SAP steht selten so sehr im Mittelpunkt wie dieser Tage — nicht durch eigene Schlagzeilen, sondern durch das, was rund um die Plattform entsteht. Gleich mehrere Partnerschaftsmeldungen vom heutigen Dienstag zeigen, wie eng das SAP-Ökosystem mit Themen verknüpft ist, die Unternehmenskunden gerade bewegen: KI-Governance, Cybersicherheit und der Druck, IT-Kosten zu kontrollieren.
KI-Risiken messbar machen
Das Schweizer Unternehmen LatticeFlow AI ist ab sofort über den SAP Store verfügbar. Die Plattform ermöglicht es Unternehmen, KI-Systeme technisch auf Risiken zu prüfen — konkret geht es um Bewertungen nach ISO/IEC-4200x-Standards sowie um Nachweise für die Einhaltung des EU AI Act. Gerade für SAP-Kunden in regulierten Branchen dürfte das relevant sein: Wer KI-Modelle in produktiven Umgebungen einsetzt, braucht bald mehr als interne Richtlinien — er braucht prüfbare Belege.
Ergänzend dazu hat SecurityBridge heute den sogenannten Cybersecurity Resilience Index for SAP (CRIS) veröffentlicht. Der Bericht basiert auf anonymisierten Daten aus tausenden SAP-Produktivsystemen und liefert Benchmarks in acht Sicherheitsbereichen. Das ernüchternde Ergebnis: Neue Kunden starten typischerweise mit einem Sicherheitsscore zwischen 30 und 40 Prozent. Applikationskontrollen schneiden mit gerade einmal 40 Prozent am schlechtesten ab — ein Hinweis auf teils erhebliche Lücken bei der Absicherung von Zahlungsprozessen und Geschäftslogik.
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Druck auf Lizenzmodelle hält an
Auf der anderen Seite des Spektrums zeigt der Fall des brasilianischen Unternehmens Lwart Environmental Solutions, dass der Wettbewerb um SAP-Wartungsverträge weiter läuft. Lwart hat seine bestehende Zusammenarbeit mit dem Drittanbieter Rimini Street auf VMware-Support ausgeweitet — ausgelöst durch die stark gestiegenen Lizenzkosten nach der Broadcom-Übernahme. Das Unternehmen betreibt SAP ECC 6 für rund 1.100 Nutzer, darunter 540 mobil vernetzte Lkw-Fahrer. Die Botschaft: Für Bestandssysteme suchen Kunden aktiv nach Alternativen zum direkten Herstellersupport.
Hinzu kommt eine Kooperation zwischen xSuite Group und Vertex, die gemeinsam SAP-basierte Purchase-to-Pay-Prozesse in den USA, der DACH-Region und dem EMEA-Raum bedienen wollen. Und BearingPoint verzahnt seine Asset-Funding-Plattform mit Fahrzeugbewertungsdaten von autobiz — eine Nischenlösung, aber symptomatisch für die zunehmende Spezialisierung innerhalb des SAP-Partnernetzwerks.
Was das für SAP bedeutet
Für Investoren liefern diese Meldungen kein unmittelbares Kurssignal. Was sie zeigen: Das SAP-Ökosystem bleibt lebendig und zieht Partnerschaften an, die auf aktuelle Regulierungsthemen wie den EU AI Act einzahlen. Gleichzeitig verdeutlicht der Lwart-Fall, dass günstigere Drittanbieter weiterhin Marktanteile im lukrativen Wartungsgeschäft beanspruchen. Wie groß dieser Abfluss langfristig ist, bleibt eine der offenen Fragen für das laufende Geschäftsjahr.
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