Japan setzt im Wettlauf um kritische Rohstoffe verstärkt auf Australien. Das japanische Handelshaus Sojitz weitet seine Seltene-Erden-Importe vom australischen Produzenten Lynas Rare Earths deutlich aus. Ab April 2026 bezieht Sojitz erstmals Samarium – ein Element, das in Permanentmagneten für Rüstungs- und Raumfahrtanwendungen zum Einsatz kommt.
Die Expansion erfolgt vor dem Hintergrund verschärfter Exportkontrollen Chinas, das rund 85 bis 90 Prozent der weltweiten Raffinerie- und Separationskapazitäten für Seltene Erden kontrolliert. Lynas bleibt der einzige kommerzielle Produzent separierter Seltenerdoxide außerhalb Chinas im relevanten Maßstab.
Wichtigste Entwicklungen:
- Samarium-Importe starten im April 2026
- Bis Mitte 2027 sollen bis zu sechs Elemente bezogen werden
- Lynas hat Samarium-Produktion auf erstes Halbjahr 2026 vorgezogen
- Partnerschaft zwischen Sojitz und Lynas besteht seit 2011
Erweiterung des Element-Portfolios
Sojitz importiert seit Oktober 2025 bereits die schweren Seltenen Erden Dysprosium und Terbium von Lynas. Beide Elemente sind unverzichtbar für Hochtemperatur-Neodym-Eisen-Bor-Magnete (NdFeB), die in Elektromotoren und Windturbinen verbaut werden.
Mit der geplanten Ausweitung will Sojitz bis Mitte 2027 bis zu sechs mittlere und schwere Seltene Erden von Lynas beziehen. Dazu zählen Gadolinium, das in der medizinischen Bildgebung und in Reaktorkontrollstäben Verwendung findet, sowie Yttrium für supraleitende Materialien in medizinischer Ausrüstung.
Konkrete Importmengen nannte Sojitz gegenüber Reuters nicht.
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Beschleunigte Produktion
Lynas hat den Start seiner Samarium-Produktion vom ursprünglich anvisierten Jahr 2027 auf das erste Halbjahr 2026 vorgezogen. Als Grund nennt das Unternehmen die hohe Nachfrage nach dem Element.
Samarium dient als Ausgangsstoff für Samarium-Kobalt-Permanentmagnete (SmCo), die aufgrund ihrer Temperaturstabilität besonders im Verteidigungs- und Luftfahrtsektor gefragt sind.
Strategischer Hintergrund
Die Partnerschaft zwischen Sojitz und Lynas reicht bis ins Jahr 2011 zurück. Tokio reagierte damals auf chinesische Exportbeschränkungen vom Jahr 2010, die Lieferengpässe bei japanischen Herstellern ausgelöst hatten.
Die aktuelle Ausweitung der Zusammenarbeit fügt sich in eine breitere Strategie westlicher Regierungen ein, Lieferketten außerhalb Chinas aufzubauen. Anfang Februar 2026 stellte US-Vizepräsident JD Vance Pläne vor, Verbündete in einem Handelsblock für kritische Mineralien zu koordinieren – einschließlich koordinierter Mindestpreise.
Für Lynas festigt die erweiterte Vereinbarung die Position als strategischer Partner für westliche Abnehmer. Die Abhängigkeit von chinesischen Raffinerien bleibt für Japan, die USA und europäische Staaten eine zentrale Herausforderung bei der Versorgung mit Seltenen Erden.
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