Valneva Aktie: Pipeline unter Zugzwang
Der Impfstoffentwickler Valneva kämpft mit klinischen Enttäuschungen und einem steigenden Verlust. Trotz strategischer Neuausrichtung hängt die Zukunft an den Zulassungsplänen von Partner Pfizer.

Kurz zusammengefasst
- Borreliose-Impfstoff verfehlt primäres Studienziel
- Nettoverlust steigt auf über 115 Millionen Euro
- Pfizer plant Zulassungsanträge trotz Rückschlag
- US-Kanzlei prüft mögliche Investorenansprüche
Der französische Impfstoffentwickler Valneva navigiert aktuell durch eine komplexe Gemengelage aus klinischen Rückschlägen und rechtlichem Gegenwind. Während der Rückzug in den USA und verfehlte Studienziele das Vertrauen belasten, hält der Partner Pfizer an ehrgeizigen Zulassungsplänen fest. Diese Diskrepanz zwingt den Markt zu einer schwierigen Neubewertung der gesamten Forschungspipeline.
Ursachen der massiven Abwertung
Verantwortlich für den jüngsten Kursrutsch auf aktuell 2,68 Euro ist in erster Linie die Enttäuschung über den Borreliose-Impfstoffkandidaten LB6V. Zwar wies das Präparat in der Phase-3-Studie VALOR eine Wirksamkeit von rund 73 bis 75 Prozent auf, verfehlte jedoch den primären Endpunkt aufgrund einer zu geringen Krankheitsinzidenz der Probanden. Dieser Umstand kostete das Papier auf 30-Tage-Sicht rund 44 Prozent seines Wertes. Verschärft wird die Unsicherheit durch die US-Kanzlei Pomerantz LLP, die derzeit mögliche Ansprüche von Investoren wegen unzulässiger Geschäftspraktiken prüft.
Strategischer Rückzug und finanzielle Delle
Abseits der Borreliose-Forschung ordnet das Management seine Prioritäten neu. Für den Chikungunya-Impfstoff IXCHIQ zog Valneva die Zulassungsanträge in den USA freiwillig zurück. Der Fokus verschiebt sich nun auf Schwellenländer wie Brasilien, wo gemeinsam mit dem Instituto Butantan eine Pilotimpfkampagne gestartet wurde.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Valneva?
Parallel dazu trüben die jüngsten Geschäftszahlen das Bild. Der Nettoverlust stieg 2025 auf 115,2 Millionen Euro an, was teilweise auf den Wegfall eines einmaligen Sonderertrags aus dem Vorjahr zurückzuführen ist. Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen zudem mit einem Umsatzrückgang auf 155 bis 170 Millionen Euro, da ein wichtiges Vertriebsgeschäft mit Drittanbietern planmäßig ausläuft.
Die nächsten Kurskatalysatoren
Trotz der angespannten Lage bietet die Forschungspipeline im laufenden Jahr noch konkrete Anhaltspunkte für neue Impulse. Zwei Ereignisse stehen dabei im Zentrum:
- LB6V (Borreliose): Pfizer plant ungeachtet des verfehlten Studienendpunkts die Zulassungseinreichung bei der US-Behörde FDA und der europäischen EMA noch im Jahr 2026.
- S4V2 (Shigella): Bis Mitte 2026 werden erste Ergebnisse aus zwei laufenden Phase-2-Studien des multivalenten Impfstoffkandidaten erwartet.
Die anstehenden Zulassungsanträge von Pfizer sowie die Phase-2-Daten zum Shigella-Kandidaten im Sommer werden die fundamentale Richtung für das zweite Halbjahr vorgeben. Sollten die regulatorischen Behörden die LB6V-Daten trotz der statistischen Schwächen in der Phase-3-Studie akzeptieren, böte der weltweit erste Borreliose-Impfstoff erhebliches kommerzielles Potenzial zur Stabilisierung des Unternehmens.
Valneva-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Valneva-Analyse vom 9. April liefert die Antwort:
Die neusten Valneva-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Valneva-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Valneva: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...