Cotton: Ungeklärt und beunruhigend?
Die Baumwollpreise geben nach, da sinkende Ölnotierungen synthetische Fasern verbilligen und das USDA die globale Produktionsschätzung erhöht. Dürresorgen in den USA wirken als Gegenpol.

Kurz zusammengefasst
- Ölpreisverfall dämpft Attraktivität von Baumwolle
- USDA erhöht globale Produktionsprognose deutlich
- Extreme Trockenheit in US-Anbaugebieten stützt Preise
- Technische Verkäufe nach Unterschreiten von 72 Cent
Die jüngste Erholung am Baumwollmarkt ist am Freitag ins Stocken geraten. Während anhaltende Dürresorgen in den USA die Preise stützten, sorgte ein kräftiger Kursrutsch am Ölmarkt für Gegenwind. Händler nutzten die Gelegenheit, um Gewinne mitzunehmen, nachdem eine wichtige psychologische Marke nicht verteidigt werden konnte.
Der Ölpreis als Bremsklotz
Verantwortlich für den Rücksetzer war vor allem die Schwäche im Energiesektor. Der Preis für WTI-Rohöl gab deutlich um über zwei Dollar pro Barrel nach. Für den Baumwollmarkt ist das ein direktes Problem: Sinkende Ölpreise verbilligen die Produktion von synthetischen Fasern wie Polyester. Da Polyester der wichtigste Konkurrent der Naturfaser ist, schwindet bei niedrigen Energiepreisen die relative Attraktivität von Baumwolle.
Zusätzlicher Druck kam von der Angebotsseite. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) erhöhte in seinem jüngsten WASDE-Bericht die globalen Produktionsprognosen für China und Indien um insgesamt 900.000 Ballen. Diese Kombination aus günstigerer Konkurrenz und höheren Erwartungen an die Weltmarktversorgung löste technische Verkäufe aus, sobald der Kurs unter die Marke von 72 US-Cent rutschte.
Dürre und Dollar stützen
Ein tieferer Absturz wurde jedoch durch zwei Faktoren verhindert. Zum einen gab der US-Dollar-Index leicht nach, was die Exportwettbewerbsfähigkeit von US-Baumwolle für Käufer aus der Türkei oder Vietnam erhöht. Zum anderen bleibt die fundamentale Lage in den USA angespannt. In wichtigen Anbaugebieten wie West-Texas herrscht weiterhin extreme Trockenheit, was das tatsächliche Angebot verknappen könnte.
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Die Marktteilnehmer agierten zum Wochenschluss vorsichtig. Das Handelsvolumen lag etwa 12 % unter dem Durchschnitt der letzten 30 Tage. Institutionelle Anleger haben ihre Wetten auf fallende Kurse zuletzt massiv reduziert, was die Rally der vergangenen Monate überhaupt erst ermöglicht hatte.
Die technischen Marken
Der Mai-Kontrakt beendete den Handel bei 71,27 US-Cent pro Pfund, was einem Minus von 0,56 % entspricht. Damit sitzt der Preis fast punktgenau auf der kurzfristigen Unterstützung bei 71,25 US-Cent auf.
- Mai 2026 Kontrakt: 71,27 US-Cent (-0,56 %)
- Juli 2026 Kontrakt: 75,33 US-Cent (+0,01 %)
- Dezember 2026 Kontrakt: 76,87 US-Cent (Wochenplus)
Am Sonntagabend rückt die Wettervorhersage für den Südwesten der USA in den Mittelpunkt. Regen im Texas Panhandle könnte die Preise weiter belasten, während anhaltende Trockenheit die Bullen zurück an den Markt locken dürfte. Sollte die Unterstützung bei 71 US-Cent in der kommenden Woche fallen, rechnen Marktbeobachter mit einer Ausweitung der Korrektur.
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