NASDAQ 100: Die Rendite-Lücke!

Anleger prüfen, ob erwartete Erträge die hohen KI-Ausgaben und deren Finanzierungskosten rechtfertigen.

Andreas Sommer ·
Ein Börsenhändler blickt nachdenklich auf mehrere Monitore mit Aktienkursverläufen in einem modernen Büro. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • NASDAQ 100 mit Wochenminus von 5,5 Prozent
  • Hyperscaler-Investitionen auf eine Billion Dollar gestiegen
  • Geplante Ausgaben übersteigen prognostizierte Cashflows
  • Meta und Tesla berichten am 21. Oktober

Der Nasdaq 100 hat gestern seine schwächste Woche seit April 2025 beendet. Die Wochenbilanz von -5,5% spiegelt wachsende Zweifel an der Rentabilität des KI-Ausbaus wider. Entscheidend für eine Stabilisierung werden nun die anstehenden Unternehmensberichte: Anleger verlangen nicht nur Wachstum, sondern belastbare Perspektiven für die Finanzierung der Investitionen.

Der Ausverkauf stellt damit weniger den Nutzen künstlicher Intelligenz infrage als die wirtschaftliche Rechnung dahinter. Hohe Nachfrage nach Rechenleistung und attraktive Renditen für Aktionäre sind nicht dasselbe. Genau diese Unterscheidung rückt nach den jüngsten Verlusten in den Mittelpunkt.

Technologischer Erfolg reicht nicht aus

Sebastian Raedler, Stratege der Bank of America, warnt ausdrücklich vor dieser Lücke. KI könne sich technologisch durchsetzen und Anlegern wegen übermäßiger Investitionen trotzdem Verluste bescheren. Der Zwölfmonatskonsens für die KI-Investitionen der Hyperscaler stieg seit Anfang 2025 von 330 Mrd. US-Dollar auf 1 Bio. US-Dollar.

Damit wächst der Druck auf die Unternehmen, ihre Ausgaben durch zusätzliche Erträge zu rechtfertigen. Umsatzwachstum allein beantwortet diese Frage nicht. Für Aktionäre zählt ebenso, wie viel nach dem Ausbau der Infrastruktur und den Finanzierungskosten übrig bleibt.

Die Financial Times beziffert die erwarteten Investitionsausgaben von Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft und Oracle zusammen auf 800 Mrd. US-Dollar. Dem steht ein prognostizierter Cashflow von rund 700 Mrd. US-Dollar gegenüber. Die Ausgabenplanung übersteigt damit die erwarteten Mittelzuflüsse.

Diese Konstellation erklärt, weshalb der Markt inzwischen stärker auf Bilanzen und Finanzierungsbedingungen schaut. Der Ausbau muss bezahlt werden, bevor sich seine langfristige Rentabilität nachweisen lässt.

Kreditmarkt mahnt zur Differenzierung

Jefferies warnt vor steigenden Finanzierungsrisiken, sieht aber kein Ende der KI-Finanzierung. Der Aufschlag für fünfjährige Kreditausfallversicherungen auf Oracle stieg seit dem 11. September von 186 auf 288 Basispunkte. Auch bei CoreWeave verteuerte sich die Absicherung deutlich.

Die Einschätzung ist für den Nasdaq 100 wichtig: Höhere Finanzierungskosten bedeuten nicht automatisch einen Zusammenbruch der Nachfrage. Sie verschärfen jedoch die Anforderungen an Geschäftsmodelle und Investitionspläne. Eine pauschale Bewertung sämtlicher KI-Engagements greift deshalb zu kurz.

Ein Gegengewicht zu den Sorgen lieferte TSMC mit einem besser als erwarteten Umsatzausblick. Dieser deutet weiterhin auf robuste Nachfrage nach Halbleitern und KI-Chips hin. Das Spannungsfeld bleibt damit bestehen: Die Nachfrage ist vorhanden, die Rendite der gesamten Investitionskette steht stärker zur Prüfung.

Quartalsberichte müssen Vertrauen schaffen

Meta und Tesla sollen am 21. Oktober nach Börsenschluss berichten. Damit erhält der Markt neue Anhaltspunkte für die Bewertung des Technologiesektors. Besonders relevant sind angesichts der jüngsten Debatte Aussagen zu Investitionen, Mittelzuflüssen und künftigem Finanzierungsbedarf.

Für den Nasdaq 100 liegt der nächste Belastungstest somit nicht allein bei den Umsätzen. Vertrauen entsteht, wenn Unternehmen den Zusammenhang zwischen hohen Ausgaben und künftigen Erträgen überzeugend darlegen. Die jüngste Verkaufswelle zeigt, dass Anleger diese Verbindung nicht mehr selbstverständlich voraussetzen.

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NASDAQ 100 Index

29.187,55 PKT

– 748,05 PKT -2,50 %
KGV —
Sektor —
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung —
ISIN: US6311011026

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