Der Plan schien fertig, doch jetzt gibt es massiven Gegenwind. Anwälte von knapp 20.000 Klägern blockieren den schnellen Abschluss des jüngsten Glyphosat-Vergleichs. Statt der erhofften kurzfristigen Rechtssicherheit droht dem Leverkusener Konzern nun eine erneute Hängepartie vor den US-Gerichten.
Widerstand gegen den Zeitplan
Der organisierte Widerstand formiert sich konkret vor einem Gericht in St. Louis. Die Klägervertreter kritisieren den von Bayer angestrebten Zeitplan als unrealistisch und potenziell schädlich für ihre Mandanten. Dass über das komplexe 7,25-Milliarden-Dollar-Paket bereits am 4. März – nur gut zwei Wochen nach der öffentlichen Bekanntgabe – vorläufig entschieden werden soll, lehnen sie kategorisch ab.
In ihrem Antrag fordern die Anwälte eine Verschiebung der Anhörung um mindestens 60 Tage. Nur so sei eine angemessene Prüfung der umfangreichen Vergleichsbedingungen möglich. Bayer hingegen verteidigt den Vorschlag weiterhin als fair und drängt auf die Einhaltung der Fristen, um das leidige Kapitel endlich schließen zu können.
Die Konditionen auf dem Prüfstand
Für den DAX-Konzern steht viel auf dem Spiel. Der am 17. Februar verkündete Vergleich soll nicht nur bestehende, sondern auch zukünftige Ansprüche abdecken. Insgesamt sind in den USA noch rund 65.000 Fälle offen, bei denen Kläger ihre Krebserkrankungen auf den Unkrautvernichter Roundup zurückführen.
Brisant ist dabei eine spezifische Ausstiegsklausel im Vertragswerk: Sollten sich nicht genügend Kläger für eine Teilnahme entscheiden, behält sich Bayer das Recht vor, von dem gesamten Vergleich zurückzutreten. Eine Verzögerung der gerichtlichen Prüfung könnte genau diese Akzeptanzquote gefährden, da sie den Gegnern mehr Zeit gibt, Zweifel an der Angemessenheit der Entschädigungssummen zu säen.
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Nervosität im Chartbild
An der Börse hinterlässt die neue Unsicherheit bereits deutliche Spuren. Nachdem die Aktie Mitte Februar noch ein 52-Wochen-Hoch bei 49,17 Euro markierte, ging es zuletzt spürbar abwärts. Gestern schloss das Papier bei 41,87 Euro, was einem Abstand von knapp 15 Prozent zum jüngsten Hoch entspricht.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist mit einem Wert von 19,6 inzwischen in den stark überverkauften Bereich gefallen. Dies deutet auf eine kurzfristige Übertreibung nach unten hin, spiegelt aber auch die hohe Nervosität der Marktteilnehmer wider. Trotz der jüngsten Korrektur steht auf Sicht von zwölf Monaten immer noch ein Plus von rund 85 Prozent zu Buche.
Ob der ehrgeizige Zeitplan hält, liegt nun in der Hand des Gerichts in Missouri. Gibt der Richter dem Antrag auf Verschiebung statt, verlängert sich die Unsicherheit bis in den späten Frühling. Investoren müssen sich darauf einstellen, dass die juristische Aufarbeitung der Glyphosat-Lasten auch im Jahr 2026 Geduld erfordert.
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