OMV Aktie: Trügerische Sicherheit!

Trotz Einstellung der Sudan-Ermittlungen bleibt die OMV-Aktie unter Druck. Fortsetzungsantrag der Menschenrechtsorganisation CEHRI und Ende des Aktienrückkaufs verhindern Kursanstieg bei bereits fairer Bewertung.

Kurz zusammengefasst:
  • Ermittlungseinstellung mit sofortigem Einspruch konfrontiert
  • KGV von 13,6 signalisiert Ende der Unterbewertung
  • Auslaufendes Aktienrückkaufprogramm entfernt Kurstütze
  • Kurs konsolidiert nahe 52-Wochen-Hoch ohne Durchbruch

Endlich ist das Damoklesschwert weg – oder doch nicht? Eine langjährige juristische Altlast wurde vermeintlich beseitigt, doch anstatt zu explodieren, tritt der Kurs auf der Stelle. Während Anleger noch feiern wollen, braut sich im Hintergrund eine gefährliche Mischung aus hartnäckigen Klägern und wegfallender Marktunterstützung zusammen. Ist die Party vorbei, bevor sie richtig begonnen hat?

Juristischer Befreiungsschlag gescheitert?

Die Nachricht klang zunächst nach einem klaren Kaufsignal: Die Staatsanwaltschaft Wien hat das Ermittlungsverfahren gegen ehemalige OMV-Manager eingestellt. Der jahrelange Vorwurf der Beihilfe zu Kriegsverbrechen im Sudan zwischen 1998 und 2003 konnte nicht erhärtet werden. Eigentlich der perfekte Treibstoff für neue Höchststände.

Doch die Märkte trauen dem Frieden nicht. Die Menschenrechtsorganisation CEHRI fackelte nicht lange und brachte umgehend einen Fortführungsantrag ein. Damit ist das Risiko für institutionelle Anleger, die Reputationsschäden scheuen wie der Teufel das Weihwasser, keineswegs vom Tisch. Die juristische Hängepartie geht in die Verlängerung.

Das Ende der Schnäppchenjagd

Wer jetzt noch einsteigt, muss sich einer unbequemen Wahrheit stellen: Die Zeiten der Unterbewertung sind vorbei. Viele Investoren haben noch veraltete Kursziele im Kopf, die auf einem einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) basierten. Ein gefährlicher Irrtum.

Ein Blick auf die Realität zeigt: Das KGV auf Basis der letzten zwölf Monate hat sich im Bereich von 13,5 bis 14,0 eingependelt. Der Markt hat die Gewinnerwartungen mittlerweile sehr präzise eingepreist. Die Aktie ist fair bewertet, bietet auf diesem Niveau aber kaum noch Puffer für Enttäuschungen. Eine automatische Aufwärtsbewegung allein aufgrund einer „Unterbewertung“ ist damit vom Tisch.

Das Sicherheitsnetz ist weg

Als wäre die Bewertungssituation nicht Herausforderung genug, fällt nun auch noch der wichtigste technische Stabilisator weg. Das Aktienrückkaufprogramm ist ausgelaufen. In den letzten Monaten fungierte der Konzern selbst als zuverlässiger Käufer und stützte so den Kurs. Nun ist die Aktie den freien Marktkräften ohne dieses Sicherheitsnetz ausgesetzt.

Dies erklärt auch die aktuelle Lethargie im Chart:
* Der Kurs klebt mit 47,58 Euro förmlich fest.
* Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 49,36 Euro beträgt nur noch wenige Prozent, doch der Durchbruch gelingt nicht.
* Ohne die künstliche Nachfrage durch Rückkäufe fehlt schlicht das Momentum für den nächsten Sprung.

Die Lage auf den Punkt gebracht:

  • Rechtliches Patt: Die Einstellung der Sudan-Ermittlungen wird durch den sofortigen Einspruch der Gegenseite neutralisiert.
  • Bewertungs-Falle: Mit einem KGV um 13,6 ist die „Billig-Phase“ definitiv beendet.
  • Technisches Risiko: Der Wegfall eigener Aktienrückkäufe erhöht die Anfälligkeit für Volatilität.

Was bleibt unter dem Strich? Anleger müssen sich auf eine Phase der Konsolidierung einstellen. Ohne neue operative Impulse oder das schützende Polster der Aktienrückkäufe wird der Markt das aktuelle Preisniveau nun einem harten Stresstest unterziehen. Fantasie nach oben sieht anders aus.

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