Thyssenkrupp Aktie: Rettung aus Brüssel!

Thyssenkrupp setzt auf CO₂-reduzierte Premiumstähle für die Wasserstoffwirtschaft, während die EU über höhere Schutzzölle gegen asiatische Importe entscheidet. Der Konzernumbau schreitet voran.

Eduard Altmann ·
Thyssenkrupp Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Fokussierung auf hochspezialisierte Wasserstoff-Werkstoffe
  • EU-Entscheidung zu Schutzzöllen am 1. Juli erwartet
  • Marinesparte TKMS mit robustem Auftragsbestand
  • Aktie verzeichnet deutliches Minus seit Jahresbeginn

Pünktlich zum Start der Fachmesse Tube in Düsseldorf präsentiert Thyssenkrupp am heutigen Montag seine technologische Antwort auf die Krise im europäischen Stahlmarkt. Während billige Importe aus Asien die Margen im klassischen Volumengeschäft erodieren lassen, setzt der Industriekonzern auf hochspezialisierte Werkstoffe für die Wasserstoffwirtschaft. Dieser Spagat zwischen Innovation und hartem Preiskampf prägt die aktuelle Neuausrichtung des Unternehmens.

Auf der Messe stehen Stähle im Mittelpunkt, die speziell für den Transport von Wasserstoffgemischen entwickelt wurden und extrem widerstandsfähig gegen Versprödung sind. Flankiert wird diese Offensive durch das sogenannte „bluemint“-Portfolio. Diese CO₂-reduzierten Werkstoffe kommen bereits in der Serienfertigung zum Einsatz, beispielsweise bei BMW. Die Strategie ist eindeutig: Das Management will sich aus der Abhängigkeit vom volatilen Standardstahl lösen und im margenstärkeren Premiumsegment wachsen.

Harter Schnitt und Ruf nach Zöllen

Die Realität abseits der Messehallen sieht allerdings düsterer aus. Hohe asiatische Importquoten zwingen den Konzern bereits zu temporären Produktionsanpassungen an Standorten wie dem französischen Isbergues. Diese operative Belastung spiegelt sich auch im Chartbild wider. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Minus von 11,66 Prozent und pendelte zuletzt bei 8,54 Euro.

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Ein entscheidender Impuls könnte im Sommer folgen. Am 1. Juli entscheidet die Europäische Union über eine mögliche Verdoppelung der Schutzzölle auf bis zu 50 Prozent. Ein solcher politischer Eingriff würde die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Produktion gegenüber der asiatischen Konkurrenz massiv stützen.

Fortschritte abseits des Stahls

Unabhängig von den Stahlsorgen treibt das Unternehmen den Konzernumbau zügig voran. Der Verkauf der Geschäftseinheit Automation Engineering an Agile Robots wurde planmäßig zum 1. April abgeschlossen. Gleichzeitig liefert die nun eigenständige und im MDAX notierte Marinesparte TKMS verlässliche Zahlen. Ein Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro für U-Boote und Torpedos bildet ein robustes Gegengewicht zum zyklischen Kerngeschäft.

Die strategische Zweiteilung des Konzerns liefert zunehmend greifbare Resultate. Während der Umbau durch Verkäufe und die Etablierung der Marinesparte nach Plan verläuft, bleibt das Volumengeschäft im Stahlbereich extrem anfällig. Die anstehende EU-Zollentscheidung am 1. Juli markiert den nächsten kritischen Termin, der über die kurzfristige Ertragskraft der Kernsparte maßgeblich entscheiden wird.

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Thyssenkrupp Aktie

8,50 EUR

+ 0,18 EUR +2,11 %
KGV 31,89
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,76 %
Marktkapitalisierung 5,16 Mrd. EUR
ISIN: DE0007500001 WKN: 750000

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