ABO Energy Aktie: Rekord-Verlust droht

Der Windpark-Entwickler erwartet den ersten Jahresverlust seiner Geschichte. Die Gläubiger gewähren eine Schonfrist, doch die Zustimmung der Anleihegläubiger ist entscheidend für die Sanierung.

Kurz zusammengefasst:
  • Erwarteter Jahresverlust von 170 Millionen Euro
  • Zweite drastische Prognosekorrektur binnen Wochen
  • Stillhaltevereinbarung mit Finanzierungspartnern getroffen
  • Abstimmung der Anleihegläubiger im Februar entscheidend

ABO Energy steckt in der Krise. Der Wiesbadener Windpark-Entwickler erwartet für 2025 erstmals in fast 30 Jahren Unternehmensgeschichte einen Jahresverlust – und zwar einen gewaltigen: 170 Millionen Euro sollen unter dem Strich fehlen. Ursprünglich hatte das Management noch mit einem Gewinn von bis zu 39 Millionen Euro gerechnet. Jetzt läuft ein Wettlauf gegen die Zeit: Die Gläubiger haben dem Unternehmen eine Schonfrist eingeräumt, um ein Sanierungskonzept vorzulegen.

Die Eckdaten der Krise:
– Erwarteter Verlust: 170 Millionen Euro (statt ursprünglich +29 bis +39 Mio. Euro)
– Zweite drastische Prognosekorrektur binnen weniger Wochen
– Stillhaltevereinbarung mit Gläubigern geschlossen
– Abstimmung der Anleihegläubiger vom 10.-12. Februar 2026 entscheidend

ABO WIND AG

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Vom Gewinn zum Millionenverlust in drei Monaten

Die Entwicklung zeigt das ganze Ausmaß der Probleme. Im November 2025 korrigierte ABO Energy die Jahresprognose erstmals – auf einen Verlust von 95 Millionen Euro. Keine zwei Monate später folgte die nächste Hiobsbotschaft: Weitere 75 Millionen Euro müssen abgeschrieben werden.

Verantwortlich sind zwei Faktoren. Verschiebungen im Umfang von rund 40 Millionen Euro belasten das Ergebnis, weil wichtige Windprojekte nicht wie geplant 2025 abgeschlossen werden konnten. Dazu kommen Wertberichtigungen von etwa 35 Millionen Euro aufgrund veränderter Marktbedingungen.

Das Kernproblem liegt in Deutschland: Die Wind-an-Land-Auktionen waren überzeichnet, die Einspeisevergütungen fielen deutlich niedriger aus als kalkuliert. Mehrere wesentliche Windprojekte verschieben sich dadurch ins laufende Jahr 2026. Auch internationale Märkte wie Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn entwickelten sich schwächer als erhofft.

Gläubiger geben Zeit – aber nicht unbegrenzt

Am 23. Januar schloss ABO Energy eine Stillhaltevereinbarung mit den Finanzierungspartnern. Die Banken verzichten während der Verhandlungen darauf, mögliche Kündigungsrechte auszuüben. Das betrifft Konsortialkreditverträge, bilaterale Darlehen, ausgewählte Avallinien und Schuldscheindarlehen.

Ein Sanierungsgutachten soll Anfang Februar als Entwurf vorliegen. Das Unternehmen hat externe Restrukturierungsexperten von Hübner Management mit einem CRO-Team eingebunden, um den Prozess zu begleiten.

Anleihegläubiger müssen zustimmen

Für den Erfolg der Sanierung braucht ABO Energy die Zustimmung der Anleihegläubiger der Unternehmensanleihe 2024/2029. Diese sollen unter anderem auf die Negativverpflichtungsklausel verzichten. Ohne diese Anpassung kann das Unternehmen keine Sicherheiten für dringend benötigte Zwischenfinanzierungen laufender Projekte stellen.

Die Abstimmung ohne Versammlung läuft vom 10. bis 12. Februar. Das operative Geschäft setzt ABO Energy trotz der Krise fort und verweist auf eine Projektpipeline von rund 30 Gigawatt an Wind-, Solar- und Batterieprojekten. Mehr als ein Drittel dieser Kapazität entfällt auf die Kernmärkte Deutschland und Frankreich.

Die nächsten Tage werden zeigen, ob die Anleihegläubiger den Sanierungsplänen zustimmen. Am 22. Juni folgt dann der Jahresabschluss 2025 – mit dem ersten Jahresverlust in der Unternehmensgeschichte.

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