Die Grönland-Erpressung, die Shenzhen-Blockade und Musks 134-Milliarden-Rechnung

Neue US-Zölle bedrohen Europas Wirtschaftswachstum, während Chinas Blockade von KI-Chips Nvidia in die Zwickmühle bringt und Elon Musk OpenAI auf Milliarden verklagt.

Kurz zusammengefasst:
  • Trump droht Europa mit massiven Strafzöllen
  • China blockiert Nvidias KI-Chip-Importe
  • Elon Musks Milliardenklage gegen OpenAI
  • Bitcoin zeigt sich robust trotz Krisen

Liebe Leserinnen und Leser,

erinnern Sie sich noch an den „arktischen Poker“, den wir gestern an dieser Stelle thematisierten? Was am Samstagmorgen noch wie eine bizarre geopolitische Volte wirkte, ist über Nacht zur harten ökonomischen Realität geronnen. Donald Trumps Interesse an Grönland war kein Immobilien-Spleen, sondern der Auftakt zu einer Erpressung, die das Herz der europäischen Industrie zielt.

Während viele den Sonntag bei Kaffee und Kuchen verbrachten, liefen in den Kanzleien und Handelsministerien die Krisenstäbe heiß. Denn dieser 18. Januar 2026 markiert eine Zäsur: Geopolitik ist nicht mehr nur Hintergrundrauschen für den DAX, sie diktiert ab sofort die Bilanzen.

Hier ist der Lagebericht zu einem Sonntag, der die Spielregeln für die kommende Woche neu definiert hat.

1. Das Ultimatum: Europas Industrie als Geisel

Die Masken sind gefallen. Donald Trump verknüpft seine territorialen Ambitionen im Nordatlantik direkt mit dem transatlantischen Handel. Die Ankündigung ist brisant: Ab dem 1. Februar sollen zehn Prozent Zoll auf Importe aus acht europäischen Ländern erhoben werden – darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Doch das ist nur die erste Stufe der Eskalationsleiter. Sollte der „Deal“ um die eisbedeckte Insel bis zum 1. Juni nicht stehen, drohen 25 Prozent.

Das ist keine diplomatische Note, das ist eine wirtschaftliche Kriegserklärung. Die Reaktion der betroffenen acht Staaten, die diese Nötigung heute in einer gemeinsamen Erklärung zurückwiesen, war notwendig, aber erwartbar. Symbolträchtiger ist da schon der operative Schritt der Bundeswehr: Die 15 auf Grönland stationierten Soldaten wurden heute ausgeflogen. Berlin zieht Personal ab, bevor es zur Verhandlungsmasse wird.

Die Rechnung für Deutschland:
Das Ifo-Institut hat am Sonntag bereits das Preisschild an diese Politik gehängt: Die US-Zölle könnten das deutsche Wirtschaftswachstum 2026 um satte 0,6 Prozentpunkte drücken. Für eine ohnehin fragile Konjunktur ist das pures Gift. VDA-Präsidentin Hildegard Müller warnte heute unmissverständlich vor „enormen Kosten“. Nach dem Einbruch der Exporte Ende 2025 wirkt dieser neue Schlag wie ein K.o.-Versuch in der zwölften Runde. Emmanuel Macrons Ruf nach dem „Anti-Coercion Instrument“ (ACI) der EU ist verständlich, doch die Frage bleibt: Lässt sich ein US-Präsident, der Inseln kaufen will, von Brüsseler Paragraphen beeindrucken?

2. Nvidia: In der Zwickmühle von Shenzhen

Bislang kannten wir das Narrativ so: Washington verbietet den Chip-Export, Peking protestiert. Heute erleben wir eine überraschende Inversion der Fronten. Berichte verdichten sich, dass chinesische Zollbeamte in Shenzhen die Einfuhr von Nvidias H200-KI-Chips blockieren – obwohl eine US-Exportfreigabe vorliegt.

Für Jensen Huang ist das der „Perfect Storm“. Nvidia hatte mit über einer Million Bestellungen kalkuliert; nun stoppen die Zulieferer die Bänder. Die perfide Ironie der Situation: Der alternative Logistikweg über US-Labore würde nach aktuellen Regeln automatisch jenen 25-prozentigen US-Zoll auslösen, den man eigentlich vermeiden wollte.

