TTM Technologies hat gestern nach Börsenschluss mit seinen Zahlen für das vierte Quartal 2025 überzeugt – und verlor dennoch prompt über 10 Prozent an Wert. Der Leiterplattenhersteller steigerte den Umsatz im Schlussquartal um satte 19 Prozent auf 774,3 Millionen Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 752,9 Millionen Dollar deutlich. Beim Gewinn je Aktie landete TTM bei 0,70 Dollar – zwei Cent mehr als erwartet.
Die Reaktion der Investoren mutet auf den ersten Blick irrational an. Schließlich hat das Unternehmen nicht nur die Erwartungen geschlagen, sondern auch eine zuversichtliche Prognose für das laufende erste Quartal 2026 abgegeben. Doch ein Blick auf die Kursentwicklung der vergangenen Monate liefert eine Erklärung: Die Aktie war zuvor um mehr als 580 Prozent vom 52-Wochen-Tief gestiegen und handelte bereits über dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten von 103,25 Dollar.
Künstliche Intelligenz als Haupttreiber
Der außergewöhnliche Erfolg von TTM speist sich vor allem aus zwei Megatrends: dem Boom bei KI-Rechenzentren und steigenden Verteidigungsausgaben. Besonders beeindruckend entwickelte sich das Geschäft mit Rechenzentren, das im vierten Quartal um 57 Prozent zulegte. CEO Edwin Roks betont, dass KI-Server Leiterplatten benötigen, die 50 bis 60 Mal größer sind als bei herkömmlichen Servern.
Das Verteidigungs- und Luftfahrtsegment, das mittlerweile 46 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, wuchs im Jahresvergleich um solide 5 Prozent. Für zusätzlichen Schub sorgt hier ein mehrjähriger Vertrag mit Raytheon über bis zu 200 Millionen Dollar für Komponenten des LTAMDS-Radarsystems. Zusammen steuern beide Bereiche rund 80 Prozent zum Konzernumsatz bei.
Ambitionierte Ziele setzen Messlatte hoch
Für das laufende erste Quartal 2026 peilt TTM einen Umsatz zwischen 770 und 810 Millionen Dollar an – deutlich über den Analystenschätzungen von 736,3 Millionen Dollar. Beim Gewinn je Aktie rechnet das Management mit 0,64 bis 0,70 Dollar, während die Experten im Schnitt nur 0,61 Dollar auf dem Zettel hatten.
Mittelfristig hat sich CEO Roks noch ehrgeizigere Ziele gesteckt: Bis 2028 soll der Umsatz jährlich um 15 bis 20 Prozent wachsen. Den Gewinn je Aktie will das Unternehmen von 2025 bis 2027 sogar verdoppeln – eine Ansage, die kaum Raum für Ausrutscher lässt. Bei einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 41 auf Basis der erwarteten Gewinne haben Anleger diese rosigen Aussichten allerdings bereits großzügig eingepreist.
Bewertung bleibt die Achillesferse
Der Kursrückgang nach den starken Zahlen zeigt, wie angespannt die Bewertungslage ist. Mit einer Marktkapitalisierung von 11,1 Milliarden Dollar hat TTM den Sprung vom Small Cap zum Mitglied des S&P MidCap 400 geschafft. Die Aufnahme in den renommierten Index könnte durchaus einer der Gründe für den vorangegangenen Kursanstieg gewesen sein – Indexfonds mussten die Aktie kaufen.
Das Auftragsbuch sieht jedenfalls solide aus: Das Book-to-Bill-Verhältnis kletterte von 1,09 auf 1,35, im Verteidigungsgeschäft sogar auf 1,46. Der 90-Tage-Auftragsbestand stieg von 500 auf 650 Millionen Dollar. Diese Kennzahlen signalisieren anhaltend starke Nachfrage.
Die Aktie steht nun vor der Bewährungsprobe: Kann TTM die hochgesteckten Wachstumsziele tatsächlich erreichen und damit die Premium-Bewertung rechtfertigen? Oder haben die Anleger zu optimistisch in die Zukunft geblickt? Der Titel notiert aktuell bei 107,28 Dollar – knapp unter dem Schlusskurs von Dienstag bei 107,57 Dollar.
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