ABO Energy steht vor einer umfassenden Restrukturierung. Der Projektentwickler für erneuerbare Energien aus Wiesbaden rechnet für 2025 mit einem Verlust von rund 170 Millionen Euro – fast doppelt so viel wie noch im November prognostiziert. Um Zeit für die Ausarbeitung eines Sanierungskonzepts zu gewinnen, hat das Unternehmen eine Stillhaltevereinbarung mit seinen wichtigsten Kreditgebern geschlossen.
Die wichtigsten Fakten:
- Erwarteter Jahresfehlbetrag 2025: ca. 170 Mio. Euro
- Stillhaltevereinbarung mit Gläubigern seit 23. Januar 2026
- Sanierungsgutachten soll Anfang Februar vorliegen
- Projektpipeline: rund 30 Gigawatt
- Personalabbau wahrscheinlich
Gläubiger verzichten auf Kündigungsrechte
Am 23. Januar schloss ABO Energy eine Stillhaltevereinbarung mit den Gläubigern wesentlicher Finanzierungsvereinbarungen. Betroffen sind Konsortialkredite, bilaterale Darlehen, ausgewählte Garantielinien und Schuldscheindarlehen. Die Finanzierungspartner verzichten während der laufenden Verhandlungen auf die Ausübung potenzieller Kündigungsrechte.
Auch die Anleihegläubiger der Unternehmensanleihe 2024/2029 müssen dem Restrukturierungskonzept zustimmen. Das Unternehmen plant eine Abstimmung ohne Versammlung, bei der die Gläubiger unter anderem auf die Negativverpflichtungsklausel verzichten sollen. Eine digitale Informationsveranstaltung für Anleihegläubiger findet am 5. Februar statt.
Verlust verdoppelt sich gegenüber November-Prognose
Mitte Januar passte ABO Energy die Jahresprognose erneut an. Statt der im November kommunizierten rund 95 Millionen Euro Verlust erwartet die Geschäftsführung nun einen Konzernjahresfehlbetrag von etwa 170 Millionen Euro. Die Konzerngesamtleistung dürfte bei rund 230 Millionen Euro liegen.
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Verantwortlich für die Krise sind vor allem Überzeichnungen bei Wind-an-Land-Auktionen in Deutschland mit deutlich reduzierten Einspeisevergütungen. Wesentliche Windprojekte verschoben sich zudem ins laufende Geschäftsjahr 2026. Sonderabschreibungen aufgrund gesunkener Erwartungen an Zuschlagsniveaus und ein herausforderndes internationales Marktumfeld verschärften die Situation zusätzlich.
Transformation zum Betreibermodell
Die Geschäftsführung hat ein Effizienz- und Transformationsprogramm gestartet. Hübner Management wurde als externes CRO-Team mit der operativen Umsetzung der Restrukturierung beauftragt. Personalreduzierungen bezeichnete das Unternehmen als wahrscheinlich. Gleichzeitig treibt ABO Energy die Transformation in ein Betreibermodell (IPP – Independent Power Producer) voran.
Die Projektpipeline von rund 30 Gigawatt an Wind-, Solar- und Batterieprojekten soll die Grundlage für eine Rückkehr zur Profitabilität bilden. Mehr als ein Drittel dieser Kapazität befindet sich in Deutschland und Frankreich. Ob die Sanierung gelingt, hängt vom Entwurf des Sanierungsgutachtens ab, das in der ersten Februarhälfte vorliegen soll.
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