Nvidia sitzt in der Falle zwischen amerikanischem Protektionismus und chinesischer Willkür – oder gezielter Sabotage. Wer in den letzten Monaten blind auf die KI-Hardware-Rally setzte, bekommt heute eine Lektion in politischem Risiko: Chips sind die neue Munition, und Shenzhen ist die Frontlinie.

3. Musk gegen Altman: Der 134-Milliarden-Dollar-Showdown

Es ist der juristische Blockbuster des Jahres, eingereicht an einem Freitag, dessen Nachbeben wir jetzt spüren. Elon Musk verklagt OpenAI und Microsoft. Die Forderungssumme sprengt jede Vorstellungskraft: bis zu 134 Milliarden US-Dollar.

Musk argumentiert nicht nur emotional, sondern kalkulatorisch: Seine frühen Investitionen von rund 38 Millionen Dollar hätten 60 Prozent der Startfinanzierung ausgemacht. Ohne seinen Namen und sein Geld, so die Lesart der Klageschrift, wäre OpenAI heute eine Fußnote der Tech-Geschichte und keine Gewinnmaschine für Microsoft.

Warum das relevant ist:
Abgesehen von der Summe, die selbst für Microsoft spürbar wäre, geht es um die Deutungshoheit. Der Prozess, der im April in Oakland starten soll, wird die intimsten Details der wichtigsten Tech-Partnerschaft der Welt ans Licht zerren. Für Microsoft, das trotz sinkendem Short Interest Kursziele von bis zu 650 Dollar sieht, ist diese Klage ein Störfeuer, das die Volatilität im Tech-Sektor weiter anheizen dürfte.

4. Markt-Radar: Krypto-Sturheit und Öl-Schwäche

Inmitten dieser geopolitischen Kakophonie zeigt sich ein Asset bemerkenswert unbeeindruckt: Bitcoin. Die Kryptowährung hält sich stabil im Bereich der 95.000-Dollar-Marke. Anders als beim Crash im Oktober 2025 sehen wir aktuell kaum Liquidationsdruck. Während wir gestern noch über eine „Abkühlung“ sprachen, wirkt diese Stabilität heute fast wie ein Fels in der Brandung. Die These vom Bitcoin als „Makro-Hedge“ gegen Handelskriege gewinnt neue Anhänger.

Ganz anders das Bild beim „Schwarzen Gold“. Brent notiert schwach bei rund 64 Dollar. Das Überangebot drückt die Stimmung. Für Russland ist die Kombination aus niedrigem Ölpreis und den drohenden Trump-Zöllen eine toxische Mischung. Wer nach Alternativen sucht, blickt vielleicht auf Silber: Robert Kiyosaki prognostiziert, getrieben durch industrielle Nachfrage, einen Anstieg auf über 100 Dollar.

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Was die Woche bringt

Morgen bleiben die US-Börsen wegen des Martin Luther King Day geschlossen – eine dringend nötige Atempause für die Händler, um die Nachrichten aus Grönland und Shenzhen zu verarbeiten. Doch danach wird es laut:

  • China: Morgen früh kommen die BIP-Daten. Prognostiziert sind 4,6 bis 4,8 Prozent Wachstum. Zahlen, die zeigen werden, ob Peking wirtschaftlich überhaupt noch die Kraft für einen Handelskrieg hat.
  • Earnings: Netflix und Intel öffnen die Bücher. Besonders bei Intel (Erwartung: -40% EPS) wird der Markt gnadenlos urteilen.
  • Davos: Das Weltwirtschaftsforum beginnt. Mit Trump an der Spitze der US-Delegation dürfte die Stimmung in den Schweizer Alpen frostiger sein als die Außentemperaturen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Rest dieses Sonntags. Nutzen Sie die Ruhe vor dem Sturm – die kommende Woche wird an den Märkten starke Nerven erfordern.

Herzlichst,

Ihr

Eduard Altmann

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