BayWa Aktie: Finanzierungslücke klafft

Die Sanierung des Konzerns stockt, da der geplante Verkauf der Energietochter gescheitert ist und die benötigten vier Milliarden Euro nicht aufgebracht werden können. Die Banken müssen einer Verlängerung zustimmen.

Felix Baarz ·

Kurz zusammengefasst

  • Gescheiterter Verkauf der Energietochter BayWa r.e.
  • Finanzierungsbedarf von vier Milliarden Euro nicht gedeckt
  • Aktienkurs fällt auf neues Tief
  • Zustimmung der Banken für Sanierung ungewiss

Die 45 Millionen Euro aus dem Cefetra-Verkauf kommen Ende April — und BayWa nutzt sie als Druckmittel gegenüber seinen Banken. Das Problem: Das reicht bei Weitem nicht, um die Sanierung zu retten.

Hebel gegen die Kreditgeber

Aus dem vollzogenen Verkauf der Getreidehändlertochter Cefetra fließen bis zum 30. April noch 45 Millionen Euro, ergänzt durch rund 62 Millionen Euro aus rückgezahlten Gesellschafterdarlehen. Durch die Entkonsolidierung sollen die Bankverbindlichkeiten der Gruppe um mehr als 600 Millionen Euro sinken. Das Management setzt diesen Mittelzufluss als Argument in den laufenden Gesprächen mit DZ Bank und HVB ein — beide müssen einer Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 zustimmen. Ohne ihre Zustimmung entfällt die operative Basis für die gesamte Restrukturierung.

Von den benötigten vier Milliarden Euro hat BayWa bislang erst 1,3 Milliarden gesichert. Die Cefetra-Entlastung schließt diese Lücke nicht annähernd.

Das gescheiterte Kernstück

Der eigentliche Sanierungsplan sah den Verkauf von 51 Prozent der Energietochter BayWa r.e. für bis zu 1,7 Milliarden Euro vor. Dieser Deal ist geplatzt. Als die USA Anfang 2025 Subventionen für erneuerbare Energien strichen, brach der erzielbare Preis weg. Statt eines EBITDA von 230 Millionen Euro im Jahr 2028 rechnet BayWa nun erst für 2030 mit 150 Millionen Euro — ein Rückgang von rund 35 Prozent, der sich direkt in der Bewertung niederschlägt.

Als Ersatz forciert das Unternehmen den Verkauf der neuseeländischen Obsthandelstochter T&G Global. Goldman Sachs wurde im März 2026 mandatiert, Analysten rechnen mit einem Erlös von rund 300 Millionen Euro. Allerdings hält Minderheitsaktionär Joy Wing Mau knapp 20 Prozent an T&G Global und kompliziert den Prozess. T&G, bekannt für Apfelmarken wie Envy und Jazz, erzielte 2024 einen Umsatz von 1,3 Milliarden US-Dollar.

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Banken und Abschlüsse fehlen

Die Krise trifft auch BayWas Ankeraktionäre. Der bayerische Genossenschaftssektor, mit 36,5 Prozent bedeutendster Aktionär, hat bereits rund 550 Millionen Euro zur Stützung bereitgestellt. Im Jahresabschluss 2024 mussten die Volks- und Raiffeisenbanken bereits 60 Prozent eines 220-Millionen-Euro-Schuldscheindarlehens abschreiben — 132 Millionen Euro Verlust. Der Genossenschaftsverband Bayern empfahl seinen Primärbanken jüngst weitere Wertberichtigungen. Ein Totalausfall des Kredits ist nicht ausgeschlossen.

An der Börse spiegelt sich die Lage klar: Die Aktie verlor heute fast sechs Prozent auf 13,20 Euro und notiert damit rund 39 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 21,50 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus auf über 21 Prozent.

Hinzu kommt: Belastbare Zahlen fehlen weiterhin. Der Jahresabschluss 2025 könnte sich bis ins vierte Quartal 2026 verzögern — wegen der nötigen Neubewertung der BayWa r.e.-Beteiligung. Intern hat der Aufsichtsrat die Genehmigungsschwelle für Transaktionen von 200 auf 50 Millionen Euro gesenkt. Die eigentliche Weichenstellung findet jedoch extern statt: an den Verhandlungstischen der Kreditgeber, voraussichtlich im Herbst 2026.

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BayWa Aktie

13,30 EUR

– 1,10 EUR -7,64 %
KGV 0,00
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 849,95 Mio. EUR
ISIN: DE0005194005 WKN: 519400

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