Die RWE-Aktionäre können aufatmen: Der Essener Energiekonzern startet mit deutlichen Zugewinnen in das Börsenjahr 2026 und setzt ein Ausrufezeichen gegen die jüngste Volatilität. Während CEO Markus Krebber sinkende Energiepreise für die kommenden Monate in Aussicht stellt, fragen sich Marktteilnehmer: Kann die Fantasie um neue Geschäftsfelder wie Rechenzentren die potenziell sinkenden Erzeugermargen überkompensieren?
Hier sind die wichtigsten Kennzahlen zum Handelsstart 2026:
- Kurs aktuell: 46,91 €
- Tagesveränderung: +3,65 %
- 12-Monats-Performance: +58,69 %
- Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt: +23,89 %
Erholung nach der Korrektur
Mit einem Kursanstieg von 3,65 Prozent am Freitag gehörte RWE zu den stärksten Werten im DAX. Dieser Schub war für die Anleger wichtig, da die Aktie auf Wochensicht zuvor rund 11 Prozent eingebüßt hatte. Der Schlusskurs von 46,91 Euro festigt den übergeordneten Aufwärtstrend, auch wenn das am 24. Dezember markierte 52-Wochen-Hoch bei 53,42 Euro noch ein Stück entfernt liegt.
Der charttechnische Unterbau wirkt dabei solide. Der Kurs notiert komfortabel oberhalb der wichtigen 50-Tage-Linie (44,39 Euro) und der 200-Tage-Linie (37,86 Euro), was die mittelfristige Stärke des Titels unterstreicht.
Sinkende Preise und sichere Versorgung
Fundamental gab CEO Markus Krebber gegenüber der Rheinischen Post eine klare Indikation für die Marktentwicklung: Er rechnet mit weiter fallenden Preisen für Strom und Gas. Als Hauptgrund nannte der Manager das zunehmende Angebot an Flüssigerdgas (LNG).
Für RWE ist dies ein zweischneidiges Schwert. Auf der Erzeugungsseite können niedrigere Großhandelspreise zwar auf die Margen drücken. Vertriebsseitig sinkt durch fallende Endkundenpreise jedoch das Risiko regulatorischer Eingriffe durch die Politik. Krebber stuft die Gasversorgung für den laufenden Winter als gesichert ein, warnte jedoch davor, dass das Energiesystem weiterhin „an seinen Grenzen“ laufe.
Infrastruktur als Goldgrube
Ein wesentlicher Treibstoff für die starke 12-Monats-Performance von über 58 Prozent ist die strategische Neuausrichtung alter Standorte. RWE nutzt die bestehende Infrastruktur ehemaliger Kraftwerke – inklusive Netzanbindung und Kühlwasser –, um Standorte für Rechenzentren zu entwickeln.
CFO Michael Mueller bestätigte, dass der Konzern mehr als zehn weitere Projekte in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden prüft. Für Hyperscaler wie Amazon oder Microsoft sind diese „Brownfield“-Standorte hochattraktiv, da sie die „Time-to-Market“ drastisch verkürzen. Dass diese Strategie Früchte trägt, zeigte bereits der Verkauf eines Projekts in Großbritannien im November 2025, der einen Buchgewinn von 225 Millionen Euro einbrachte.
Aktienrückkauf stützt den Kurs
Zusätzliche Stabilität liefert das laufende Aktienrückkaufprogramm. Auch zwischen den Feiertagen war der Konzern am Markt aktiv und kaufte im Rahmen der dritten Tranche Aktien zu einem Durchschnittspreis von rund 44 Euro zurück. Das Programm, das ein Gesamtvolumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro umfasst, läuft noch bis zum zweiten Quartal 2026 und sorgt für eine konstante Nachfrage.
Mit einem RSI von 59,8 ist die Aktie weder überkauft noch überverkauft. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob die Marke von 46 Euro in den kommenden Tagen verteidigt werden kann, um einen erneuten Angriff auf die 50-Euro-Marke vorzubereiten.
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