AMD baut seine Position im KI-Rechenzentrum gerade mit zwei großen Schritten aus: einem langfristigen GPU-Liefervertrag mit Meta und einer neuen Enterprise-Partnerschaft mit Nutanix. Das klingt nach Rückenwind – sorgt an der Wall Street aber zugleich für Streit, weil die Deals kreative Anreize enthalten und Fragen zur Profitabilität aufwerfen.
Meta sichert sich 6 Gigawatt – und AMD 12
Kern der Woche ist die „definitive“ Mehrjahres- und Mehrgenerationen-Vereinbarung mit Meta: Bis zu 6 Gigawatt an KI-Rechenleistung will Meta mit AMDs Instinct-Rechenzentrums-GPUs aufbauen. Losgehen soll es in der zweiten Jahreshälfte 2026, wenn Meta die MI450-Beschleuniger für den ersten Gigawatt-Abschnitt ausrollt.
Parallel wird auch die CPU-Zusammenarbeit vertieft. Meta wird laut Vereinbarung ein wichtiger Kunde für AMDs EPYC-CPUs der 6. Generation („Venice“). Für den Start nennt AMD ein Gesamtpaket aus maßgeschneiderten MI450-GPUs, EPYC-CPUs, ROCm-Software und „Helios“-Rack-Systemen.
Spannend ist der Kontext: Der Meta-Deal ähnelt stark einer im Oktober geschlossenen Vereinbarung mit OpenAI, ebenfalls über 6 Gigawatt. Zusammen stehen damit 12 Gigawatt an GPU-Zusagen für die kommenden Jahre im Raum – ein Signal, dass AMD in der größten Liga der KI-Abnehmer mitspielen will.
Warrants als Preis fürs Wachstum – Chance und Reibungspunkt
Ein zentraler Streitpunkt ist die Struktur des Meta-Abkommens. AMD hat Meta einen leistungsabhängigen Warrant auf bis zu 160 Millionen AMD-Aktien eingeräumt. Die Tranchen werden fällig, wenn bestimmte Meilensteine bei den Instinct-GPU-Auslieferungen erreicht werden – zunächst beim ersten Gigawatt, danach mit zunehmendem Volumen bis 6 Gigawatt.
Zusätzlich sind die Tranchen an Aktienkurs-Schwellen gekoppelt, die bis zu 600 US-Dollar je Aktie für die letzte Tranche ansteigen. Was heißt das unterm Strich? AMD kauft sich Nachfrage über Anreize – und genau das wird kritisch beäugt. Analyst Joseph Sur warnte, diese „Finanztechnik“ könne die Bruttomarge auf die damit verbundenen Umsätze um 200 bis 400 Basispunkte drücken.
Auf der Ertragsseite wird das Potenzial dennoch hoch eingeschätzt: Ein Analyst von Hargreaves Lansdown bezifferte die mögliche Erlössumme über fünf Jahre auf 60 Milliarden US-Dollar. Bank of America argumentiert zudem, dass jeder zusätzliche Gigawatt eine Umsatzchance von 15 bis 20 Milliarden US-Dollar darstellen könnte.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei AMD?
Nutanix-Partnerschaft: Angriff im Enterprise-Markt
Neben Meta drückt AMD auch bei Unternehmens-KI aufs Tempo. Am 25. Februar kündigten AMD und Nutanix eine mehrjährige Partnerschaft an, um gemeinsam eine offene Full-Stack-KI-Infrastrukturplattform für „agentische“ KI-Anwendungen zu entwickeln.
Finanziell ist das klar unterfüttert: AMD plant eine strategische Beteiligung über 150 Millionen US-Dollar (zu 36,26 US-Dollar je Nutanix-Aktie) und will zusätzlich bis zu 100 Millionen US-Dollar für Engineering sowie gemeinsame Markteinführung bereitstellen. Der Abschluss der Beteiligung wird für das zweite Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich Genehmigungen. Die erste Plattform soll ab Ende 2026 in den Markt kommen.
Die Botschaft dahinter: Unternehmen sollen KI-Modelle (Open Source und kommerziell) nutzen können, ohne von „vertikal integrierten“ Komplett-Stacks abhängig zu sein – mit AMD Instinct GPUs und EPYC CPUs als Rechenbasis.
Zahlen, Kurs – und die geteilte Wall-Street-Sicht
Zuletzt hatte AMD am 3. Februar starke Quartalszahlen gemeldet: EPS 1,53 US-Dollar (Konsens 1,32) und Umsatz 10,27 Milliarden US-Dollar (Konsens 9,65), plus 34,1% Umsatzwachstum gegenüber Vorjahr. Auch der Ausblick auf das erste Quartal lag mit 9,8 Milliarden US-Dollar (±300 Mio.) über den Erwartungen von 9,38 Milliarden – allerdings hatten einige Marktteilnehmer inmitten des KI-Booms noch mehr erhofft. Genau diese Erwartungslücke wird im Quelltext als Grund für die jüngste Schwäche genannt.
Auch in den Analystenhäusern gehen die Meinungen auseinander: Bank of America bleibt bei Buy und 280 US-Dollar Kursziel, Goldman Sachs hebt das Kursziel auf 240 US-Dollar (bei Neutral), Morgan Stanley senkt leicht auf 255 US-Dollar („equal weight“), Benchmark nennt 325 US-Dollar (Buy). Insgesamt überwiegen weiterhin Kaufurteile, aber der Ton ist nicht einheitlich.
An der Börse zeigt sich der Druck vor allem im Monatsbild: In den letzten 30 Tagen liegt die AMD-Aktie rund 19,8% im Minus (Schlusskurs Freitag: 169,64 €). Das passt zur Debatte: viel strategischer Rückenwind – aber auch Fragen, welchen Preis AMD dafür bei Margen und Bewertung zahlt.
Zum Fahrplan: H2 2026 sollen die ersten Meta-Lieferungen (1 Gigawatt) starten, die Nutanix-Beteiligung ist für Q2 2026 avisiert, und die erste gemeinsame Enterprise-Plattform soll ab Ende 2026 verfügbar sein. Genau an diesen Meilensteinen wird sich messen lassen, ob der KI-Schub auch sauber in profitable Auslieferung und Skalierung übersetzt wird.
AMD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue AMD-Analyse vom 28. Februar liefert die Antwort:
Die neusten AMD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für AMD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
AMD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
