NASDAQ 100: 4,60 Prozent Rückgang auf 28.958 Punkte

Der Nasdaq 100 fällt um 4,6 Prozent, ausgelöst durch unerwartet starke US-Arbeitsmarktdaten. Tech-Werte leiden unter steigenden Zinserwartungen.

Eduard Altmann ·
Ein dramatisches Bild eines roten, nach unten zeigenden Pfeils auf einem verschwommenen Bildschirm mit Finanzdaten, das einen Marktrückgang symbolisiert. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Starke US-Jobdaten belasten Index
  • Tech-Werte wie Nvidia und Tesla verlieren
  • Chip-Sektor besonders stark betroffen
  • Zinserhöhungsfantasie kehrt zurück

Der Nasdaq 100 hat die Woche mit einem harten Rückschlag beendet. Nach überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten geriet der Index am Freitag kräftig unter Druck und fiel um 4,60 Prozent auf 28.957,60 Punkte. Damit ist ein Großteil der jüngsten Aufwärtsdynamik erst einmal aus dem Markt.

Der Auslöser war klar: Die US-Wirtschaft hat im Mai 172.000 Stellen geschaffen, fast doppelt so viele wie erwartet. Das hat die Zinsfantasie schlagartig verändert. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf 4,518 Prozent, was besonders wachstumsstarke Tech-Werte trifft. Solche Titel reagieren empfindlich auf höhere Finanzierungskosten und auf die Aussicht, dass die US-Notenbank länger restriktiv bleibt.

Tech-Aktien im Ausverkauf

Besonders heftig traf es den KI- und Chip-Sektor. Broadcom stand unter Druck, nachdem der Konzern zwar für das zweite Quartal 22,19 Milliarden Dollar Umsatz gemeldet hatte, aber mit dem Ausblick für das dritte Quartal enttäuschte. Das setzte die gesamte Branche zusätzlich unter Zugzwang.

Auch andere Halbleiterwerte wurden abverkauft. Micron, Marvell, Intel und AMD verloren jeweils zweistellig, zwischen 11 und 13,25 Prozent. Bei den Schwergewichten der „Magnificent Seven“ traf es Nvidia mit minus 6,2 Prozent und Tesla mit minus 6,56 Prozent. Meta gab 5,51 Prozent nach, Microsoft 2,66 Prozent.

Parallel dazu suchten Anleger defensive Bereiche. Konsumwerte wie Colgate und Coca-Cola legten zu. Das ist ein klassisches Muster, wenn der Markt Risiko herausnimmt und sich vor einer längeren Phase höherer Zinsen positioniert.

Wichtige Marken rücken näher

Auch technisch hat sich das Bild eingetrübt. Der Nasdaq 100 notiert zwar noch 2,54 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt bei 28.239,14 Punkten, der Abstand zur Bestmarke von 30.762,20 Punkten ist aber auf 5,87 Prozent geschrumpft. Der RSI liegt bei 44,2 und signalisiert, dass die Aufwärtsdynamik spürbar an Kraft verloren hat.

Kurzfristig richtet sich der Blick nun auf die Marke von 25.000 Punkten. Fällt der Index darunter, dürfte die Volatilität zunehmen. Die annualisierte Schwankungsbreite liegt bereits bei 19,93 Prozent, also klar über dem Niveau eines ruhigen Marktes.

Blick auf die Notenbank

Für die kommende Woche bleibt die Lage sensibel. Auf dem Terminplan der US-Notenbank steht die Sitzung am 16. und 17. Juni. Der Markt preist inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 42,7 Prozent für eine Zinserhöhung bis Dezember ein. Das zeigt, wie schnell sich die Stimmung gedreht hat.

Hinzu kommt: Der Nasdaq 100 liegt seit Jahresanfang trotz des Rückschlags noch 14,72 Prozent im Plus und hat auf Sicht von zwölf Monaten 34,39 Prozent zugelegt. Der jüngste Abverkauf ändert also nicht den langfristigen Trend, aber er macht klar, wie verletzlich der Markt bei jeder Verschärfung der Zinsfantasie bleibt.

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NASDAQ 100 Index

29.051,13 PKT

– 405,84 PKT -1,38 %
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Sektor
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