portfolio-Umbau sich bereits messbar in der finanziellen Widerstandskraft niederschlagen.
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