NASDAQ 100: 5,51 Prozent Wochenminus auf 28.774

Broadcoms schwache KI-Prognose und starke US-Arbeitsmarktdaten lösen massiven Ausverkauf bei Tech-Werten aus.

Redaktion Stock-World ·
Ein roter Pfeil durchbohrt einen fallenden digitalen Aktienchart, der einen starken Rückgang anzeigt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Broadcom enttäuscht mit KI-Umsatzprognose
  • Nvidia verliert über 300 Milliarden Dollar
  • US-Arbeitsmarkt stärker als erwartet
  • Zinserhöhungsängste belasten Wachstumsaktien

Wochenlang kannte der technologielastige Index nur eine Richtung. Am Freitag endete diese Serie abrupt mit dem schwersten Tagesverlust seit April 2025. Ein enttäuschender Ausblick im Halbleitersektor und überraschend robuste US-Arbeitsmarktdaten lösten eine massive Flucht aus Wachstumsaktien aus.

KI-Fantasie erhält einen Dämpfer

Der primäre Auslöser für den Kursrutsch war Broadcom. Der Chiphersteller verfehlte mit seiner Umsatzprognose für KI-Chips von 16 Milliarden US-Dollar die Markterwartungen deutlich. Diese Lücke von 1,2 Milliarden US-Dollar reichte aus, um die Bewertungen der gesamten Branche ins Wanken zu bringen.

Die Schockwelle erfasste umgehend die Schwergewichte des Sektors. Allein Nvidia verlor in einer einzigen Sitzung mehr als 300 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung. Andere Halbleiterwerte traf es prozentual noch härter:

  • Marvell Technology: -17,0 Prozent
  • Micron Technology: -13,3 Prozent
  • Arm Holdings: -11,3 Prozent
  • Intel: -11,3 Prozent
  • AMD: -10,9 Prozent

Der Nasdaq 100 beendete den Handelstag bei 28.774 Punkten. Auf Wochensicht verbucht das Barometer damit ein Minus von 5,51 Prozent. Der Vorsprung auf die vielbeachtete 50-Tage-Linie schmolz auf unter zwei Prozent.

Makro-Gegenwind und Liquiditätsentzug

Parallel dazu lieferte die Makroökonomie Gegenwind. Der US-Arbeitsmarktbericht wies für Mai 172.000 neue Stellen aus, was die Prognosen weit übertraf. Diese Stärke treibt die Angst vor einer hartnäckigen Inflation an. An den Terminmärkten preisen Händler nun mehrheitlich eine Zinserhöhung bis Dezember 2026 ein.

Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen kletterte im Zuge dessen auf 4,54 Prozent. Analysten werten dieses Niveau als kritische Zone für hoch bewertete Tech-Aktien. Hinzu kommt ein massiver Liquiditätsentzug durch bevorstehende Kapitalmaßnahmen. Das anstehende SpaceX-IPO zielt auf eine Kapitalaufnahme von 75 Milliarden US-Dollar ab. Auch Alphabet plant milliardenschwere Aktienplatzierungen, was zusätzliches Kapital aus dem Markt saugt.

Der Abwärtsdruck dürfte in der neuen Handelswoche anhalten. Am 10. Juni stehen die frischen US-Verbraucherpreise an. Wenige Tage später leitet der neue Fed-Chef Kevin Warsh seine erste Notenbanksitzung. Bestätigt er das Szenario längerfristig hoher Zinsen, droht den Wachstumsaktien im Nasdaq 100 die nächste Verkaufswelle.

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