Micron Aktie: Rekordquartal mit Beigeschmack

Der Speicherchip-Hersteller Micron meldet historische Umsätze und ausverkaufte Produktion, sieht sich aber durch steigende Investitionen und den bevorstehenden Börsengang von SK Hynix herausgefordert.

Felix Baarz ·
Micron Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Historische Umsätze und Rekordmargen im Quartal
  • Produktionskapazität für HBM4-Chips bis 2026 ausverkauft
  • Börsengang des Konkurrenten SK Hynix an der Wall Street
  • Steigende Investitionskosten und Überangebotsrisiken

Der US-Speicherchip-Hersteller Micron meldet historische Rekordumsätze und ausverkaufte Produktionslinien bis ins Jahr 2026. Gleichzeitig verzeichnete das Papier im März den schwächsten Monat seit fast vier Jahren und verlor in der Spitze rund 20 Prozent an Wert. Verantwortlich für diese Diskrepanz sind wachsende Sorgen über steigende Investitionskosten und ein bevorstehender Börsengang des südkoreanischen Hauptkonkurrenten SK Hynix an der Wall Street.

Konkurrenz an der Wall Street

Bislang galt Micron für amerikanische Investoren als alternativloser Zugang zum Markt für in den USA gelistete DRAM-Speicherchips. Diese Exklusivität endet voraussichtlich bald. Der südkoreanische Rivale SK Hynix, ein wichtiger Zulieferer für Nvidia, plant noch in diesem Jahr die Ausgabe von American Depositary Receipts (ADRs) im Wert von bis zu zehn Milliarden US-Dollar.

Die Kräfteverhältnisse im Sektor sind bereits deutlich verteilt. Im vierten Quartal sicherte sich SK Hynix laut Counterpoint Research 57 Prozent der weltweiten Umsätze mit High-Bandwidth-Memory (HBM) – mehr als doppelt so viel wie Micron. Portfolio-Manager rechnen damit, dass Investoren kurzfristig Micron-Positionen abbauen könnten, um ihre Portfolios mit dem neuen Angebot breiter aufzustellen.

Volle Auftragsbücher und Rekordmargen

Operativ läuft es für das US-Unternehmen derweil glänzend. Das Management bestätigte, dass die gesamte Kapazität für die neuen HBM4-Chips im Kalenderjahr 2026 durch bindende Verträge mit großen Rechenzentrumsbetreibern ausverkauft ist. Zudem schloss Micron erstmals ein strategisches Kundenabkommen über fünf Jahre ab.

Diese Planungssicherheit spiegelt sich in den Zahlen des zweiten Geschäftsquartals 2026 wider:

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  • Umsatz: 23,86 Milliarden US-Dollar (historischer Rekord)
  • Nettogewinn: 13,79 Milliarden US-Dollar
  • Bruttomarge: 74,4 Prozent
  • Operativer Cashflow: 11,9 Milliarden US-Dollar

Für das laufende dritte Quartal stellt das Management sogar rund 33,5 Milliarden US-Dollar Umsatz und Margen nahe der 81-Prozent-Marke in Aussicht. Kurzfristigen Rückenwind lieferte am Montag zudem die Hoffnung auf eine Deeskalation im Iran-Konflikt, was der Aktie ein Plus von 3,8 Prozent auf 380,29 US-Dollar bescherte.

Die Angst vor dem Überangebot

Trotz dieser fundamentalen Stärke warnen Analysten vor mittelfristigen Risiken. Micron hat seine Investitionsausgaben für das Geschäftsjahr 2026 um fünf Milliarden auf über 25 Milliarden US-Dollar angehoben. Diese Ausweitung der Kapazitäten weckt am Markt Erinnerungen an die typischen Zyklen der Halbleiterbranche. Wenn ab 2026 und 2027 zusätzliche Produktionslinien ans Netz gehen, könnte das aktuelle Angebot-Nachfrage-Verhältnis kippen. Ein Überangebot würde die derzeit hohen Speicherpreise schnell wieder drücken und die Rekordmargen abschmelzen lassen.

Die Micron-Aktie wird derzeit mit dem etwa Vierfachen der erwarteten Gewinne gehandelt und weist damit einen leichten Aufschlag gegenüber SK Hynix auf. Beide Titel sind im Vergleich zum breiten S&P 500 günstig bewertet. Die vertraglich zugesicherte HBM4-Produktion bis Ende 2026 sichert das Fundament des Unternehmens vorerst ab. Die angehobenen Investitionsbudgets definieren allerdings die zentrale Herausforderung für die kommenden Jahre: Micron muss beweisen, dass die neuen Kapazitäten profitabel ausgelastet werden können, bevor der Markt in ein Überangebot rutscht.

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Micron Aktie

315,00 EUR

– 5,25 EUR -1,64 %
KGV 17,27
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,13 %
Marktkapitalisierung 413,02 Mrd. EUR
ISIN: US5951121038 WKN: 869020

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