Coca-Cola steht zum Jahresauftakt zwischen zwei Polen: Kurzfristig sorgt eine positive Einstufung durch Wells Fargo für Rückenwind, gleichzeitig wächst der Druck rund um die verlustreiche Kaffeesparte Costa. Im Kern geht es darum, ob das klassische Getränkegeschäft die strategischen Baustellen im Konzern ausgleichen kann.
Wells Fargo-Einstufung als Kurstreiber
Auslöser für die jüngste Erholung war die Aufnahme von Coca-Cola in die „Tactical Ideas“-Liste von Wells Fargo für das erste Quartal 2026. Diese Liste gilt bei institutionellen Investoren als Signal für mögliche kurzfristige Outperformance und lenkt verstärkt Kapital auf den Wert.
Nach einer sechstägigen Schwächephase drehte der Kurs am Freitag nach oben und schloss bei 70,51 US-Dollar. Damit markierte die Aktie zugleich ein neues 52‑Wochen-Hoch und liegt rund 26 % über dem Tief vom September – ein Hinweis darauf, dass der übergeordnete Aufwärtstrend trotz der vorangegangenen Korrektur intakt ist.
Die Einstufung als „Tactical Idea“ baut auf mehreren Faktoren auf: Coca-Cola gilt als defensiver Qualitätswert, der in einem schwankenden makroökonomischen Umfeld Stabilität bietet. Zudem trauen Analysten dem Konzern zu, Kosten- und Preisschwankungen bei Rohstoffen weiterhin abzufedern und so die Margen zu stützen. Auch mögliche Portfolio-Optimierungen werden als potenzielle Katalysatoren gesehen.
Costa Coffee: Verluste und stockender Verkauf
Auf der anderen Seite sorgt die britische Tochter Costa Coffee für Gegenwind. Jüngste Branchenberichte verweisen auf deutlich ausgeweitete operative Verluste. Laut zitierten Finanzunterlagen haben sich die Verluste in der jüngsten Berichtsperiode mehr als verdoppelt – ein klarer Rückschritt gegenüber den ursprünglichen Erwartungen an die Kaffeeplattform.
Besonders kritisch: Laut Financial Times sind die Verhandlungen mit dem Finanzinvestor TDR Capital über einen möglichen Verkauf von Costa ins Stocken geraten. Im Raum stand eine Transaktion im Volumen von rund 2 Milliarden Pfund. Ein erfolgreicher Verkauf hätte die Bilanz entlasten und die Kapitalallokation fokussieren können.
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Dass dieser Prozess nun hakt, erhöht die strategische Unsicherheit. Costa war 2019 als Baustein der „Total Beverage“-Strategie übernommen worden, um Coca-Cola breiter jenseits klassischer Softdrinks aufzustellen. Seither trifft die Kette jedoch auf harten Wettbewerb und veränderte Konsumgewohnheiten in Großbritannien und Europa. Sollte kein Käufer gefunden werden, dürfte das Management alternative Optionen wie Restrukturierung oder längere Haltefristen prüfen müssen.
Einordnung: Defensiver Trend und kurzfristige Chancen
Trotz der Turbulenzen um Costa bleibt das Gesamtbild für den Konzern robust. Die Aktie legte 2025 um rund 13 % zu und bestätigte damit ihren Ruf als defensiver Basiswert im Konsumsektor. Auch aktuell notiert der Kurs klar über den mittelfristigen Durchschnittswerten, was den bestehenden Aufwärtstrend unterstreicht.
Ein wichtiger Treiber für das Vertrauen der Anleger ist die anhaltende Preissetzungsmacht im Kerngeschäft. Coca-Cola konnte in den vergangenen Quartalen höhere Preise weitgehend durchsetzen, ohne die Absatzmengen deutlich zu gefährden. Genau hier setzt auch die „Tactical Idea“-Einstufung an: Wells Fargo sieht kurzfristige Chancen, dass der Konzern im ersten Quartal 2026 zusätzlichen Mehrwert („Alpha“) generiert – etwa durch Effizienzgewinne, gezielte Portfoliomaßnahmen oder eine vorteilhafte Steuerung von Inputkosten.
Gleichzeitig zeigt die Lage bei Costa die Kehrseite der breit angelegten Getränkestrategie. Während das Kernportfolio stabil wächst, bleibt der Kaffeeableger hinter den Zielen zurück und bindet Managementaufmerksamkeit sowie Kapital. Das könnte den Druck erhöhen, in den kommenden Monaten klarere Entscheidungen für diese Sparte zu treffen.
Ausblick: Quartalszahlen und Strategie-Signale
Der Blick richtet sich nun auf den anstehenden Quartalsbericht für Q4, der traditionell im Februar erwartet wird. Dort werden Anleger vor allem auf drei Punkte achten:
- Ausblick 2026: Erwartete organische Umsatzentwicklung und Volumentrends, insbesondere in Nordamerika.
- Costa Coffee: Konkretere Aussagen zu Verkauf, Restrukturierung oder längerfristiger Integration in den Konzern.
- Margenentwicklung: Zusammenspiel aus Preiserhöhungen, Kosteninflation und Effizienzmaßnahmen.
Kurzfristig dürfte die positive Einschätzung durch Wells Fargo als Rückenwind wirken, solange das Umfeld für defensive Konsumwerte freundlich bleibt. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird jedoch sein, ob Coca-Cola im Februar sowohl die Ertragsstärke des Kerngeschäfts bestätigt als auch einen glaubwürdigen Weg für den Problemfall Costa skizziert.
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