CATL setzt den nächsten strategischen Schritt außerhalb Chinas. Mit einem neuen Service- und Experience-Center in Saudi-Arabien und einer vertieften Partnerschaft mit NIO richtet der Batterieriese sein Geschäft klar auf wachsende E-Mobilitätsmärkte aus. Im Kern geht es dabei um zwei Hebel: ein dichteres globales Servicenetz und eine stärkere Bindung an einen wichtigen Kunden.
Neuer Service-Hub in Riad
Am 10. Januar hat CATL in Riad sein bislang größtes Aftermarket-Zentrum außerhalb Chinas eröffnet. Das NING SERVICE Experience Center in Saudi-Arabien deckt mehr als 7.000 Quadratmeter ab und bündelt verschiedene Funktionen unter einem Dach: Ausstellungsbereiche, Diagnose- und Wartungszonen, Refurbishment, Trainingsflächen und Kundenbereiche.
Der Standort ist als umfassender Service-Hub für den gesamten Nahen Osten konzipiert. CATL will dort den kompletten Lebenszyklus seiner Produkte abdecken. Das Angebot umfasst unter anderem:
- Batteriediagnose und -reparatur
- Wartungs- und Nacharbeitsservices
- Technische Schulungsprogramme
- Batterierecycling
- Aftermarket-Logistik und Lagerhaltung
Adressiert werden sowohl Pkw und Nutzfahrzeuge als auch stationäre Energiespeicher. Damit positioniert sich das Unternehmen als Infrastrukturanbieter für die Energie- und Verkehrswende in der Region.
Vision 2030 als Wachstumstreiber
Der Schritt nach Riad ist klar mit der saudi-arabischen Vision 2030 verknüpft. Das Königreich will bis 2030 rund 30 % der Fahrzeuge in der Hauptstadt elektrifizieren und die Emissionen dort um 50 % senken. Parallel laufen Initiativen wie die Saudi Green Initiative, die auch elektrische Flurförderzeuge und grüne Energie in der Landwirtschaft vorantreiben.
CATL arbeitet dafür mit lokalen Industriepartnern zusammen. In Gesprächen sind:
- Tankstellennetze, um Ladestrom an klassischen Zapfstellen bereitzustellen
- Infrastrukturanbieter, um Lkw-Flotten zu elektrifizieren
- Energieunternehmen für Solar-plus-Speicher-Lösungen
Ein Manager des saudischen Petro- und Logistikunternehmens Al Drees bestätigte konkrete Pläne, Solar-plus-Speicher an Tankstellen zu installieren und Gabelstapler zu elektrifizieren, um die Abhängigkeit von Öl zu verringern. CATL sieht das neue Center ausdrücklich nicht nur als Geschäftschance, sondern als langfristige Verpflichtung gegenüber dem Markt.
Globales Servicenetz wächst
Mit Riad baut CATL sein weltweites Servicenetz weiter aus. Nach Unternehmensangaben umfasst dieses inzwischen:
- mehr als 1.200 professionelle Servicestationen in 76 Ländern
- 73 Ersatzteillager mit über 370.000 Quadratmetern Lagerfläche
- Betreuung für mehr als sechs Millionen Elektrofahrzeuge weltweit
CATL betont, ausschließlich Originalteile einzusetzen und verfügt über das nach eigenen Angaben größte Ersatzteilinventar der Branche. Zusätzlich betreibt das Unternehmen zehn Trainingszentren mit insgesamt 2.300 Quadratmetern Fläche, in denen bislang über 9.700 After-Sales-Fachkräfte im Bereich neuer Energien zertifiziert wurden.
Der Ausbau des After-Sales-Geschäfts ist strategisch wichtig: Je mehr Elektrofahrzeuge im Markt sind, desto relevanter werden Servicequalität, Verfügbarkeit von Ersatzteilen und schnelle Reparaturprozesse – insbesondere in neuen E-Mobilitätsregionen wie dem Nahen Osten.
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NIO-Partnerschaft wird vertieft
Parallel zur geografischen Expansion hat CATL am 6. Januar in Hefei (Provinz Anhui) eine neue, fünfjährige strategische Kooperationsvereinbarung mit NIO unterzeichnet. Anwesend waren die CEOs beider Unternehmen, Robin Zeng und William Li, was die Bedeutung der Partnerschaft unterstreicht.
Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf drei Kernbereiche:
Technologieentwicklung:
CATL und NIO wollen gemeinsam langlebige Batterien entwickeln und Technologien zur Kompatibilität im Batterietausch ausbauen. Neue Lösungen sollen dabei bevorzugt und zügig in die Praxis überführt werden.
Ökosystem-Aufbau:
Beide Partner treiben die Standardisierung beim Batterietausch voran und wollen Ressourcen in ihren Swap-Netzwerken teilen. Das soll vor allem die BaaS-Geschäftsmodelle (Battery-as-a-Service) stärken, bei denen Kunden Batterie und Fahrzeug getrennt nutzen.
Marktausbau:
CATL und NIO planen gemeinsame Markenaktivitäten im Heimatmarkt und international, um ihre Sichtbarkeit und ihren Einfluss in globalen E-Mobilitätsmärkten zu erhöhen.
Im Hintergrund ordnet NIO seine Batterielieferkette neu. Berichten zufolge hat der Hersteller die Zusammenarbeit mit BYDs Batterietochter FinDreams für das Onvo L60 SUV ausgesetzt. Zudem sind Teile der zuvor von CALB gelieferten 100-kWh-Batterien auf CATL als Lieferanten umgestellt worden. Das stützt die Rolle von CATL als zentralem Zulieferer.
Bereits im März 2025 hatte CATL eine geplante strategische Beteiligung von bis zu 2,5 Milliarden CNY an NIO Energy angekündigt. Diese Investition wird nun im Rahmen der vertieften Partnerschaft weiterverfolgt.
Einordnung und Marktausblick
Die Kombination aus regionaler Expansion in den Nahen Osten und engerer Bindung an NIO zeigt klar die aktuelle Strategie: CATL will die Nachfrage in aufstrebenden EV-Märkten frühzeitig besetzen und gleichzeitig seine Position bei etablierten Herstellern festigen. Besonders der Service- und Aftermarket-Bereich gewinnt an Gewicht, da er langfristige Erlösströme verspricht, wenn die Zahl der Fahrzeuge im Feld steigt.
In Saudi-Arabien entsteht durch E-Mobilitätsziele, Solarprojekte und Elektrifizierung von Logistik und Industrie ein breiter adressierbarer Markt für Batterien, Speicherlösungen und Serviceleistungen. Von der Basis in Riad aus plant CATL, das After-Sales-Netz in der Region schrittweise weiter auszubauen.
An der Börse spiegelt sich das derzeit nur in einer leichten Schwäche: Am Freitag schloss die Aktie bei 369,23 CNY und liegt damit rund 6 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, wie schnell CATL im Nahen Osten tatsächliche Volumina im Servicegeschäft aufbaut und wie stark die NIO-Partnerschaft – inklusive Batterietausch-Netzwerk und Beteiligung an NIO Energy – in konkrete Umsätze und Erträge übersetzt wird.
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