Micron Aktie: Kapazitätssprung

Micron Technology erweitert seine Kapazitäten durch eine milliardenschwere Fabrikübernahme in Taiwan, während die Nachfrage nach KI-Speichern den Markt weiterhin stark verknappt.

Kurz zusammengefasst:
  • Übernahme eines modernen Werks in Taiwan für 1,8 Milliarden Dollar
  • KI-Speicher für 2025 bereits vollständig ausgebucht
  • Aktienkurs nähert sich dem 52-Wochen-Hoch an
  • Smartphone-Hersteller kürzen Ziele wegen Chip-Engpässen

Micron Technology legt nach: Der US-Speicherhersteller sichert sich in Taiwan ein modernes Werk für 1,8 Milliarden US‑Dollar und warnt zugleich vor einer anhaltend angespannten Versorgungslage bei Speicherchips. Die Kombination aus Kapazitätsausbau, Fokus auf KI-Speicher und starken Zahlen treibt den Kurs in die Nähe des Jahreshochs.

  • Geplante Übernahme eines PSMC-Werks in Taiwan für 1,8 Mrd. US‑Dollar
  • Micron erwartet knappen Speicherchip-Markt weit über 2026 hinaus
  • KI-Speicher komplett ausgebucht, Consumer-Marke „Crucial“ wird eingestellt
  • Aktie nahe 52‑Wochen-Hoch, Analysten deutlich optimistischer

Zukauf in Taiwan statt Neubau

Micron hat am Freitag eine exklusive Absichtserklärung zum Kauf der P5-Fertigungsanlage von Powerchip Semiconductor Manufacturing (PSMC) im taiwanischen Tongluo unterzeichnet. Die Transaktion soll vollständig in bar erfolgen und umfasst ein 300‑mm-Werk mit rund 300.000 Quadratfuß Reinraumfläche.

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Die Übernahme soll – vorbehaltlich der Genehmigungen – im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Die Fabrik ist erst seit 19 Monaten in Betrieb. Micron will die Anlage auf eigene DRAM-Technologien umrüsten und rechnet mit einem „signifikanten“ Wafer-Ausstoß ab der zweiten Jahreshälfte 2027.

Laut Manish Bhatia, Executive Vice President Global Operations, soll der Deal helfen, die Produktion zu erhöhen und Kunden in einem Umfeld zu bedienen, in dem die Nachfrage das Angebot übersteigt. Im Gegenzug erhält PSMC eine Lizenz für 1x‑nm‑DRAM-Technologie für andere Werke, was eine längerfristige Fertigungskooperation absichert.

Warnung vor „beispielloser“ Knappheit

Parallel zum Übernahmeplan verschärft Micron den Ton zur Marktlage. Bhatia bezeichnete die aktuelle Knappheit bei Speicherchips als „beispiellos“ und erwartet, dass die enge Versorgungslage weit über 2026 hinaus anhält.

Treiber ist der Boom bei Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Die Produktion von High Bandwidth Memory (HBM), der für KI-Beschleuniger benötigt wird, bindet deutlich mehr Waferkapazität als klassische DRAM-Produkte. Da Micron Produktionslinien zugunsten margenstarker KI-Speicher umstellt, entstehen in traditionellen Segmenten spürbare Engpässe.

Das Unternehmen meldet, dass die KI-bezogene Speicherkapazität für das gesamte Jahr 2025 ausgebucht ist. Wettbewerber SK Hynix berichtet bereits eine Vollauslastung bis 2026. Vor diesem Hintergrund richtet Micron sein Portfolio um: Die Consumer-Marke „Crucial“ wird eingestellt, um Ressourcen vollständig auf Unternehmens- und Industriekunden zu konzentrieren.

Folgen für Smartphone-Hersteller und Markt

Die Straffung des Produktportfolios und der Fokus auf KI-Speicher bleiben für andere Branchen nicht ohne Konsequenzen. Berichten zufolge haben große chinesische Smartphone-Anbieter wie Oppo und Xiaomi ihre Auslieferungsziele für 2026 gekappt. Oppo senkte die Planung demnach um knapp 20 Prozent und verweist auf fehlende Speicherkomponenten.

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Das Analysehaus Counterpoint Research rechnet inzwischen mit einem Rückgang der weltweiten Smartphone-Auslieferungen um 2,1 Prozent im Jahr 2026, ausgelöst durch die Engpässe in der Lieferkette.

An der Börse überwiegen derzeit die positiven Aspekte der Entwicklung. Die Aussicht auf hohes Preisniveau und begrenztes Angebot stützt die Margenerwartungen. Die Micron-Aktie schloss am Freitag bei 362,75 US‑Dollar und damit nahe dem 52‑Wochen-Hoch von 365,81 US‑Dollar bei hohen Umsätzen.

Finanziell verfügt Micron über Spielraum: Im jüngsten Quartal stieg der Umsatz um 56,7 Prozent auf 13,64 Milliarden US‑Dollar. Der Gewinn je Aktie lag mit 4,78 US‑Dollar klar über den Analystenerwartungen von 3,77 US‑Dollar. Der Mittelzufluss erleichtert die Finanzierung des 1,8‑Milliarden‑Kaufs, ohne die Bilanzstruktur wesentlich zu belasten.

Brownfield-Vorteil im KI-Boom

Der Zukauf einer bestehenden Fabrik ist Teil einer klaren Kapazitätsstrategie. Micron treibt zwar parallel große Neubauprojekte in den USA voran, darunter ein auf bis zu 100 Milliarden US‑Dollar angelegter Komplex im Bundesstaat New York (geplanter Produktionsstart 2030) sowie neue Werke in Boise (Start 2027). Diese Greenfield-Projekte kommen aber für die aktuelle Nachfragewelle zu spät.

Die Anlage in Tongluo schließt diese zeitliche Lücke. Durch die Übernahme eines modernen, erst 19 Monate alten Werks verkürzt Micron die Zeit bis zum Wirksamwerden neuer Kapazitäten um mehrere Jahre. Das ist auch mit Blick auf die Preisentwicklung entscheidend: Marktindikatoren deuten darauf hin, dass sich DDR5‑Preise seit Mitte 2025 vervierfacht haben. Server-Speichermodule kosten demnach inzwischen zwischen 2.000 und 4.000 US‑Dollar.

Die positive Einschätzung vieler Analysten basiert genau auf dieser Kombination aus strukturellem Nachfrageanstieg und begrenzter Angebotsausweitung. Häuser wie RBC Capital, KeyBanc und Bank of America haben ihre Kursziele zuletzt angehoben und gehen davon aus, dass hohe Margen und knappe Kapazitäten für mindestens 18 bis 24 Monate anhalten.

Ausblick auf die nächsten Quartale

Im Vordergrund steht nun der regulatorische Prozess für die Taiwan-Übernahme, der bis zum zweiten Quartal 2026 abgeschlossen sein soll. Kurzfristig richten sich die Blicke aber vor allem auf die Erlösseite: Mit der Einstellung der „Crucial“-Linie und der nahezu ausverkauften KI-Kapazität peilt Micron weiter steigende Margen in den kommenden Quartalen an.

Strategisch bleibt das geopolitische Umfeld in Ostasien ein Risiko, da der neue Standort in Taiwan liegt. Aus Marktsicht gilt der Schritt dennoch als notwendig, um im globalen Wettlauf um KI-Speicher wettbewerbsfähig zu bleiben und die aktuelle Nachfragewelle möglichst umfassend zu nutzen.

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