NASDAQ 100: Alphabet plant 205 Milliarden
Der NASDAQ 100 kämpft nach dem jüngsten Kursverfall um eine Erholung. Steigende Anleiherenditen und ein hoher Ölpreis belasten die Technologiewerte zusätzlich.

Kurz zusammengefasst
- Alphabet plant massive KI-Investitionen
- Anleiherendite steigt auf 4,67 Prozent
- Brent-Ölpreis über 97 Dollar
- Intel führt Gewinnerliste an
Der NASDAQ 100 sucht am Freitag nach einer klaren Richtung. Nach dem heftigen Kursrutsch vom Vortag stabilisiert sich der Index vorbörslich nur mühsam. Besonders die massiven Investitionspläne von Alphabet wirken am Markt nach. Der Konzern will seine Ausgaben für Künstliche Intelligenz auf rund 205 Milliarden Dollar hochschrauben, was Sorgen über die Rentabilität der hohen Hardware-Investitionen befeuert.
Parallel dazu lastet der Anleihemarkt auf den Wachstumstiteln. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf 4,67 Prozent — ein Stand, den sie zuletzt vor zwei Monaten erreichte. Hohe Zinsen schmälern die Attraktivität von Technologie-Aktien, während die Volatilität am Markt insgesamt hoch bleibt.
Der Ölpreis verschärft die Situation. Brent-Rohöl stieg auf über 97 Dollar je Barrel und befeuert damit neue Inflationssorgen. Diese Entwicklung bremst den Erholungsversuch der Technologiewerte aus, da Anleger eine weiterhin restriktive Geldpolitik der Notenbanken befürchten.
Unter den Einzelwerten zeigt sich ein gemischtes Bild. Intel führt die Gewinnerliste mit einem Plus von über drei Prozent an. Alphabet verzeichnet nach dem vorangegangenen Kurssturz eine leichte technische Gegenbewegung. Im Gegensatz dazu stehen Halbleiter-Schwergewichte wie NVIDIA und Micron unter Druck. Investoren schichten Kapital aus hochbewerteten Hardware-Titeln um.
Charttechnisch kämpft der Index mit der Marke von 28.500 Punkten. Der Relative-Stärke-Index (RSI) signalisiert mit einem Wert von 40,7 bereits eine kurzfristig überverkaufte Marktlage. Der Kurs notiert allerdings weiterhin unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, was den Abwärtstrend der vergangenen Wochen bestätigt.
Die Entscheidung fällt nach dem US-Börsenschluss mit den Quartalszahlen von Intel. Kann der Index die Marke von 28.700 Punkten im regulären Handel zurückerobern, ist der Weg bis 29.100 frei. Andernfalls rückt die psychologisch wichtige Unterstützung bei 28.000 Punkten ins Zentrum.
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