Daimler Truck Aktie: Doppeloffensive

Daimler Truck treibt parallel autonome Fahrzeugtests in den USA voran und stellt eine neue Motorengeneration vor, während der Absatz im vergangenen Jahr rückläufig war.

Kurz zusammengefasst:
  • Torc Robotics testet autonome Lkw in Michigan
  • Neue Motoren für verschärfte US-Emissionsnormen
  • Absatzrückgang bei Gesamtfahrzeugen im Jahr 2025
  • Mercedes-Benz plant Teilverkauf seiner Beteiligung

Kurz vor den Jahreszahlen schlägt Daimler Truck zwei strategische Pflöcke ein: Während die Autonomie-Tochter Torc ihre Tests auf Michigan ausweitet, präsentiert die Antriebsmarke Detroit eine neue Motorengeneration für strengere US-Emissionsstandards. Der Konzern fährt damit bewusst zweigleisig – klassischer Diesel und selbstfahrende Lkw parallel.

Torc testet auf Michigans Straßen

Die Tochtergesellschaft Torc Robotics hat am 24. Februar ihre autonomen Lkw-Tests auf öffentliche Straßen in Michigan ausgeweitet. Zum Einsatz kommt das neueste Autonomiechassis auf Basis des Freightliner Cascadia. Die Expansion ergänzt bestehende Testbetriebe in Dallas-Fort Worth und Blacksburg.

Daimler Truck

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Michigan bietet Torc neue Umgebungsbedingungen und saisonale Herausforderungen, um Software und Hardware der nächsten Generation zu validieren. Das 2005 gegründete Unternehmen fokussiert sich auf Hub-to-Hub-Fernstreckenanwendungen – ein Segment mit hohem Automatisierungspotenzial.

Detroit Gen 6: Bereit für EPA 2027

Parallel stellte Detroit am 19. Februar sein Gen-6-Motorenportfolio vor. Die Modelle DD13, DD15 und DD16 erfüllen die verschärften EPA-Emissionsstandards 2027. Ein neu integriertes Pre-SCR-System und optimiertes Kraftstoffsystem sollen Stickoxide reduzieren und gleichzeitig die Effizienz steigern.

In typischen Fernstreckenanwendungen verbessert sich die Kraftstoffeffizienz um rund drei Prozent. Vor der Markteinführung absolvierten die Motoren über 60.000 Prüfstandstunden und acht Millionen Praxiskilometer. Die Gen-6-Motoren DD13 und DD15 werden ab Januar 2027 verfügbar sein, der DD16 folgt ein Jahr später.

Herausforderndes Jahr 2025

Die Zahlen für 2025 zeigen deutliche Bremsspuren: Der Konzern lieferte 422.510 Fahrzeuge aus, acht Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders stark fiel der Rückgang in Nordamerika aus – minus 26 Prozent auf 141.814 Einheiten.

Ein Lichtblick: Der Absatz batteriebetriebener Fahrzeuge legte um 67 Prozent auf 6.726 Einheiten zu. Gemessen am Gesamtvolumen bleibt dieser Bereich aber noch überschaubar. Am 12. März präsentiert Daimler Truck die vollständigen Finanzzahlen und den Ausblick für 2026.

Mercedes plant Teilausstieg

Zusätzliche Bewegung kommt vom Großaktionär: Mercedes-Benz will einen Teil seiner 35-Prozent-Beteiligung verkaufen, wie CFO Harald Wilhelm am 12. Februar mitteilte. Die Erlöse sollen an Investoren zurückfließen – insgesamt könnte Mercedes 2026 rund sechs Milliarden Euro ausschütten.

Am 12. März wird sich zeigen, ob der Ausblick die strategischen Investitionen in Autonomie und neue Antriebstechnik untermauert. Die Hauptversammlung folgt am 26. Mai in Stuttgart.

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