Nike setzt seinen Konzernumbau fort und streicht in den USA hunderte Stellen in der Logistik. Parallel bleibt das Geschäft unter Druck: Margen sinken, China schwächelt und der Aktienkurs hat sich über drei Jahre mehr als halbiert. Die zentrale Frage: Reicht das angekündigte Sparprogramm, um die Trendwende zu schaffen?
Stellenabbau in Logistikzentren
Nike baut 775 Stellen in US-Distributionszentren ab, vor allem in Tennessee und Mississippi. Es ist die nächste Runde im Restrukturierungsprogramm nach rund 1.000 gestrichenen Büro-Jobs im vergangenen Sommer.
Das Management begründet die Maßnahmen mit dem Ziel, die Kostenbasis zu verschlanken und die Lieferkette neu auszurichten. Die Schwerpunkte:
- Komplexität reduzieren und operative Flexibilität erhöhen
- Einsatz von Technologie und Automatisierung beschleunigen
- Netzwerk der Distributionsstandorte straffen
- Grundlage für langfristig profitables Wachstum schaffen
Morningstar-Analyst David Swarz wertet die Einschnitte als folgerichtig. Die Absatztrends der vergangenen zwei Jahre seien deutlich schwächer als üblich gewesen, was darauf hindeute, dass Nike Lagerkapazitäten und Personal im Zuge der Direct-to-Consumer-Offensive überdimensioniert habe.
Comeback erst zur Hälfte
CEO Elliott Hill, seit 2024 im Amt, sprach im Dezember von den „mittleren Innings“ des Comebacks – der Turnaround sei also noch nicht weit fortgeschritten. Die Zahlen des zweiten Fiskalquartals unterstreichen den Handlungsbedarf:
- Der Nettogewinn sank im Jahresvergleich um 32 % auf 792 Mio. US-Dollar
- Das verwässerte Ergebnis je Aktie fiel ebenfalls um 32 % auf 0,53 US-Dollar
- Die Bruttomarge schrumpfte um 300 Basispunkte auf 40,6 %
- Die Erlöse in Greater China brachen um 17 % ein
- Direct-to-Consumer-Umsätze gingen um 8 % zurück
Großhandel als Lichtblick
Während Direktvertrieb und China schwächeln, legte der Großhandel zu. Die Erlöse mit Handelspartnern stiegen im Jahresvergleich um 8 %. Nike arbeitet damit sichtbar an der Rückkehr zu wichtigem stationärem Handel, nachdem der frühere CEO John Donahoe stark auf Direktverkauf gesetzt und einige Partnerschaften gelockert hatte.
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Aktie hinkt dem Markt hinterher
An der Börse spiegelt sich der Druck klar wider. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie rund 1 % im Minus, während der S&P 500 etwa 2 % zugelegt hat. Mit einem aktuellen Kurs um 63 US-Dollar ergibt sich:
- Rückgang von mehr als 50 % in den vergangenen drei Jahren
- Minus von rund 52 % auf Fünf-Jahres-Sicht
Die Bewertung bleibt trotz Kursrückgang sportlich:
- Marktkapitalisierung: ca. 96 Mrd. US-Dollar
- Kurs-Gewinn-Verhältnis: 38
- Dividendenrendite: etwa 2,5 %
- 50-Tage-Durchschnitt: rund 64 US-Dollar
- 200-Tage-Durchschnitt: etwa 64–67 US-Dollar
Analysten gespalten
Die Einschätzungen am Markt fallen uneinheitlich aus. Jüngste Kursziele zeigen ein breites Spektrum:
- BTIG Research: „Buy“ mit Kursziel 100 US-Dollar
- Robert W. Baird: Kursziel von 93 auf 85 US-Dollar gesenkt, Einstufung „Outperform“
- Daiwa Capital Markets: Kursziel von 75 auf 61 US-Dollar reduziert
- Deutsche Bank: Kursziel 67 US-Dollar
Finanzvorstand Matt Friend bezeichnet das Geschäftsjahr 2026 als Übergangsjahr. Das Unternehmen ringe sowohl mit vorübergehenden als auch mit strukturellen Gegenwinden. Für das dritte Fiskalquartal stellt Nike einen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Die Bruttomarge soll um 175 bis 225 Basispunkte fallen.
Zölle drücken zusätzlich auf die Marge
Zu den internen Baustellen kommen externe Belastungen. Höhere Zölle in Nordamerika treffen die Profitabilität deutlich. Nach Unternehmensangaben belasten sie die Bruttomarge im dritten Quartal voraussichtlich mit 315 Basispunkten. Ohne diesen Effekt hätte Nike eine Margensteigerung statt eines Rückgangs prognostiziert.
Die Lagerbestände lagen zuletzt bei 7,7 Mrd. US-Dollar. Während die Stückzahl um 3 % zurückging, blieb der Wert erhöht, weil Zölle und höhere Produktkosten die Bestände verteuern. Wie schnell Nike Überschussbestände zu auskömmlichen Margen abbauen kann, wird damit zu einem entscheidenden Faktor für die weitere Ergebnisentwicklung im laufenden Übergangsjahr.
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