Oracle Aktie: Schulden-Falle?

Goldman Sachs sieht Oracle als unterbewerteten KI-Champion, während Michael Burry die hohe Verschuldung und den negativen Cashflow kritisiert. Der Konzern steht zwischen Wachstumschance und finanzieller Belastung.

Kurz zusammengefasst:
  • Goldman Sachs empfiehlt Kauf mit Kursziel 240 Dollar
  • Michael Burry setzt auf fallende Kurse via Put-Optionen
  • Schuldenlast von 108 Milliarden Dollar belastet Bilanz
  • Cloud-Geschäft wächst rasant, Cashflow ist jedoch negativ

Goldman Sachs setzt auf KI-Fantasie und empfiehlt die Oracle-Aktie zum Kauf – Kursziel 240 Dollar. Zeitgleich wettet „The Big Short“-Investor Michael Burry auf fallende Kurse. Der Grund: 108 Milliarden Dollar Schulden und ein negativer Free Cashflow von 13 Milliarden. Zwei diametral entgegengesetzte Einschätzungen treffen aufeinander – und beide haben gewichtige Argumente.

Goldman Sachs: Unterbewerteter KI-Champion

Diese Woche stufte Goldman Sachs die Oracle-Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ hoch. Analystin Gabriela Borges sieht in dem Softwarekonzern einen unterschätzten Profiteur des KI-Booms. Ihr Argument: Oracle verfügt über einen technologischen Vorsprung bei Cloud-Infrastruktur für rechenintensive KI-Anwendungen. Das gigantische 1,2-Gigawatt-Rechenzentrum in Abilene soll in den kommenden drei Jahren überproportionale Marktanteile im Cloud-Geschäft sichern.

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Das Kursziel von 240 Dollar impliziert ein Aufwärtspotenzial von rund 17 Prozent. Jefferies geht noch weiter und hält ein Kursziel von 400 Dollar für realistisch. Die Konsensschätzung der Analysten liegt bei 305,50 Dollar.

Burry setzt auf den Crash

Michael Burry, bekannt geworden durch seine erfolgreiche Wette gegen den US-Immobilienmarkt 2008, positioniert sich über Put-Optionen und Leerverkäufe gegen Oracle. Seine These: Das Unternehmen übernimmt sich finanziell. Anders als kapitalstarke Wettbewerber wie Microsoft oder Alphabet finanziert Oracle sein Wachstum auf Kredit. Die Bilanz sei fragil, die Verschuldung erdrückend, die Strategie riskant.

Burrys Skepsis richtet sich gegen die KI-Offensive des Konzerns, die er als überzogenes, ego-getriebenes Kapitalverbrennen interpretiert. Sollte die Nachfrage nachgeben oder Verzögerungen beim Ausbau auftreten, könnte die Schuldenlast zum existenziellen Problem werden.

Die Zahlen hinter dem Streit

Das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 zeigt die Zerrissenheit deutlich. Umsatz und Gewinn stiegen kräftig: Der Erlös kletterte um 14 Prozent auf 16,1 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie erreichte 2,26 Dollar. Das Cloud-Infrastrukturgeschäft (IaaS) explodierte um 68 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar. Der Auftragsbestand (Remaining Performance Obligations) vervierfachte sich nahezu auf 523 Milliarden Dollar.

Gleichzeitig zeigt die Bilanz Stress-Symptome:

  • Schulden: 108,1 Milliarden Dollar
  • Free Cashflow (TTM): Minus 13 Milliarden Dollar
  • Investitionen (CapEx): Prognose für 2026 auf 50 Milliarden Dollar erhöht

Oracle gibt derzeit mehr Geld aus, als es einnimmt – und finanziert den Ausbau seiner Cloud-Infrastruktur über Kredite. Die Liquiditätslücke könnte weitere Schuldenaufnahmen erforderlich machen.

Die entscheidende Frage

Oracle hat sich langfristige Aufträge von OpenAI, Meta und NVIDIA gesichert. Die 523 Milliarden Dollar Auftragsbestand sprechen für jahrelang garantierte Einnahmen. Doch die Erfüllung dieser Verträge kostet sofort Milliarden. Gelingt es dem Konzern, die Investitionen schnell in margenstarke Umsätze umzuwandeln, könnten die Schulden bedient und die Aktie auf neue Höchststände getrieben werden.

Verzögert sich hingegen der Hochlauf der Rechenzentren oder brechen Margen ein, droht die Hebelwirkung der Verschuldung in die andere Richtung zu wirken. Am 11. März 2026 legt Oracle die nächsten Quartalszahlen vor. Bis dahin bleibt die Aktie eine binäre Wette: KI-Monopolist von morgen oder überschuldeter Wachstumstitel auf Messers Schneide.

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