BayWa hat in der Sanierung einen wichtigen Baustein abgeräumt: Der Verkauf der niederländischen Tochter Cefetra Group ist vollzogen. Für die Bilanz zählt dabei weniger der Kaufpreis, sondern vor allem der Schulden-Effekt. Entscheidend wird nun, ob der nächste große Entschuldungshebel wie geplant funktioniert.
Deal abgeschlossen – und bilanziell wirksam
Den bereits im Dezember vereinbarten Verkauf hat BayWa am Mittwoch vollzogen. Käufer ist ein Konsortium mehrerer Investoren, der Verkaufserlös liegt bei 125 Mio. Euro.
Wichtiger aus Konzernsicht: Mit der Transaktion sinken die Konzernverbindlichkeiten um mehr als 600 Mio. Euro. Der Grund ist die Entkonsolidierung der Einheit – die Kredite und Verpflichtungen der verkauften Gesellschaft fallen aus dem Konsolidierungskreis heraus. Damit wirkt der Schritt bilanziell deutlich stärker als es der reine Kaufpreis nahelegt.
Zuvor hatte es schon einmal gehakt: Im Herbst scheiterte ein erster Verkaufsversuch an der Finanzierung durch die First Dutch Group – obwohl die EU-Kommission bereits grünes Licht gegeben hatte.
Schuldenabbau: Fortschritt – aber großes Restprogramm
Zusammen mit bereits 2025 realisierten Verkäufen summiert sich der Schuldenabbau laut Angaben auf rund 1,3 Mrd. Euro. Laut Sanierungsplan sollen bis 2028 insgesamt 4 Mrd. Euro abgebaut werden. Damit verbleiben rechnerisch noch etwa 2,7 Mrd. Euro.
Kann BayWa diese Lücke wie geplant schließen? Medienberichten zufolge sollte der Verkauf der Energietochter BayWa r.e. rund 2 Mrd. Euro beitragen. Genau hier liegt jedoch der Unsicherheitsfaktor: Nachdem die US-Regierung das Geschäft mit erneuerbaren Energien deutlich erschwert hat, erscheint offen, ob sich ein Erlös in dieser Größenordnung realisieren lässt. Belastbare Zahlen werden in den nächsten Wochen erwartet.
BayWa hatte Anfang Februar zudem gewarnt, dass das Sanierungskonzept möglicherweise überarbeitet werden müsse – und sprach von vorsorglichen Gesprächen mit Banken und Eigentümern über mögliche Konsequenzen.
Umbau an der Spitze läuft parallel
Neben der finanziellen Restrukturierung verändert sich auch die Führung. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Dr. Frank Hiller scheidet zum 31. Juli aus; sein Mandat endete bereits am 9. Januar.
Im Aufsichtsrat sind derzeit 15 Mitglieder im Amt. Drei Positionen sollen zeitnah nachbesetzt und durch die Hauptversammlung 2026 bestätigt werden.
Zum nächsten konkreten Taktgeber werden die in den kommenden Wochen erwarteten Zahlen rund um BayWa r.e.: Sie dürften maßgeblich beeinflussen, ob BayWa am Plan festhalten kann, bis 2028 insgesamt 4 Mrd. Euro zu entschulden – oder das Konzept neu zuschneiden muss.
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