Gold: Unverändertes Niveau?

Der Goldpreis gibt nach vier positiven Tagen leicht nach. Neue US-Zölle und ein stärkerer Dollar wirken als Bremse, während die langfristigen Stützfaktoren wie ETF-Zuflüsse intakt bleiben.

Kurz zusammengefasst:
  • Neue US-Zollrunde verunsichert Märkte
  • Gold verliert nach Rally leicht an Wert
  • Starke Zuflüsse in globale Gold-ETFs
  • Geopolitische Termine halten Nachfrage hoch

Gold bekommt heute einen kleinen Dämpfer – und das ausgerechnet in einer Phase, in der die politische Unsicherheit eigentlich Rückenwind liefern sollte. Auslöser ist die neue US-Zollrunde, die nach einem Supreme-Court-Urteil kurzfristig umgestellt wurde. Wie viel Stabilität steckt in der jüngsten Rally, wenn gleichzeitig Dollar und Gewinnmitnahmen gegenhalten?

Supreme Court und Trumps Zoll-Plan: Warum der Markt nervös ist

Der aktuelle Impuls kommt aus Washington. Der US Supreme Court erklärte am 20. Februar in einem 6:3-Urteil Trumps Nutzung des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) zur Erhebung von Zöllen für verfassungswidrig – und verwies die Zuständigkeit klar an den Kongress.

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Die Antwort folgte schnell: Trump stützte sich auf Section 122 des Trade Act von 1974. Damit sind temporäre Zölle bei „großen und ernsthaften Zahlungsbilanzdefiziten“ möglich. Startpunkt: 10% Globalzölle, die heute in Kraft treten. Zwar kündigte Trump am Samstag eine Erhöhung auf 15% (gesetzliches Maximum) an, laut BBC gab es dafür am Dienstag aber zunächst keine formelle Anweisung – es blieb also bei 10%. Genau diese Unklarheit wirkt wie Sand im Getriebe.

Auch Handelspartner reagierten: Die EU setzte die Ratifizierung ihres Handelsabkommens mit den USA aus, Indien verschob Gespräche über ein Interimsabkommen. Großbritannien wiederum stellte Gegenmaßnahmen in Aussicht, falls die USA bilaterale Zusagen nicht einhalten. Zusätzlich warnte Trump laut Reuters am Montag Länder, die bestehende Deals infrage stellen, vor deutlich höheren Zöllen über andere Handelsgesetze.

Gewinnmitnahmen, stärkerer Dollar – trotz „sicherem Hafen“

Nach vier positiven Handelstagen kam es heute zu Gewinnmitnahmen. Gleichzeitig zog der US-Dollar-Index leicht an, was Gold außerhalb des Dollarraums teurer macht und typischerweise bremst. In den bereitgestellten Marktdaten spiegelt sich das im Tagesminus von -1,05% auf 5.192,90 USD.

Gegenläufig bleibt die „Safe-Haven“-Logik grundsätzlich intakt: Die US-Rendite zehnjähriger Staatsanleihen lag laut Quelle bei 4,07%, der Fed-Leitzins bei 3,75%. Gold wirft zwar keine Zinsen ab, doch das Umfeld gilt weiterhin als unterstützend – nur eben nicht stark genug, um Dollar-Effekt und Profit-Taking sofort zu überdecken.

China zurück am Markt, ETF-Zuflüsse bleiben ein Pfund

Ein weiterer Fokus liegt auf China: Nach der einwöchigen Lunar-New-Year-Pause öffneten die Märkte wieder. Der World Gold Council meldete für Januar kräftige Zuflüsse in chinesische Gold-ETFs von 44 Mrd. Yuan (rund 6,2 Mrd. USD) und Rekordbestände von 286 Tonnen. Die CPM Group verwies gegenüber Reuters darauf, dass die Preise in dieser Woche mit zunehmender Handelsaktivität nach der Pause auch „scharf ansteigen“ könnten. Gleichzeitig steht im Raum, dass die Nachfrage nach dem Neujahrsfest saisonal häufig nachlässt.

Global bleibt der ETF-Trend ebenfalls auffällig: Laut World Gold Council flossen im Januar 2026 weltweit 19 Mrd. USD in Gold-ETFs (Rekordmonat), die Bestände stiegen um 120 Tonnen auf 4.145 Tonnen.

Zum Kalender kommen zudem geopolitische Termine: Am Donnerstag sind neue USA-Iran-Gespräche zum Nuklearprogramm in Genf angesetzt, die laut Quelle in einer Sackgasse stecken – ein weiterer Faktor, der die Absicherungsnachfrage am Leben hält.

Unterm Strich ist der heutige Rücksetzer eher eine Abkühlung nach der jüngsten Serie als ein Richtungswechsel: Entscheidend werden in den nächsten Tagen die Reaktion der chinesischen Marktteilnehmer, die weitere Ausgestaltung der Section-122-Zölle (inklusive Laufzeit von 150 Tagen ohne Kongressverlängerung) und die Ergebnisse der Iran-Verhandlungen am Donnerstag.

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