Nach einer beeindruckenden Rallye gerät der Höhenflug des Rüstungskonzerns ins Stocken. Das Analysehaus Jefferies warnt nun vor einer ausgereizten Bewertung, während das Unternehmen gleichzeitig seine Führungsriege neu aufstellt. Anleger stehen vor der entscheidenden Frage: Ist das Kurspotenzial nach der jüngsten Performance vorerst erschöpft oder bietet der Rücksetzer neue Chancen?
- Analysten-Votum: Jefferies bestätigt „Hold“ und sieht begrenzte Kurschancen.
- Wettbewerb: Hohe Dynamik im Drohnenabwehr-Sektor durch Konkurrenten.
- Personalie: Inka Tews wird neue Personalvorständin.
- Kursentwicklung: Wochenausklang mit Verlusten bei 83,65 Euro.
Analysten warnen vor Bewertungshöhe
Die Skepsis der Analysten drückte am Freitag auf die Stimmung. Zum Wochenausklang bestätigte Jefferies-Expertin Chloe Lemarie ihre Einstufung für Hensoldt mit „Hold“ und beließ das Kursziel bei 90 Euro. Zwar bezeichnet Lemarie den Rüstungssektor in ihrer Studie für 2026 weiterhin als bevorzugtes Segment, die Bewertung von Hensoldt erscheint ihr auf dem aktuellen Niveau jedoch ambitioniert.
Diese Einschätzung ist angesichts der Kursentwicklung nachvollziehbar: Mit einem Plus von über 123 Prozent in den letzten 12 Monaten hat das Papier bereits viele Vorschusslorbeeren eingepreist. Lemarie favorisiert derzeit andere Titel wie Renk. Einigkeit herrscht unter den Experten jedoch nicht, denn die Deutsche Bank sah erst kürzlich mit einem Kursziel von 101 Euro noch deutliches Potenzial nach oben.
Drohnenabwehr: Markt mit Licht und Schatten
Das operative Geschäft bewegt sich in einem hochkompetitiven Umfeld. Besonders im Bereich der Drohnenabwehr (Counter-UAS) verschärft sich der Wettbewerb. Während der norwegische Konkurrent Kongsberg einen 1,5-Milliarden-Dollar-Auftrag in Polen meldete, positioniert sich Hensoldt durch eine strategische Zusammenarbeit mit TYTAN Technologies, um bei der Absicherung kritischer Infrastrukturen nicht den Anschluss zu verlieren.
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Gleichzeitig sendet die Politik gemischte Signale. Der Haushaltsausschuss verweigerte zuletzt die Beschaffung von 90 Störpanzern des Typs „MAUS“. Diese Entscheidung betrifft zwar nicht direkt ein Hensoldt-Kernprodukt, verdeutlicht aber die selektive Ausgabenpolitik des Bundes, die auch für den Sensor-Spezialisten zum Risiko werden kann. Dennoch konnte das Unternehmen zuletzt einen Integrationsauftrag des Beschaffungsamtes BAAINBw verbuchen.
Neuaufstellung im Vorstand
Mitten in dieser strategisch wichtigen Phase ordnet Hensoldt seine Führungsebene neu. Der Aufsichtsrat hat Inka Tews zur neuen Personalvorständin (CHRO) ernannt. Die Managerin wechselt von Infineon Technologies zum Rüstungskonzern und tritt ihr Amt am 1. Mai 2026 an. Sie folgt auf Lars Immisch, der Ende März aus gesundheitlichen Gründen ausscheidet. Angesichts des geplanten Personalaufbaus aufgrund der globalen Sicherheitslage kommt dieser Position eine Schlüsselrolle zu.
Für den weiteren Kursverlauf ist entscheidend, ob Hensoldt in den kommenden Wochen neue Großaufträge melden kann, die die hohe Bewertung rechtfertigen. Solange der Kurs unter dem Jefferies-Ziel von 90 Euro und dem 100-Tage-Durchschnitt von knapp 86 Euro notiert, bleibt die technische Lage kurzfristig angeschlagen.
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