NASDAQ 100: CPI 4,2% treibt Zinserhöhungs-Wetten
Steigende Inflation und fallende Tech-Aktien drücken den Nasdaq 100 auf 28.508 Punkte. Der Index verliert knapp zwei Prozent.

Kurz zusammengefasst
- US-Inflation steigt auf 4,2 Prozent
- Super Micro stürzt um 17 Prozent ab
- Halbleiteraktien erleiden deutliche Verluste
- Technische Unterstützung bei 28.500 Punkten
Starke Inflationsdaten, steigende Ölpreise und ein Kurseinbruch bei Super Micro Computer — der Nasdaq 100 hatte am Mittwoch gleich mehrere Belastungen zu verdauen. Der Index schloss bei 28.508 Punkten, ein Minus von knapp zwei Prozent.
CPI-Daten kippen die Stimmung
Auslöser war der US-Verbraucherpreisindex für Mai 2026. Die Inflation stieg im Monatsvergleich um 0,5 Prozent — die Jahresrate kletterte auf 4,2 Prozent. Der Kern-CPI fiel mit 0,2 Prozent monatlich moderater aus. Trotzdem reichten die Headline-Zahlen, um die Erwartungen zu verschieben: Händler preisen inzwischen eine mehr als 70-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bis Dezember ein. Das ist eine deutliche Verschiebung — noch vor Wochen dominierten Zinssenkungsfantasien den Markt.
Parallel dazu trieben neue Spannungen im Nahen Osten den Ölpreis nach oben. Brent-Futures notierten nahe 97 Dollar je Barrel, WTI bei 91 Dollar. Höhere Energiepreise befeuern die Inflationssorgen zusätzlich.
Super Micro reißt Halbleiter mit
Den stärksten Ausschlag lieferte Super Micro Computer. Die Aktie brach um 17 Prozent ein, nachdem das Unternehmen Kapitalmaßnahmen über sieben Milliarden Dollar ankündigte — eine Kombination aus Aktien und wandelbaren Instrumenten. Kein Wunder, dass der gesamte Halbleitersektor darunter litt.
Qualcomm und ON Semiconductor verloren jeweils mehr als fünf Prozent. Broadcom und Western Digital gaben über vier Prozent nach. Nvidia, Marvell Technology und Micron fielen um mehr als zwei Prozent.
Auf der Gegenseite zeigten sich einige Werte robust. Lumentum legte fast sechs Prozent zu, Applied Materials rund fünf Prozent. Apple, Starbucks und Mondelez verbuchten moderate Gewinne — ein klassisches Rotationsmuster aus Wachstum in Richtung Stabilität.
Technisches Bild bleibt angespannt
Der Nasdaq 100 schloss unter seinen 10- und 20-Tage-Durchschnitten. Alle wichtigen gleitenden Durchschnitte — von 5 bis 200 Tage — zeigen derzeit ein Verkaufssignal. Der RSI liegt bei rund 42 und bestätigt die schwache Dynamik. Hinzu kommt, dass der Index den Boden seines kurzfristigen Aufwärtstrendkanals durchbrochen hat.
Die nächste technische Unterstützung liegt um 28.500 Punkte — genau dort, wo der Index auch geschlossen hat. Ein Rutsch darunter könnte die 28.400er-Marke ins Spiel bringen. Auf der Oberseite wartet Widerstand bei rund 28.720 Punkten.
Auf Jahressicht liegt der Index trotz des jüngsten Gegenwinds noch rund 13,5 Prozent im Plus. Vom 52-Wochen-Hoch bei 30.762 Punkten, das erst Anfang Juni markiert wurde, fehlen allerdings knapp sieben Prozent. Die nächsten Inflationsdaten und Fed-Signale dürften entscheiden, ob dieser Abstand wächst oder schrumpft.
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