RWE Aktie: Rückschlag in den USA
RWE zieht sich aus einem US-Solarprojekt zurück, nachdem die Netzanschlusskosten von 1,25 auf 72 Millionen Dollar gestiegen sind. Die US-Aufsicht wies eine Beschwerde ab, was strukturelle Netzprobleme offenbart.

Kurz zusammengefasst
- Kosten für US-Solarprojekt explodieren um das 57-fache
- US-Aufsichtsbehörde weist Rwe-Beschwerde zurück
- Aktienkurs von RWE fällt nach der Nachricht deutlich
- Strukturelle Netzprobleme belasten US-Wachstumsmarkt
Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Nordamerika erweist sich für RWE als teurer Hürdenlauf. Eine drastische Kostenexplosion bei einem Solarprojekt in Maryland zwingt den Energiekonzern nun zum Rückzug. Die US-Aufsichtsbehörden stellten sich am Donnerstag zudem auf die Seite der Netzbetreiber und wiesen eine formelle Beschwerde der deutschen Tochtergesellschaft ab.
Im Zentrum des Konflikts stand ein geplantes Solar- und Batterieprojekt mit 125 Megawatt Kapazität. Ursprünglich veranschlagte der regionale Netzbetreiber PJM Interconnection überschaubare 1,25 Millionen US-Dollar für die Anbindung an das lokale Stromnetz. In einer späteren Überarbeitung korrigierte PJM diese Summe massiv nach oben auf fast 72 Millionen US-Dollar. Angesichts dieser enormen Verteuerung zog RWE das Projekt aus der Warteschlange zurück und schaltete die Federal Energy Regulatory Commission (FERC) ein. Die Aufsichtsbehörde urteilte nun, dass der Netzbetreiber mit der Neuberechnung nicht gegen geltende Richtlinien zur Kostenverteilung verstoßen habe.
Strukturelle Netzprobleme belasten
Die USA zählen mit einer bereits installierten operativen Kapazität von knapp 13 Gigawatt zu den wichtigsten strategischen Wachstumsmärkten für RWE. Die Entscheidung aus Washington verdeutlicht allerdings ein branchenweites Risiko: Die zunehmende Auslastung der amerikanischen Stromnetze erfordert kostspielige Upgrades. Die Aufsichtsbehörde räumte in ihrer Stellungnahme selbst ein, dass unkalkulierbare Anschlusskosten derzeit eine erhebliche finanzielle Unsicherheit für Entwickler neuer Energieanlagen darstellen.
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An der Börse sorgten diese operativen Gegenwinde zum Wochenausklang für spürbare Verstimmung. Am Freitag gab der Kurs um 4,85 Prozent auf 54,96 Euro nach. Trotz dieses Dämpfers bleibt die übergeordnete Aufwärtsbewegung intakt, auf 12-Monats-Sicht notiert der Titel weiterhin mit einem komfortablen Plus von über 71 Prozent.
Die Niederlage vor der US-Behörde zwingt RWE nun dazu, künftige Projektkalkulationen in Nordamerika mit deutlich höheren Risikopuffern für die Infrastruktur zu versehen. Solange die regulatorische Kostenverteilung beim Netzausbau derart volatil bleibt, müssen Investoren bei neuen US-Erneuerbaren-Projekten mit kurzfristigen Verzögerungen und strengeren Rentabilitätsprüfungen rechnen.
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