SoftBank steht diese Woche gleich an zwei Fronten unter Druck: S&P Global hat den Kreditausblick auf „negativ“ gesenkt, während die Tochter PayPay in den USA mit ihrer IPO-Roadshow um frische Mittel wirbt. Beides macht sichtbar, wie eng der Konzern seine KI-Offensive und die eigene Liquidität austarieren muss. Wie viel Spielraum bleibt, wenn OpenAI immer mehr Gewicht im Portfolio bekommt?
S&P warnt vor OpenAI-Konzentration
S&P Global änderte den Ausblick für SoftBank von „stabil“ auf „negativ“. Hintergrund sind Pläne für weitere 30 Mrd. US-Dollar Investment in OpenAI, die laut S&P die Liquidität belasten und die Qualität der Vermögenswerte schwächen könnten. Das Langfrist-Rating bestätigte die Agentur zwar bei „BB+“, von einer Herabstufung sah sie aber vorerst ab.
SoftBank hatte zuletzt angekündigt, OpenAI in diesem Jahr zusätzliche 30 Mrd. US-Dollar zu geben. Damit würde sich das Gesamtinvestment auf 64,6 Mrd. US-Dollar erhöhen. Nach Abschluss der Investition erwartet SoftBank einen Anteil von rund 13% an OpenAI.
S&P rechnet damit, dass OpenAI dann rund 30% der Investment-Assets ausmachen würde – ähnlich viel wie die Beteiligung an Arm. Insgesamt dürfte das Investmentportfolio nach der Aufstockung über 320 Mrd. US-Dollar liegen. Gleichzeitig würde der Anteil nicht börsennotierter Vermögenswerte laut S&P deutlich über 50% steigen, nach geschätzten 42% im Dezember.
Hebel zur Entlastung: Verkäufe und ein OpenAI-Börsengang
S&P sieht den Druck auf die Bonität wachsen, falls SoftBank nicht zügig gegensteuert – etwa durch den Verkauf von Beteiligungen. Zusätzlich würde ein Börsengang von OpenAI die Liquidität des Portfolios verbessern. Der „negative“ Ausblick spiegele die Einschätzung wider, dass es wegen des großen Nachschusses länger dauern werde als bisher angenommen, bis SoftBank Liquidität und Qualität der Investment-Assets wieder stärkt.
PayPay-IPO als Liquiditätsquelle
Parallel treibt SoftBank eine der wichtigsten Monetarisierungsmaßnahmen der letzten Jahre voran. PayPay kündigte an, dass am Montag (US-Zeit) die Roadshow für den Börsengang von American Depositary Shares (ADS) gestartet wurde.
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PayPay peilt bei der US-Notierung eine Bewertung von bis zu 13,4 Mrd. US-Dollar an. In einem Börsenumfeld, das als volatil beschrieben wird, könnte es damit zu den größten US-Listings eines japanischen Unternehmens zählen. Geplant ist der Verkauf von knapp 55 Mio. ADS zu 17 bis 20 US-Dollar je Stück. Am oberen Ende der Spanne würde das Unternehmen rund 1,1 Mrd. US-Dollar erlösen, wie aus einer Pflichtmitteilung hervorgeht.
Als sogenannte Cornerstone-Investoren – darunter eine Tochter der Qatar Investment Authority, ein Visa-Ableger und die Abu Dhabi Investment Authority – signalisierten Interesse an Käufen von bis zu 220 Mio. US-Dollar. PayPay will an der Nasdaq unter dem Kürzel „PAYP“ gelistet werden. Goldman Sachs, J.P. Morgan, Mizuho und Morgan Stanley fungieren als Joint Book-Running Manager. SoftBank plant, PayPay auch nach dem IPO als Tochtergesellschaft zu behalten.
Operativ meldete PayPay für die neun Monate bis Dezember einen Gewinn von 103,3 Mrd. Yen bei einem Umsatz von 278,5 Mrd. Yen. Ende 2025 lag die Nutzerzahl in Japan bei mehr als 72 Mio. Über Zukäufe erweiterte PayPay sein Angebot: Im April 2025 sicherte sich das Unternehmen die Kontrolle über PayPay Bank und PayPay Securities, um in der App auch Banking-, Kredit- und Brokerage-Dienste anzubieten.
Im Hintergrund steht außerdem eine große Finanzierungsrunde bei OpenAI: Das Unternehmen sammelte 110 Mrd. US-Dollar ein, darunter 30 Mrd. von SoftBank. Zudem sollen 50 Mrd. US-Dollar von Amazon und 30 Mrd. US-Dollar von Nvidia kommen.
Bei SoftBanks jüngsten Quartalsergebnissen sprang die Aktie laut Bericht um über 10%, nachdem die Telekom-Tochter SoftBank Corp. ihren Gewinnausblick für das Gesamtjahr angehoben hatte. Rückenwind kam demnach auch von neuer Zuversicht rund um Arm. Der Umsatz von SoftBank Corp. in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025 stieg um 8% auf 5,2 Bio. Yen – ein Rekordwert für diesen Zeitraum.
Zum kurzfristigen Lackmustest wird nun die PayPay-Preisfindung: Sie dürfte zeigen, wie viel institutionelle Nachfrage in der aktuellen Marktphase für SoftBanks Vermögenswerte vorhanden ist – während S&Ps Ausblickssenkung die Anforderungen an Liquidität und Portfoliomanagement klar verschärft.
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