Nasdaq 100: Absturz nach Öl-Schock

Geopolitische Spannungen treiben die Ölpreise und Inflationsängste, während ein unerwarteter Führungswechsel bei Adobe den Tech-Sektor zusätzlich belastet.

Redaktion Stock-World ·
NASDAQ 100 Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Ölpreisschock durch Blockade der Straße von Hormus
  • Überraschender CEO-Rücktritt bei Adobe trotz guter Zahlen
  • Zinssenkungserwartungen der US-Notenbank schwinden
  • Breiter Verkaufsdruck trifft Technologiewerte besonders hart

Eine gefährliche Mischung aus geopolitischer Eskalation und schwindenden Zinshoffnungen hat die Wall Street fest im Griff. Nachdem der Iran die strategisch wichtige Straße von Hormus blockiert hat, schießen die Ölpreise in die Höhe und wecken massive Inflationsängste. Für den ohnehin angeschlagenen Tech-Sektor kommt nun auch noch ein überraschender Führungswechsel beim Software-Riesen Adobe zur Unzeit.

Inflationsangst trifft auf Zinsfrust

Der Auslöser für den jüngsten Ausverkauf liegt im Nahen Osten. Die Erklärung des neuen iranischen Führers Mojtaba Khamenei, die Straße von Hormus für den internationalen Transit zu sperren, schickte den Preis für Brent-Rohöl auf über 102 US-Dollar pro Barrel. Dieser Angebotsschock nährt die Sorge vor einer hartnäckigen Inflation. An den Anleihemärkten reagierten die Renditen sofort: Die zehnjährigen US-Staatsanleihen kletterten auf 4,245 Prozent. Für die zinssensiblen Wachstumsaktien im Nasdaq 100 bedeutet dieses Umfeld starken Gegenwind, da höhere Zinsen die zukünftigen Gewinne der Unternehmen abwerten.

Adobe-Schock belastet zusätzlich

Auf Unternehmensebene sorgte Adobe für zusätzliche Unruhe. Obwohl der Softwarekonzern mit einem Umsatzplus von 12 Prozent auf 6,4 Milliarden US-Dollar die Erwartungen übertraf, schickten Anleger die Papiere vorbörslich um rund 8,5 Prozent in die Tiefe. Grund dafür ist der angekündigte Rücktritt des langjährigen CEOs Shantanu Narayen. Der Führungswechsel überschattete die starken Quartalszahlen komplett und zog den Index weiter nach unten. Generell war der Verkaufsdruck am Donnerstag enorm breit gefächert: Über 72 Prozent aller US-Titel verzeichneten Verluste, wobei Technologiewerte besonders hart getroffen wurden.

Blick auf die US-Notenbank

Die veränderte Ausgangslage zwingt die Marktteilnehmer zu einer drastischen Neubewertung der Geldpolitik. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preisen Händler mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von fast 45 Prozent ein, dass die US-Notenbank die Zinsen im Jahr 2026 überhaupt nicht senkt. Noch vor wenigen Wochen war der Markt von mehreren Zinsschritten ausgegangen. Analysten warnen bereits, dass ein anhaltend blockierter Öl-Transit den Preis pro Barrel in Richtung der 150-Dollar-Marke treiben könnte, was Zinssenkungen endgültig vom Tisch nehmen würde.

Die Richtung für den heutigen Handelstag wird maßgeblich von zwei Faktoren bestimmt. Einerseits rücken die anstehenden PCE-Inflationsdaten für den Januar in den Fokus, die als bevorzugter Preisindikator der Fed gelten. Andererseits diktiert die Nachrichtenlage aus der Straße von Hormus das kurzfristige Risiko. Charttechnisch rückt für den Nasdaq 100 nun die Unterstützungszone zwischen 24.856 und 24.900 Punkten in den Mittelpunkt. Ein Bruch dieser Marke durch heiße Inflationsdaten oder eine weitere geopolitische Eskalation öffnet den Weg in Richtung der 24.500-Punkte-Region.

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