Bei Thyssenkrupp wird der März zum Taktgeber. Mehrere große Baustellen laufen parallel: Der Konzernumbau Richtung Finanzholding, die Gespräche über die Stahlsparte und die mögliche Verselbstständigung von Materials Services. Genau diese Gemengelage drückt auf die Stimmung – obwohl operativ nicht alles schlecht aussieht.
Die Aktie spiegelt das wider: Auf Sicht von sieben Tagen liegt sie 7,11% im Minus, der Kurs notiert heute bei 9,82 Euro. Damit bleibt der Titel klar unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 10,72 Euro – ein Zeichen, dass der Markt die Umbau-Risiken höher gewichtet als die Fortschritte im Tagesgeschäft.
Mehrere Weichenstellungen auf einmal
Der Umbau ist groß und teuer. Im Raum stehen Restrukturierungskosten in dreistelliger Millionenhöhe, dazu gleich zwei strategische Großthemen: der mögliche Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe und die Neuaufstellung der Handelssparte Materials Services.
Bei Materials Services prüft der Konzern laut Quelltext mehrere Optionen – von Abspaltung über Börsengang bis Direktverkauf. Zusätzlich wird eine Umwandlung in eine KGaA erwogen, um bei künftigen Anteilsverkäufen mehr Kontrolle zu behalten. Entscheidend ist dabei ein konkreter Zeitanker: Bis Ende März soll die Sparte operativ besser liefern. Daran hängt, wie schnell der nächste Portfolioschritt im Jahresverlauf wirklich greifbar wird.
Stahlsparte: Due Diligence mit Jindal
Parallel laufen vertrauliche Gespräche mit Jindal Steel International. Der Due-Diligence-Prozess – also die detaillierte Prüfung – ist bereits gestartet. Gleichzeitig hat Thyssenkrupp im Stahlumbau schon Meilensteine abgeräumt: Ein Tarifvertrag zur Neuausrichtung wurde im Dezember 2025 abgeschlossen, im Februar 2026 folgte ein Term Sheet mit Salzgitter zur Zukunft der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM).
Ein nächster, fester Termin ist bereits gesetzt: Die Übertragung der HKM-Anteile an Salzgitter ist für den 1. Juni 2026 geplant.
Operativ Lichtblicke – finanziell bleibt es zäh
Im operativen Bild gibt es Signale, die dem Konzern helfen: Ab 2026 liefert Thyssenkrupp Steel CO₂-reduzierten bluemint® recycled Stahl an BMW für die Serienproduktion des iX3. Zudem wirkt die Marinesparte TKMS als Stabilitätsanker: Thyssenkrupp hält dort 51%, der Auftragsbestand lag per Ende 2025 bei 18,7 Mrd. Euro.
Trotzdem zeigt das Zahlenwerk, warum Anleger nervös bleiben. Im Q1 2025/26 kam Thyssenkrupp auf 7,2 Mrd. Euro Umsatz und 211 Mio. Euro bereinigtes EBIT. Hohe Restrukturierungskosten von 401 Mio. Euro bei Steel Europe drückten das Ergebnis jedoch auf einen Nettoverlust von 334 Mio. Euro. Die Jahresprognose wurde zwar bestätigt, aber der Umbau bleibt finanziell sichtbar – und genau das belastet die Wahrnehmung.
Zumal sich der Kurs weiterhin deutlich unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 13,24 Euro bewegt (rund 26% Abstand). Gleichzeitig liegt er klar über dem 52‑Wochen‑Tief von 7,98 Euro – der Markt hat also nicht kapituliert, fordert aber Tempo und Klarheit.
Der nächste harte Fixpunkt ist der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026. Bis dahin werden vor allem zwei Punkte den Ton angeben: ob Materials Services die operative Marke bis Ende März erreicht und ob die Due Diligence zur Stahlsparte in ein verbindliches Angebot mündet.
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