MP Materials bewegt sich in einem schwierigen Umfeld aus politischem Kurswechsel, hoher Liquidität und anhaltenden Verlusten. Ein frischer Analystenstart mit positivem Votum trifft auf neue Vorgaben aus dem Weißen Haus zu kritischen Rohstoffen. Parallel sorgen größere Insider-Verkäufe des CEO für Schlagzeilen, deren Kontext jedoch entscheidend ist.
Neuer Analystenstart mit Aufwärtspotenzial
Den jüngsten Rückenwind liefert eine Einschätzung des Analysehauses William Blair. Am 13. Januar haben die Experten die Beobachtung von MP Materials mit einem „Outperform“-Rating aufgenommen und ein Kursziel von 80,05 US-Dollar genannt. Ausgehend vom aktuellen Niveau entspricht das einem theoretischen Aufwärtspotenzial von rund 16 %.
Begründet wird die positive Einstufung vor allem mit der strategischen Rolle von MP Materials für die US-Lieferkette bei seltenen Erden und dem vertikal integrierten „Mine-to-Magnet“-Ansatz. Trotz operativer Herausforderungen spekuliert der Markt damit auf den langfristigen Wert einer heimischen Produktion kritischer Rohstoffe.
CEO-Verkäufe: Einordnung der Insider-Transaktionen
Für Aufmerksamkeit sorgten jüngste Mitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC zu Aktienverkäufen von CEO James Litinsky. Am 7. und 8. Januar veräußerte er insgesamt 300.000 Aktien und nahm dabei rund 19,2 Millionen US-Dollar ein.
Wesentliche Details dazu:
– Vorab geplanter Verkauf: Die Transaktionen erfolgten im Rahmen eines Rule-10b5-1-Handelsplans, den Litinsky bereits am 16. September 2025 aufgelegt hatte.
– Standardisierte Diversifikation: Solche Pläne dienen in der Praxis dazu, Verkäufe zu vorab festgelegten Zeitpunkten zu automatisieren und von aktuellen, nicht-öffentlichen Informationen zu entkoppeln.
– Hohe Restbeteiligung: Nach den Verkäufen hält Litinsky weiterhin über 12,8 Millionen Aktien indirekt. Der jüngste Verkauf stellt damit nur einen kleinen Teil seiner Gesamtposition dar und stützt die Sichtweise, dass es sich nicht um einen schrittweisen „Ausstieg“ handelt.
Neue Rohstoffpolitik aus dem Weißen Haus
Am 14. Januar hat US-Präsident Donald Trump eine Proklamation unterzeichnet, mit der geplante Zölle auf Importe kritischer Rohstoffe – darunter seltene Erden und Lithium – vorerst ausgesetzt werden.
Statt unmittelbarer Strafzölle setzt die Regierung nun auf Verhandlungen mit Handelspartnern, um sogenannte Preisuntergrenzen („price floors“) zu etablieren. Ziel ist es, die Versorgung der US-Industrie sicherzustellen und gleichzeitig heimische Produzenten vor aggressiv niedrigen Preisen aus dem Ausland zu schützen.
Für MP Materials ergibt sich daraus eine gemischte Ausgangslage:
– Der direkte Schutz durch eine Zollmauer entfällt zunächst.
– Mögliche Preisuntergrenzen könnten jedoch einen stabileren Rahmen gegen Billigimporte schaffen und so eine andere Form von Marktschutz bieten.
Zahlen und Bilanzkraft
Fundamental zeigt sich ein Spannungsfeld zwischen operativen Verlusten und sehr starker Bilanz. Im dritten Quartal, berichtet im November 2025, erwirtschaftete MP Materials einen Umsatz von 53,6 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang von 15 % gegenüber dem Vorjahr. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 41,8 Millionen US-Dollar, was einem Verlust von 0,24 US-Dollar je Aktie im Quartal entspricht.
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Auf der Liquiditätsseite ist die Ausgangslage deutlich komfortabler:
– Zum 30. September 2025 verfügte das Unternehmen über 1,94 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln und kurzfristigen Anlagen.
– Der starke Anstieg gegenüber dem Vorjahr geht vor allem auf strategische Finanzierungen und Partnerschaften zurück, einschließlich Unterstützungsleistungen des US-Verteidigungsministeriums.
Diese hohe Liquidität verschafft MP Materials einen breiten finanziellen Handlungsspielraum, um Ausbau- und Integrationsprojekte voranzutreiben, obwohl das operative Geschäft derzeit noch nicht profitabel ist.
Fazit: Spannungsfeld aus Potenzial und Risiken
Anleger stehen bei MP Materials aktuell vor einem klar umrissenen Chancen-Risiko-Profil:
- Positive Seite:
- „Outperform“-Einstufung von William Blair mit Kursziel oberhalb von 80 US-Dollar
Sehr starke Liquidität von 1,94 Milliarden US-Dollar als Basis für Ausbau und Technologietransformation
Herausforderungen:
- Anhaltende operative Verluste und rückläufige Umsätze im dritten Quartal
Politische Unsicherheit durch das Aussetzen geplanter Zölle und die erst noch zu definierenden Preisuntergrenzen
Insider-Signal:
- Die jüngsten CEO-Verkäufe erfolgten planbasiert (Rule 10b5-1) und betreffen nur einen geringen Teil seiner Gesamtbeteiligung.
Für die weitere Entwicklung dürften zwei Punkte entscheidend sein: Zum einen, welche konkreten Regelungen aus den laufenden Verhandlungen zu Preisuntergrenzen hervorgehen. Zum anderen, ob es MP Materials gelingt, den vorhandenen Liquiditätspuffer in eine profitabel arbeitende Magnetproduktion und eine stabilere Ergebnislage zu überführen.
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